Was Ist Liebe Biologisch?

Was Ist Liebe Biologisch
Ein Gefühl mit biochemischer Grundlage – Liebe wird oft als das stärkste Gefühl beschrieben und ist dabei äußerst ambivalent. Manche Menschen treibt sie in Zustände des vollkommenen Glücks, andere katapultiert sie in die Depression, Sie verfügt über die Kraft, alle moralischen Hemmschwellen über Bord zu werfen.

Ein großer Teil der Morde sind Beziehungstaten, bei denen Besitzansprüche, Eifersucht und Enttäuschung auf die Liebe zurückzuführen sind. Aber auch das Gegenteil ist möglich: Die Liebe ist ein Gefühl mit biochemischer Grundlage und neurobiologischen Mustern, die es uns Menschen ermöglicht und vereinfacht, Bindungen einzugehen.

Sie stärkt das Miteinander, erhöht evolutiv betrachtet den Paarungserfolg und die Chancen auf gesunden Nachwuchs. Das sichert einer Spezies das Überleben, Die Liebe ist eine der einflussreichsten und trickreichsten Funktionen, die sich über Jahrmillionen in Gehirn und Körper eingebaut haben.

Artikel Abschnitt: Warum lieben wir? Es gibt unterschiedliche Ansätze, um den Zweck von Liebe evolutionär zu erklären. Liebe bringt Menschen zusammen und dabei vor allem Männchen und Weibchen. Sie unterstützt den Trieb, sich fortzupflanzen, und dient insofern dazu, dass die Spezies überlebt. Die sexuelle Reproduktion führt auch dazu, dass sich das Erbgut der Eltern möglichst geschickt kombiniert.

Darüber hinaus kann die Liebe einer langfristigen Beziehung dem Nachwuchs dabei helfen, geschützt und sicher aufzuwachsen. Irgendwann lässt die Verliebtheit zwar nach, aber die Liebesbeziehung ermöglicht uns eine Partnerschaft mit Vertrauen, Nähe und Geborgenheit – essenzielle Bedürfnisse des Menschen.

  • Die Liebe kann das Wohlbefinden des Menschen positiv beeinflussen.
  • Artikel Abschnitt: Können alle Menschen lieben? Das ist vor allem eine Definitionssache.
  • Es gibt unterschiedliche Formen der Liebe und unterschiedliche Beziehungsmuster, in denen diese Liebe gelebt wird: Selbstverliebtheit, romantische Liebe, leidenschaftliche Liebe und Sex sowie Liebe zwischen Eltern und Kindern oder auch Freunden.

Lässt man alle diese Formen gelten, wird vermutlich jeder Mensch zu mindestens einer Form der Liebe fähig sein. Doch nicht alle sind auch zu jeder Form der Liebe fähig – und sei es nur für einen gewissen Zeitraum. Psychische Störungen wie eine Depression, aber auch Traumata können Menschen verändern und derart prägen, dass sie zunehmend beziehungsunfähig werden.

Sie isolieren sich und damit fehlen wichtige Faktoren für den Aufbau einer Liebesbeziehung. Menschen ohne Urvertrauen fällt es schwer, sich auf andere Personen einzulassen – für langfristige Beziehungen ist das ein Muss. Artikel Abschnitt: Was passiert im Körper, wenn wir lieben? Zunächst einmal: Die Poesie liegt völlig daneben.

Verliebtsein und Liebe haben ihren Ursprung nicht im Herzen. Der Herzschlag kann aber durchaus ein Symptom dafür sein, dass jemand wirklich verliebt ist. Frisch Verliebte haben einen erhöhten Herzschlag, feuchtere Haut und Hände, die Wangen sind stärker durchblutet und röten sich.

Verliebtsein ist ein extrem starker, einnehmender Gefühlszustand – und fast alles spielt sich im Gehirn ab. Zeigt man Paaren das Bild ihres Partners beziehungsweise ihrer Partnerin, dann sehen Forschende anhand von MRT-Aufnahmen, dass das limbische Belohnungssystem im Gehirn deutlich stärker anspringt, als dies etwa bei Freund:innen oder Verwandten der Fall ist.

