Warum Liebe Weh Tut Zusammenfassung?

Warum Liebe Weh Tut Zusammenfassung
13.10.2011 Die Soziologin Eva Illouz analysiert in “Warum Liebe weh tut”, warum das moderne Subjekt zum emotionalen Scheitern verurteilt ist. Dass Männer mit diesem Schicksal besser zurechtzukommen scheinen als Frauen, ist eine der Pointen ihres meisterhaften Sachbuches.

  • Eine Frau geht in ein Zimmer, schluckt Gift und stirbt unter grässlichen Krämpfen.
  • Alles nur aus enttäuschter Liebe.
  • Während uns heutigen Menschen eine solche Radikalität, wie sie Emma Bovary, Heldin von Gustave Flauberts gleichnamigen Roman, sowohl übertrieben als auch vage romantisch erscheint, hat sich am ewigen Leiden an der Liebe nicht viel geändert.

Oder? In ihrem neuen Buch “Warum Liebe wehtut” analysiert die Soziologin Eva Illouz in gewohnt luzider Weise, dass sich ganz im Gegenteil die sozialen und kulturellen Bedingungen des Liebesleids tatsächlich grundlegend gewandelt haben. Der moderne Mensch leidet aus anderen Gründen und an anderen Arten von Schmerz als früher, bedingt durch die Erfahrungen und Anforderungen moderner Subjektivität.

  • Diese ist unter anderem durch Wahlfreiheit, psychologische Selbsterforschung und sowohl rationalisierte als auch extrem ausdifferenzierte Kriterien der Partnersuche bestimmt – heute sucht man den Richtigen, früher reichte ein Richtiger.
  • In sechs Kapiteln beleuchtet die Autorin die modernen Schlachtfelder der Liebe.

Sie beschreibt die neuen Heiratsmärkte, die zum einen durch globale Vernetzung entstanden sind und zum anderen dadurch, dass Sexyness im Zuge der Konsumkultur selbst zum Statussymbol wurde. Die damit einhergehende Verschiebung von romantischer Verbindlichkeit hin zu sexueller Verfügbarkeit erzeugt eine neue “Architektur der Wahl”, also neue Kriterien dessen, was bei der Partnersuche an Eigenschaften wünschenswert oder an Strategien Erfolg versprechend ist.

Dabei arbeitet die Autorin heraus, dass das moderne Phänomen der “männlichen Distanziertheit” und Bindungsunlust eine zwar ökonomisch angemessene aber emotional fatale Reaktion auf dieses neuen sozialen Tatsachen darstellt, und dass die Frauen dadurch wieder einmal zu den Verlierern des Spiels zu werden drohen.

Eine typisch weibliche Reaktion auf Zurückweisung sind endlose Selbstbeschuldigen und -analysen, denn, wie Illouz betont, sind heutzutage Selbstwert und Erfolg in der Liebe auf historisch neue Weise miteinander gekoppelt, was dem modernen Leiden an der Liebe eine ungeahnt tragische Dimension verleiht.

Diese tiefe Enttäuschung fördert auch der wachsende Einfluss der romantischen Einbildungskraft, welche unter anderem dafür sorgt, dass die Kluft zwischen Vorstellung und Wirklichkeit beim Online-Dating fast zwingend zu Desillusionierungen führt. Wie schon in ihrem letzten Buch “Die Errettung der modernen Seele” stellt Illouz die Psychologisierung und die damit verbundene Essentialisierung des Selbst ins Zentrum ihrer furiosen Analyse.

Die damit einhergehende manische Selbstbesessenheit verbaut nicht nur den Weg zu einem gemeinsamen Erleben von Liebe und Welt, sondern macht zugleich das moderne Subjekt für sein Scheitern allein verantwortlich. Doch diese Selbstbezichtigung verdeckt auf perfide Weise die sozialen und kulturellen Grundlagen des modernen Liebesleides.

Warum Liebe weh tut Inhalt?

Die soziologische Alternative zum Beziehungsratgeber Buchautor_innen Eva Illouz Buchtitel Warum Liebe weh tut Buchuntertitel Eine soziologische Erklärung Aus soziologischer Perspektive sucht Eva Illouz die Ursachen „modernen” Liebeskummers nicht im Individuum, sondern in gesellschaftlichen Widersprüchen und Machtverhältnissen.

  • Warum Liebe weh tut” ist eine kluge und äußerst unterhaltsame Kritik an der Psychologisierung und Individualisierung von Liebes- und Beziehungsproblemen in der westlichen, oberen Mittelschicht – und letztlich eine soziologische Alternative zur Selbsthilfe- und Coachingliteratur.
  • Eva Illouz versucht in ihrem jüngsten Buch nichts weniger (aber auch nicht mehr) als eine Soziologie des Leidens in und an der Liebe.

Der jahrhundertealte Topos der romantischen Liebe und ihrer schmerzhaften Enttäuschung unterliege in der „Moderne” einer radikalen Transformation, so ihre zentrale These. „Die Form der Liebe hat sich insofern verändert, als sich verändert hat, auf welche Weise sie weh tut” (S.428).

Das „qualitativ Neue (.) in der modernen Erfahrung des Liebeskummers” (S.37, Herv.i.O.) verortet sie erstens in einer veränderten Ökonomie und Architektur der Partnerwahl auf liberalisierten (Heirats-)Märkten (Kapitel 1 und 2), zweitens in der gesteigerten Abhängigkeit des modernen Selbst von Anerkennung auf dem Feld der Liebe (Kapitel 3), drittens in der Rationalisierung des Begehrens durch Wissenschaft, politische Emanzipation und die technologischen (Wahl-)Möglichkeiten des Internet (Kapitel 4) und viertens in einer zunehmenden Kluft zwischen Realität und medial geschürten Erwartungen, zwischen alltäglichen Interaktionen und fiktionalen Gefühlen (Kapitel 5).

Illouz gelingt es, diese trocken anmutende soziologische Argumentation als äußerst lesenswertes, erkenntnisreiches und mitunter auch amüsantes Buch zu verpacken. Der hohe Unterhaltungswert ist insbesondere ihrem empirischen Material zu verdanken. Auf der Suche nach „modernen” Liebesschmerzen durchforstet sie Internetforen, Blogs, Ratgeberliteratur, Zeitungskolumnen, Frauenzeitschriften, sieht sich Serien wie Sex and the City an und führt Interviews.

Kann Liebe weh tun?

Ist euch jemals aufgefallen, wie brutal unsere Sprache sein kann, wenn wir Beziehungen beschreiben? Ihr seid in jemanden verknallt. Bei ihm werdet ihr schwach. Ihr liebt sie zu Tode, Und wenn die Beziehung endet, macht eure bessere Hälfte Schluss und ihr bleibt mit gebrochenem Herzen und jeder Menge Liebeskummer zurück, erschüttert von dem Verlust.

Liebe klingt so unangenehm, weil sie es ist. Sie kann buchstäblich wehtun – vor allem, wenn ihr sie verliert. Wenn die Wissenschaft sich mit Liebe und Schmerz auseinandersetzt, versuchen Forscher in erster Linie zu verstehen, wie Menschen auf Zurückweisung reagieren.2003 zum Beispiel entdeckten Psychologen, dass die gleichen Hirnareale soziale Schmerzen verarbeiten, die auch für physische Schmerzen zuständig sind.

Deswegen kann es auch so “wehtun”, wenn eine Beziehung mit einem geliebten Menschen zerbricht. Mehr lesen: “Fick dich” – Was Leute ihren Ex-Partnern immer mal sagen wollten Das Team der UCLA beobachtete die Gehirnaktivitäten von 13 Studierenden, die am Computer ein Ballwerfspiel gegen zwei virtuelle Spieler spielten.

  1. Nach etwa einem Drittel Spielzeit hörten die Computerspieler auf, der Versuchsperson den Ball zuzuwerfen.
  2. Die Probanden berichteten später, sich ausgeschlossen gefühlt zu haben.
  3. Gleichzeitig zeigten MRT-Scans Aktivitäten im Anteriores Cingulum ­– einer Hirnregion, die auch dafür bekannt ist, bei körperlichen Schmerzen eine Rolle zu spielen.

“Ich glaube nicht, dass irgendjemand Trennungsschmerz mit einem gestoßenen Zeh verwechselt”, sagte Naomi Eisenberger, ein Co-Autorin der Studie, gegenüber The Atlantic, “Aber emotionale Schmerzen haben eigentlich immer eine untergeordnete Rolle gespielt.

Körperliche Schmerzen nehmen wir ein ganzes Stück weit ernster. Die Ergebnisse unserer Arbeit suggerieren, dass wir uns auch Gedanken über die Auswirkungen emotionaler Schmerzen machen sollten.” “Es brauchte irgendeinen Mechanismus, der sich einschaltet und sagt: ‘Ich füge dir jetzt Schmerzen zu. Du musst etwas ändern.'” Aber ist es möglich, jemanden so zu lieben, dass es buchstäblich wehtut? Geoff MacDonald, Dozent für Psychologie an der University of Toronto, ist jedenfalls davon überzeugt.