Gleichzeitig aber reduziert sich die Aktivität in anderen Gehirnarealen, etwa dem präfrontalen Cortex. Er ist für rationales Denken zuständig. Schaut man sich solche Studien an, scheint viel dran zu sein am geläufigen Spruch: Liebe macht blind.

Wo sitzt im Hirn die Liebe?

Liebe: Viel Dopamin, wenig Serotonin Neuron Neuron/-/neuron Das Neuron ist eine Zelle des Körpers, die auf Signalübertragung spezialisiert ist. Sie wird charakterisiert durch den Empfang und die Weiterleitung elektrischer oder chemischer Signale. Der wissenschaftliche Blick auf die romantische Liebe ist ein nüchterner und nicht selten auch ernüchternd: Das Gefühl, das bei frisch Verliebten Schmetterlinge im Bauch flattern lässt, ist in seinen lediglich das Ergebnis eines geschickt gemixten Hormoncocktails.

Die intime Liebe zwischen zwei Menschen – bloß eine evolutionär nützliche Illusion, um die Fortpflanzung zu sichern. Doch wie viel weiß die Wissenschaft tatsächlich von der mächtigsten Kraft in unserem Leben? Glaubt man der evolutionären Psychologie, hat die Natur mit der Erfindung der romantischen Liebe tief in die Trickkiste gegriffen, um das Überleben der Spezies Mensch zu sichern.

Als deren Gehirn im Laufe der Entwicklungsgeschichte immer größer wurde, war der Nachwuchs immer länger auf die Pflege seiner Eltern angewiesen. Daher seien Liebe und die Paarbeziehung praktische Einrichtungen der Evolution, damit beide Eltern die Sprösslinge für eine lange Zeit unter ihre Fittiche nehmen.

So argumentieren etwa die Psychologen von der University of Western Ontario und Bruce Ellis von der University of Canterbury im „Handbook of Evolutionary Psychology”. Allerdings finden solche Erklärungsmuster immer wieder Kritiker. „Ich bin ein wenig skeptisch gegenüber evolutionspsychologischen Ansätzen”, sagt etwa die Biopsychologin Beate Ditzen von der Universität Zürich.

Denn man könne nur die biologische und psychologische Situation untersuchen, wie sie heute ist. „Wir sehen also nur das Endprodukt. Dann aber herzuleiten, wie es zu diesen biologischen und psychologischen Mechanismen gekommen ist, halte ich für wissenschaftstheoretisch heikel, weil wir keine Alternativhypothese prüfen können.” Auge Augapfel/Bulbus oculi/eye bulb Das Auge ist das Sinnesorgan zur Wahrnehmung von Lichtreizen – von elektromagnetischer Strahlung eines bestimmten Frequenzbereiches.

Das für den Menschen sichtbare Licht liegt im Bereich zwischen 380 und 780 Nanometer. Das wissenschaftliche Sezieren der Liebe steht in vielem noch am Anfang. Doch eine Sichtweise hat sich schon jetzt radikal geändert: Liebe ist nur noch in der Kunst und in unserem subjektivem Erleben eine Angelegenheit des Herzens.

Denn mittlerweile haben Forscher das Gehirn als eigentlichen Ort des romantischen Geschehens ausgemacht. Pionierarbeit auf diesem Gebiet leisteten 2000 die Neurowissenschaftler vom University College London und, heute am Max-​Planck-​Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen.

Sie nahmen per funktioneller das Gehirn von 17 Probanden unter die Lupe. Einmal zeigten sie den schwer Verliebten Bilder ihrer Partner und ein andermal Fotos von Freunden. Wie sich zeigte, sprang beim Anblick des innig geliebten Menschen vor allem das limbische an. () Gleichzeitig fuhren aber auch manche Areale ihre Tätigkeit nach unten, etwa der Er ist für rationale Entscheidungen wichtig.

Außerdem drosselte ein Netzwerk um die temporo-​parietale Kreuzung seine Aktivität. Es ist normalerweise dafür zuständig, andere Menschen sozial einzuschätzen. Einige Hirnforscher sehen darin eine Bestätigung für die alltägliche Erfahrung, dass Liebende oft kopflos handeln.

  1. Und auch Bartels und Zeki vermuteten in ihren Ergebnissen eine mögliche neurobiologische Erklärung, warum Liebe blind macht.
  2. Das klingt zunächst einmal einleuchtend.
  3. Das Problem dabei ist nur: Von den Aktivierungsmustern im Gehirn darauf zu schließen, was psychologisch im Kopf eines Menschen abläuft, ist wissenschaftlich heikel.
See also:  Warum Hab Ich Kein GlCk In Der Liebe?

Das betonte 2003 ein Team um den Psychologen von der University of Chicago in einer Übersichtsarbeit zum Vorgehen in den sozialen Neurowissenschaften. Trotz solcher Bedenken geht die Deutung von Hirnaktivitäten bis heute munter weiter. Magnetresonanztomographie Magnetresonanztomographie/-/magnetic resonance imaging Ein bildgebendes Verfahren, das Mediziner zur Diagnose von Fehlbildungen in unterschiedlichen Geweben oder Organen des Körpers einsetzen.

Die Methode wird umgangssprachlich auch Kernspin genannt. Sie beruht darauf, dass die Kerne mancher Atome einen Eigendrehimpuls besitzen, der im Magnetfeld seine Richtung ändern kann. Diese Eigenschaft trifft unter anderem auf Wasserstoff zu. Deshalb können Gewebe, die viel Wasser enthalten, besonders gut dargestellt werden.

Abkürzung: MRT. Mesolimbisches System Mesolimbisches System/-/mesolimbic pathway Ein System aus Neuronen, die Dopamin als Botenstoff verwenden und das entscheidend an der Entstehung positiver Gefühle beteiligt ist. Die Zellkörper liegen im unteren Tegmentums und ziehen unter anderem in die Amygdala, den Hippocampus und – besonders wichtig – den Nucleus accumbens, wo sie ihre Endköpfchen haben.

  • Präfrontaler Cortex Präfrontaler Cortex/-/prefrontal cortex Der vordere Teil des Frontallappens, kurz PFC ist ein wichtiges Integrationszentrum des Cortex (Großhirnrinde): Hier laufen sensorische Informationen zusammen, werden entsprechende Reaktionen entworfen und Emotionen reguliert.
  • Der PFC gilt als Sitz der exekutiven Funktionen (die das eigene Verhalten unter Berücksichtigung der Bedingungen der Umwelt steuern) und des Arbeitsgedächtnisses.

Auch spielt er bei der Bewertung des Schmerzreizes eine entscheidende Rolle.2012 trug die Neurowissenschaftlerin Stephanie Cacioppo von der Universität Genf gemeinsam mit Kollegen die Funde der Hirnforschung zur romantischen Liebe zusammen. Das Ergebnis: Leidenschaftliche Liebe entfacht Hirnareale, die mit Euphorie, Belohnung und in Verbindung gebracht werden.

Da sich diese Regionen auch unter dem Einfluss von Opiaten oder Kokain regen, ist für viele Forscher klar, dass sich Liebe und Sucht wohl gar nicht so unähnlich sind. Der Psychologe Jim Pfaus von der Concordia University formuliert es so: „Liebe ist eigentlich eine Gewohnheit, die sich aus sexuellem Begehren ergibt, da Begehren belohnt wird.

Es funktioniert in der gleichen Weise im Gehirn, wie wenn Menschen von Drogen abhängig werden.” Der Blick auf die Hormone scheint ihm Recht zu geben. Gerade in der prickelnden Phase des Verliebtseins überschwemmt der Botenstoff das Gehirn. Ausgeschüttet vom Hypothalamus, der wichtigsten Hormonquelle des Gehirns, wirkt Dopamin vor allem im bereits erwähnten limbischen System.

  • Im Volksmund gilt der Botenstoff bereits als Glückshormon.
  • Und er spielt tatsächlich nicht nur bei Belohnungen im Gehirn und bei Euphorie eine Rolle, sondern auch bei Sucht.
  • Motivation Motivation/-/motivation Ein Motiv ist ein Beweggrund.
  • Wird dieser wirksam, spürt das Lebewesen Motivation – es strebt danach, sein Bedürfnis zu befriedigen.

Zum Beispiel nach Nahrung, Schutz oder Fortpflanzung. Dopamin Dopamin/-/dopamine Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff des zentralen Nervensystems, der in die Gruppe der Catecholamine gehört. Es spielt eine Rolle bei Motorik, Motivation, Emotion und kognitiven Prozessen.