Gegenüber Broadly definiert er jedoch zuerst, dass Schmerz in der Regel ein Anzeichen dafür sei, dass etwas fehlt. “Wenn du alles bekommst, was du willst, dann empfindest du in dem Moment nur Freude. Der Schmerz kommt, wenn du jemanden zu einem gewissen Grad liebst, aber nicht alles aus dieser Beziehung bekommst, was du dir vorgestellt hast. Evolutionär gesehen ergibt es laut dem Experten durchaus Sinn, dass Beziehungen Reaktionen in den gleichen Arealen verursachen, die für physischen Schmerz zuständig sind. “Wenn ein Tier vor einer neuen Überlebensaufgabe steht, dann bedient es sich dazu am besten an einem psychologischen System, das sich bereits in diesem Tier befindet.” Irgendwann sei es für Menschen wichtig geworden, Verbindungen einzugehen.

  1. Deswegen seien vorhandenen Schmerzsysteme dazu vereinnahmt worden, auszuschlagen, wenn etwas sozial nicht besonders rund läuft.
  2. Stell dir vor, du versuchst, alleine in der afrikanischen Savanne zu überleben”, sagt MacDonald.
  3. Das ist wortwörtlich eine Situation, in der es um Leben und Tod geht.” Deswegen sei die soziale Inklusion auch so wichtig geworden, argumentiert er.
See also:  Wann LUft TatsäChlich Liebe 2022?

“Es brauchte irgendeinen Mechanismus, der sich einschaltet und sagt: ‘Ich füge dir jetzt Schmerzen zu. Du musst etwas ändern.'” “Emotionen sind nicht irgendein geheimnisvolles, körperloses Wesen. Emotionen sind ein körperliches Phänomen.” MaDonald sagt, dass Schmerz sehr wahrscheinlich eine gesunde Reaktion sei – insbesondere am Anfang einer Beziehung, wenn Menschen drohen, von ihren Partnern geradezu besessen zu werden.

Körperliche Empfindungen wie Schmerzen im Brustkorb oder eine allgemein gesteigerte Sensibilität könnten einer Person schließlich helfen, ihre Erwartungen an die Beziehung anzupassen, sie dazu motivieren, mit ihrem Partner über ihre Bedürfnisse zu sprechen oder noch einmal den Stellenwert der Beziehung zu hinterfragen.

Wie besorgt sollten wir also sein, wenn wir körperliches Unwohlsein erfahren, das wir mit Liebe in Verbindung bringen? “In besonders schweren Fällen ist es definitiv etwas, das man nicht ignorieren sollte”, sagt MacDonald – insbesondere, wenn man “merkt, dass der Körper auf eine Bedrohung der Beziehung reagiert, als wäre es eine Bedrohung des eigenen Lebens”.

Mehr lesen: Willkommen in der Liebeskummerpraxis “Emotionen sind nicht irgendein geheimnisvolles, körperloses Wesen. Emotionen sind ein körperliches Phänomen”, erklärt er. “Sie sind nichts anderes als dein Körper, der Informationen über die Vorgänge seiner Umwelt sammelt und dich darauf vorbereitet, angemessen darauf zu reagieren.” Eine der großen Lehren aus dieser Erkenntnis, fährt MacDonald fort, sei, dass liebesinduzierte Schmerzen funktional sind.

“Wir tun uns selbst keinen Gefallen, wenn wir versuchen sie zu ignorieren oder sie zu unterdrücken, anstatt einen Moment innezuhalten und auf sie zu hören. Diese negativen Gefühle sind Teil einer Anpassungsreaktion und eines Heilungsprozesses”, sagt er.

Was macht die wahre Liebe aus?

7 Sprüche über die wahre Liebe – Immer wieder versuchen wir dieses Gefühl in Worte zu fassen, um es überhaupt beschreiben zu können, womit wir es bei diesem Phänomen zu tun haben. Es gibt zahlreiche Sprüche zur wahren Liebe, die nicht nur mit blumigen Umschreibungen auskommen.

  1. Wahre Liebe braucht Zeit.
  2. Wahre Liebe ist bedingungslos.
  3. Wahre Liebe erfährst du erst in schlechten Zeiten.
  4. Wahre Liebe fordert nicht, wahre Liebe gibt.
  5. Wahre Liebe ist nicht das Gefühl eines Augenblicks, sondern die bewusste Entscheidung für das ganze Leben.
  6. Wahre Liebe ist die uneigennützige Aufgabe, Raum zu schaffen, damit der andere sein kann, wer er ist.
  7. Nicht durch Worte, aber durch Handlungen, zeigt sich wahre Treue und wahre Liebe.

Warum sollte man lieben?

Vertrauen in der Beziehung ist entscheidend – Gesehen und wahrgenommen zu werden, ist das, was wir uns von der Liebe generell und in Beziehungen erhoffen. Am Anfang steht ein Vertrauensvorschuss: erst einmal mehr zu geben als zu nehmen. Die Gefahr lauert da aber schon ums Eck: Ein dauerhaftes Ungleichgewicht tut nicht gut.

  • Eine glückende Partnerschaft braucht Wertschätzung und Großzügigkeit – und eine Balance von Nähe und Distanz, Bindung und Autonomie.
  • Doris und Frank aus Landau sind seit über 25 Jahren verheiratet.
  • Vertrauen ist das A und O”, sagen sie.
  • Und Austausch.
  • Die Meinung des anderen gelten zu lassen, auch wenn man selbst andere Ansichten hat.

Toleranz und Respekt voreinander, auch wenn es manchmal schwerfällt.” Liebe, erklärt die Paartherapeutin Jarolin, gibt uns ein „Geborgenheitsgefühl, das Selbstbewusstsein und Sicherheit vermittelt. Außerdem lassen uns Beziehungen, egal ob zur Partnerin, zum Kind oder Freunden, persönlich reifen.” Um nicht emotional zu verkümmern, brauchen wir das schönste Gefühl der Welt.

Warum können Gefühle so weh tun?

Sozialer Schmerz: Warum Liebeskummer so weh tut Warum Zurückweisung tatsächlich körperlich schmerzhaft ist, analysierte der Autor im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Fotos: Anetlanda iStockphoto; Igor Serazetdinov/stock.adobe.com Schmerz?! Das kennt jeder. Jeder weiß, wie sehr es wehtun kann, wenn etwas „schmerzt”. Und jeder weiß augenscheinlich, was zu tun ist, wenn es akut schmerzt, also physikalisch. Das lehrt uns schon Muttern mit ihren Hausmittelchen.

Und zu allererst ist da natürlich noch der Aspekt, Abhilfe zu schaffen, indem man versucht, die Quelle des Schmerzes auszuschalten. Aber wie verhält es sich mit „sozialem Schmerz”? Was genau ist „sozialer Schmerz” und wie fühlt man sich dabei? Nun, man kann solch einen Schmerz unterschiedlich beschreiben.

Zum einen ist sozialer Schmerz der typische „Liebeskummer”. Es sind aber auch andere Situationen, in denen man gesellschaftliche Zurückweisung erfährt. Sozialer Schmerz entsteht zudem auch, wenn jemand, der einem nahesteht, verstirbt. Kurz: Sozialer Schmerz ist, wenn einem das Herz „bricht”, metaphorisch gesprochen – und das kann bekanntlich schon sehr wehtun.

Doch was genau passiert da eigentlich in uns, wenn wir einen solchen Schmerz erfahren? Schmerz bewirkt als Emotion eine Stresssituation in uns, der Blutdruck und der Puls steigen, Adrenalin wird ausgeschüttet und wir bereiten uns auf „flight or fight” vor. Ähnlich verhält es sich bei sozialem Schmerz.

Hier befinden wir uns in einer ähnlichen „Kampfsituation”, in der es zu reagieren gilt. Nun beginnt ein Prozess, bei welchem wir versuchen, diesen Schmerz einzuordnen. Wir möchten erfahren, wie wir mit ihm beim nächsten Mal besser umgehen können, also quasi reevaluieren. Dieser Zusammenhang wurde in diversen Studien bestätigt. Eine Studie von Naomi Eisenberger et al. () beispielsweise hat gezeigt, dass bei sozialer Zurückweisung die überwiegend gleichen Areale im Gehirn aktiviert werden, wie es bei physikalischem Schmerz der Fall ist (–).

  1. Dazu hat sie Probanden, die sich freiwillig dazu bereit erklärt hatten, in einem MRT-Scan einem sozialen Zurückweisungsparadigma unterzogen, indem sie ihnen in einem interaktiven Ballspiel nicht mehr den Ball zuspielen ließ.
  2. Der so erzeugte soziale Ausschluss führte zu einer Aktivierung eines Hirnareals, dem dorsalen anterioren cingulären Kortex, der vor allem für Emotionen, Schmerz und Lernen zuständig ist.

Hier findet nun die Interpretation der Situation statt und man fühlt sich ausgeschlossen. Da eben in jenem Areal auch der physikalische Schmerz interpretiert wird, gibt es nun eine Überlappung beider Schmerzformen. Der soziale Schmerz „tut weh”. Das heißt ebenfalls, dass bei Menschen, die sich über längere Zeit ausgeschlossen fühlen, die Schmerzschwelle für den physikalischen Schmerz niedriger ist als bei jenen, bei denen das nicht so ist. Was macht man bei gefühlten, vor allem physikalischen Schmerzen, wenn Muttis Hausmittelchen nicht mehr helfen? Man nimmt ein Schmerzmittel, um den Schmerz zumindest zu lindern. Das hat sich bei einer anderen Studie von Nathan Dewall et al. bei sozialem Schmerz ebenfalls gezeigt: Hier hat man Probanden über einen gewissen Zeitraum Acetaminophen – auch bekannt als Paracetamol – gegeben und dann ebenfalls einem MRT-Scan unterzogen, bei dem sie ebenfalls einem sozialen Ausschlussspiel ausgesetzt waren.

Die Ergebnisse waren erstaunlich: Es zeigte sich, dass die Areale im Gehirn bei den Kontrollprobanden wesentlich stärker aktiv waren als bei jenen, die Acetaminophen genommen hatten (). Darin wird ebenfalls ein Zusammenhang des physikalischen und sozialen Schmerzsystems deutlich, die man jedoch beide auch unterdrücken kann und somit sozialer Schmerz gefühlt anders wahrgenommen wird.

Hier überlässt man es der Forschung, wie man sich das zunutze machen kann (). Zusammenfassend kann man aber sagen, dass Schmerz, egal in welcher Weise, in zu langer Dauer oder Intensität, nicht gut ist. Zwar hilft er, uns in einer nicht immer geneigten sozialen Umwelt lernend zurechtzufinden oder körperliche Verletzung als Warnsignal einzuordnen und danach bestenfalls zukunftsweisend vorteilhaft zu handeln.

Vielleicht gilt hier aber andererseits der altbekannte Spruch „alea dosis facit venenum” – nur die Dosis macht das Gift. Dies gilt sowohl beim körperlichen, psychischen als auch beim sozialen Schmerzerleben. ■ 1. Eisenberger NI, Lieberman MD, Williams KD: Does rejection hurt? An FMRI study of social exclusion.

Science (New York, NY).2003; 302 (5643): 290–2.2. Eisenberger NI: The neural bases of social pain: evidence for shared representations with physical pain. Psychosomatic medicine.2012; 74 (2): 126–35.3. Eisenberger NI: The pain of social disconnection: examining the shared neural underpinnings of physical and social pain.

See also:  Wann Wird Aus Verliebtheit Liebe?

Nature reviews Neuroscience.2012; 13 (6): 421–34.4. Eisenberger NI, Lieberman MD: Why rejection hurts: a common neural alarm system for physical and social pain. Trends in cognitive sciences.2004; 8 (7): 294–300.5. Dewall CN, Macdonald G, Webster GD, Masten CL, Baumeister RF, Powell C, et al.: Acetaminophen reduces social pain: behavioral and neural evidence.

Psychological science.2010; 21 (7): 931–7.6. Eisenberger NI.: Social pain and the brain: controversies, questions, and where to go from here. Annual review of psychology.2015; 66: 601–29. : Sozialer Schmerz: Warum Liebeskummer so weh tut

Warum tut Sehnsucht so weh?

Sehnsucht und ihre körperlichen Symptome: Das geht im Körper vor – Liebeskummer, gebrochene Herzen und Sehnsucht nach geliebten Menschen wirken sich nicht nur auf den psychischen Zustand aus, sondern bedeuten für Ihren Körper auch eine extreme Stresssituation. Je intensiver diese Stressphasen sind, desto stärker spüren Sie auch die körperlichen Symptome.

Empfinden Sie Liebesgefühle für einen anderen Menschen, schüttet Ihr Gehirn Dopamin (das „Glückshormon”) aus und Sie sind verliebt und gut gelaunt. Bei einer Trennung bleibt diese Ausschüttung aus, der Dopaminspiegel sinkt und damit treten auch negative Gefühlslagen bis hin zu Depressionen oder depressiven Verstimmungen auf. Neben dem emotionalen Chaos muss der Körper außerdem extremen Stress aushalten: Gemeinsame Pläne sind plötzlich nichtig und die Zukunft erscheint unsicher. Um gegen diesen inneren Stress anzukämpfen, benötigt unser Körper viel Energie und schüttet daher (zu) hohe Mengen an Adrenalin aus. Nach kurzer Zeit wird das Adrenalin durch das Stresshormon Cortisol ersetzt. Damit arbeitet Ihr Körper auf Hochtouren und setzt unverhältnismäßig viele Kräfte frei. Bei Liebeskummer sind wir jedoch in der Regel nicht in der Lage, diese Energie auszuschöpfen und im gleichen Maße abzubauen, in dem sie freigesetzt wird. Dieses hormonelle Ungleichgewicht nehmen Sie als Schwäche, Antriebslosigkeit und Abgeschlagenheit wahr.

Warum vermissen weh tut?

Zwischen vermissen und nicht vermisst werden Was ist das schmerzhaftere Gefühl? Vermissen? Oder nicht vermisst zu werden? Dieser Frage geht Jana Seelig in ihrer heutigen Gastkolumne nach Jemanden zu vermissen ist nicht immer ein schönes Gefühl. Wenn man die Person, die man vermisst, eigentlich nicht vermissen sollte, weil man sich getrennt hat und längst nicht mehr an ihr hängen sollte, verursacht es schnell ein ungutes Gefühl im Bauch statt des Herzklopfens, das man verspürt hat, als man noch zusammen war und sich vermisst hat.

  • Einseitig vermissen kann sehr schmerzhaft sein.
  • Weil man weiß, dass das, nach dem man sich so sehnt, nicht mehr da ist und auch nie zurückkommen wird.
  • Oftmals gelangt man über das eigene Vermissen zu der Frage, ob die andere Person eigentlich auch Sehnsucht hat.
  • Ob sie auch immer noch an einen denkt und das vermisst, was einmal war.

Ob sie es sich auch so sehnlich zurückwünscht wie man selbst in den Momenten des Vermissens. Das darüber kann dem eigenen Herz Stiche verpassen, die Schmerzen verursachen, die für den Körper kaum zu ertragen sind. Ich glaube, dass nicht vermisst werden sehr viel schlimmer ist, als selbst zu vermissen.

  1. Andererseits – wer sagt uns denn, dass die Person, nach der wir Sehnsucht haben, nicht auch an uns denkt und dabei ein Ziehen im Herzen verspürt? Denn nur, weil sie uns nicht sagt, dass sie noch immer an uns denkt, heißt das ja nicht, dass sie uns komplett aus ihrem Kopf gestrichen hat.
  2. Ich zumindest vermisse recht häufig, ohne es der Person gegenüber, nach der ich Sehnsucht habe, auszusprechen.

Die Angst vor Zurückweisung siegt in solchen Momenten einfach viel zu oft über das Bedürfnis, die wahren Gefühle einfach mitzuteilen. Der Schmerz wäre nur doppelt so groß, wenn ich über meinen Schatten springen und mein Vermissen vor dem Anderen offenbaren würde.

Warum ist die Liebe weg?

Warum hören wir auf zu lieben? Was sind die Gründe für ein Liebesende? Das erforscht die Soziologin Eva Illouz. Ihre Erkenntnis: Wir bewerten den Nutzwert des anderen für uns mehr denn je. BRIGITTE: Sie haben kürzlich eine spannende These aufgestellt: Wir erzählen dauernd Geschichten über das Entstehen von Liebe, aber so wenig über deren Schwinden.

Warum ist das so? Eva Illouz: Es ist tatsächlich erstaunlich: Unsere Kultur beschreibt in Romanen, in Gedichten und in Filmen unentwegt den Moment, an dem auf wundersame Weise die Liebe aufbricht, diesen mythischen Moment, in dem wir wissen: Jemand ist für mich geschaffen. Seltsamerweise aber schweigt unsere Kultur sich aus über den sehr viel mysteriöseren Moment: wenn die Liebe schwindet.

Und es ist besonders seltsam angesichts all der Scheidungen, schlechten Ehen und zerbrochenen Beziehungen heutzutage. Noch erstaunlicher als die Tatsache, dass wir uns verlieben, ist doch die Tatsache, dass wir aufhören zu lieben. Der Mensch, der uns nachts nicht schlafen ließ vor Begierde, wegen dem wir die Stunden zählten, den wir vor den Demütigungen der Welt schützen wollten, ist der gleiche, den wir dann gleichgültig und feindselig beäugen.

  1. Plötzlich nervt uns seine Stimme, sein Gerede, die Art, wie er den Joghurtbecher auskratzt,
  2. Zum Beispiel.
  3. Zu Beginn bin ich total ich selbst und habe zudem das Gefühl, durch die – liebenden – Augen des anderen zu einer großartigeren Ausgabe meiner selbst zu werden.
  4. So sehr fühlt man sich in der Liebe gespiegelt und bewundert.

Die Kehrseite der Medaille ist nur, dass die Liebe einen weniger souverän werden lässt. Weil man sich vom anderen so überwältigt fühlt. Man wird unsicher. Und oft zu Recht. Ich meine, wir sollten uns viel mehr damit auseinandersetzen, was es bedeutet, sich zu entlieben.

  • Dafür gibt es natürlich viele Gründe.
  • Und vielleicht reden wir nicht so viel und offen darüber, weil die Liebe nicht so plötzlich schwindet, wie sie kommt.
  • Sondern? Sie schleicht sich davon? Sich zu entlieben kann ein sehr herausfordernder Prozess sein.
  • Denn es kommt dann andauernd zu Situationen, in denen ich merke: Der andere genügt meinen Ansprüchen nicht mehr.

Das ist nicht schön. Und gleichzeitig klagt er auch immer öfter, stillschweigend oder lauthals: “Warum bist du so abwesend? Warum nimmst du nicht teil an dem, was mich ausmacht und interessiert?” Vorbei ist es dann, wenn der eine nicht mehr versucht, diese Frage zu beantworten.

Die Liebe geht, weil es dem anderen nicht mehr gelingt, mir mein Selbstbild zu bestätigen? Aber ist es nicht unreif, wenn eine Beziehung keine Kritik verträgt? Und desillusionieren total.

See also:  Was Passiert Wenn Man Keine Liebe Bekommt?

Ja, weil ich so im Angesicht des Gegenübers zu jemandem werde, der ich nicht sein möchte oder den ich nicht genug mag. Denn der Partner soll uns in Bezug auf uns selbst und die Welt bestätigen. In den Anfängen der Liebe ist das ja so: Da fühlt man sich vom anderen erkannt – so wie man sich selbst sehen möchte.

  1. So soll es immer bleiben.Es ist sehr modern.
  2. Wir wollen in unseren Beziehungen intim sein, uns vollkommen hingeben.
  3. Gleichzeitig aber laufen wir Gefahr, demjenigen, dem wir uns zu erkennen gegeben haben, nicht zu genügen.
  4. Da entsteht eine Spannung, und die versuchen wir aufzulösen, indem wir reden und verhandeln.

Und diese Auseinandersetzungen sind wirklich sehr anstrengend. Oftmals, ja. Dazu kommt, dass die Liebe schwindet, wenn ich merke, dass mein Charakter bewertet wird. Schattenseiten oder “Fehler” werden meistens nicht einfach nur wahrgenommen und liebevoll beschmunzelt.

  • Nein, in unserer kapitalistischen Konsumgesellschaft werden wir andauernd bewertet, und wir machen mit.
  • Bin ich schön genug? Bin ich fit genug? Bin ich gut genug? Wir befinden uns permanent in Konkurrenz.
  • Eine Zeit lang wiegen wir uns in der Liebesbeziehung in Sicherheit: Wir werden geliebt, wie wir sind oder uns vorstellen zu sein.

Doch es gibt eine Gefahr, die kommt von außen, und die ist ganz real. Denn wir konkurrieren nicht um Ideale, sondern mit ganz realen Personen. Die uns ersetzen könnten. Weil wir in einer Gesellschaft leben, die es erlaubt, uns zu trennen und einen anderen Partner zu nehmen.

Und der Markt potenzieller Partner und Lebensformen ist groß. Der Partner und auch meine Gefühle zu ihm werden im Endeffekt nach Angebot und Nachfrage geregelt? Beim Schwinden der Liebe schon. Da brechen die Werte und Regeln der Außenwelt in die Beziehung ein, und der Mensch wird auf seinen Nutzen reduziert.

Denn wenn meine Bedürfnisse nicht mehr befriedigt werden, brauche ich den anderen nicht mehr und habe die Freiheit und die Möglichkeit, zum Nächsten zu ziehen. Und da “mein Glück” zu versuchen mit jemandem, der meinen Bedürfnissen besser entspricht. Liebe schwindet also dann, wenn offenbar wird, wie schwierig es ist, ein Gefühl von Einzigartigkeit zu schaffen.

Das Gefühl von Einzigartigkeit, das man braucht, um jemanden weiterhin zu lieben. Aber reife Liebe kommt doch ohne diese Ansprüche aus, da kennt man sich selbst besser und ist gelassener. Ich glaube nicht, dass man sich selbst kennen muss, um jemanden zu lieben. Natürlich hilft das, aber es ist keine Voraussetzung.

Es geht vielmehr um die Hierarchie meiner Bedürfnisse, denen der andere genügen soll: Ist er intellektuell genug? Legt er genau so viel oder wenig Wert auf Sex? Macht das Leben mit ihm genug Spaß? Ich glaube, Liebe hängt viel mehr vom Charakter und von der Moral eines Menschen ab als von der Selbstkenntnis.

Was ist der schlimmste emotionale Schmerz?

Die Trauer nach dem Tod eines innig geliebten Menschen – ich glaube, das ist der größte Schmerz, den es gibt. ‘Häufig wird seelischer Schmerz durch eine individuell stark empfundene Belastung oder Verlusterlebnisse ausgelöst, wie zum Beispiel durch so genannte ‘kritische Lebensereignisse”, sagt die Psychologin Dr.

Wann hört der Herzschmerz auf?

Wie lange dauern Liebeskummer-Phasen? – Es gibt keine allgemein gültige Norm, in welchem zeit­lichen Rahmen sich die fünf Liebeskummer-Phasen zu vollziehen haben. Das hängt nicht nur vom Gefühlshaushalt des Betroffenen und von seinem Geschlecht, sondern auch von der Länge der Beziehung ab. Eine Faustregel aus der Liebeskummer-Praxis lautet: Wurde die Part­nerschaft nach sechs oder mehr Jahren beendet, leiden Frauen durchschnittlich bis zu drei Jahre lang an Liebeskummer, Män­ner dagegen nur rund 18 Monate. Mach jetzt den ersten Schritt für ein glückliches Leben zu zweit! Jetzt kostenlos anmelden >

Warum tut einem das Herz weh wenn man traurig ist?

Der Wert eines gebrochenen Herzens 6. Juli 2011, 17:08 Uhr Lesezeit: 5 min “Ein kritischer Faktor könnte die Abhängigkeit der Säugetier-Neugeborenen von anderen sein”, sagt sie. “Trennung wie einen Schmerz zu empfinden ist sowohl für das Baby als auch für den Betreuer eine starke Motivation, die Nähe wieder herzustellen und sichert so das Überleben der Nachkommen.” Doch vielleicht hat es die Evolution beim Menschen mit dem Liebeskummer-Mechanismus ein wenig übertrieben, spekuliert die Kollegin Brown.

  1. Denn ein gebrochenes Herz kann tödlich sein.
  2. Beim Syndrom des gebrochenen Herzens reagiert der Körper auf ein emotional belastendes Ereignis wie zum Beispiel die Trennung von einem geliebten Menschen.
  3. Plötzlich wird das Herz mit den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin überschwemmt.
  4. Brustschmerzen und Atemnot sind die Folge.

Die Patienten – meistens Frauen mittleren Alters – haben jedoch keinerlei verstopfte Arterien oder andere Hinweise, die einen Infarkt erklären könnten. In einer Studie des Johns Hopkins Medicine Institute zeigte sich, dass die Hormone und ihre Nebenprodukte so plötzlich in großen Mengen auftreten, dass sie den Herzmuskel lahmlegen.

Etwa drei Prozent der Patienten sterben daran. Wenn der Patient jedoch das Akutstadium überlebt, trägt das gestresste Herz keine bleibenden Schäden davon. Es kann sich sogar innerhalb von wenigen Tagen wieder vollständig erholen. Ob es jemals eine Pille gegen geben wird? Mäuseforscher Bosch winkt ab: “Das wäre ja schlimm, die Trauer ist wichtig als Vorbereitung auf einen neuen Lebensabschnitt.” Auch Hirnforscherin Brown hält davon nichts, dafür seien die Vorgänge zu komplex.

Sie vergleicht ein gebrochenes Herz eher pragmatisch mit einem gebrochenen Bein: “Das tut anfangs sehr weh, und dann muss man eine ganze Weile zu Hause herumsitzen und warten, bis es wieder verheilt ist. In dieser Zeit kann man darüber nachdenken, warum das passiert ist, und daraus lernen.” Sie empfiehlt in schweren Fällen den kalten Entzug, also keine Treffen, keine Bilder ansehen, nicht in Erinnerungen schwelgen.

  1. Stattdessen sollten Liebeskranke vor allem für Ablenkung sorgen und soziale Kontakte pflegen, um Seele und Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
  2. In Browns Studie zeigte sich, dass auch Entlieben ein Lernprozess des Gehirns ist.
  3. Je länger die Trennung bei den College-Studenten zurücklag, desto weniger sprachen die für Paarbindung zuständigen Gehirnregionen auf den Anblick des Ex-Partners an.

Offenbar haben die Poeten auch in dieser Hinsicht recht. Die Zeit heilt alle Wunden, auch die der, : Der Wert eines gebrochenen Herzens

Was tun wenn eine Liebe zerbricht?

1. Gemeinsame Zeit – Zeit miteinander zu verbringen ist das wohl Wichtigste, wenn Sie eine Trennung vermeiden und damit Ihre Beziehung retten möchten. Früher haben sie beide sich doch sicherlich auch immer mal etwas Schönes für ihre gemeinsame Freizeitbeschäftigung einfallen lassen, fangen sie damit wieder an.

  • Sie beide sollen schließlich ihre eingeschlafene Beziehung retten, gemeinsam daran arbeiten und gemeinsam eine schöne Zeit erleben – fernab des Alltags.
  • Deshalb geht es in diesem Punkt auch nicht darum, zusammen den wöchentlichen Einkauf zu erledigen oder Regeln für die Kinder aufzustellen, sofern man welche hat.

Sie sollen als Liebespaar agieren und den Blick auf ihre Partnerschaft und damit verbunden auf ihre gemeinsamen Interessen nicht verlieren – natürlich nicht 24/7, denn die Freunde und Familie sollen ja auch etwas von ihnen beiden in ihrem Leben haben.

Adblock
detector