Störungen in der Funktion dieses Transmitters spielen eine Rolle bei vielen Erkrankungen des Gehirns, wie Schizophrenie, Depression, Parkinsonsche Krankheit, oder Substanzabhängigkeit. Während der Dopaminspiegel im Rausch der Gefühle zunimmt, nimmt ein anderer Botenstoff ab:, Der Serotoninpegel von Verliebten ähnelt denen von Menschen mit einer Zwangsstörung, ergaben erste Untersuchungen.

Nicht nur der Hirnforscher Semir Zeki behauptet daher: „Liebe ist am Ende eine Form von Obsession.” In frühen Stadien lähme sie im Allgemeinen das Denken und lenke es in die Richtung eines einzigen Menschen. Liebe ist also eine Form der Besessenheit. Auch das hört sich zunächst plausibel an.

Wer kennt es schließlich nicht, wie die Gedanken nur noch um einen Menschen kreisen. Doch diese Interpretation ist nicht nur einmal mehr reichlich spekulativ, sondern hat auch noch einen anderen Haken. Zwar spielt das Serotoninsystem nach allem, was man weiß, tatsächlich bei der Liebe eine Rolle. Aber nach einer Übersichtsstudie von 2009 ist nicht gesichert, dass der Serotoninspiegel von romantisch Verliebten immer sinkt.

Serotonin Serotonin/-/serotonin Ein Neurotransmitter, der bei der Informationsübertragung zwischen Neuronen an deren Synapsen als Botenstoff dient. Er wird primär in den Raphé-​Kernen des Mesencephalons produziert und spielt eine maßgebliche Rolle bei Schlaf und Wachsamkeit, sowie der emotionalen Befindlichkeit.

  1. Nach den stürmischen Monaten einer neuen Liebe gelangen Paare allmählich in ruhigere Gefilde.
  2. Hier kommt das zum Zuge.
  3. Produziert im Hypothalamus, wird es verstärkt in Phasen romantischer Bindung ausgeschüttet.
  4. Oxytocin sorgt für Vertrauen gegenüber anderen Menschen, bestimmt, welchen Menschen wir besonders attraktiv finden, und fördert die langfristige Paarbindung und die Treue.

Nicht nur beim Menschen übrigens: Präriewühlmäuse neigen eigentlich zur Monogamie. Blockiert man allerdings die Ausschüttung von Oxytocin, wechseln die kleinen Nager den Partner häufiger. Hormon Hormon/-/hormone Hormone sind chemische Botenstoffe im Körper.

Sie dienen der meist langsamen Übermittlung von Informationen, in der Regel zwischen dem Gehirn und dem Körper, z.B. der Regulation des Blutzuckerspiegels. Viele Hormone werden in Drüsenzellen gebildet und in das Blut abgegeben. Am Zielort, z.B einem Organ, docken sie an Bindestellen an und lösen Prozesse im Inneren der Zelle aus.

Hormone haben eine breitere Wirkung als Neurotransmitter, sie können verschiedene Funktionen in vielen Zellen des Körpers beeinflussen. Oxytocin Oxytozin/-/oxytocin Ein im Nucleus paraventricularis und im Nucleus supraopticus des Hypothalamus gebildetes Hormon, welches aus dem Hypophysenhinterlappen ins Blut ausgeschüttet wird.

Es leitet bei der Geburt die Wehen ein und wird beim Stillen sowie beim Orgasmus ausgeschüttet. Es scheint die Paarbindung zu erhöhen und Vertrauen zu schaffen. Neuere Erkenntnisse weißen darauf hin, dass das oft als Kuschelhormon bezeichnete Oxytocin jedoch weitaus komplexer ist und seine Effekte auch eine Abgrenzung zur andern Gruppen (out-​groups) beinhalten.

Ist also in Sachen Liebe und Bindung alles eine Frage des richtigen Neurococktails im Gehirn? Und könnte man – zumindest theoretisch – mit Hilfe eines modernen Aphrodisiakums aus köpereigenen Opiaten und jemanden dazu bringen, sich in eine beliebige Person zu verlieben? Der Sozialpsychologe Manfred Hassebrauck von der Bergischen Universität Wuppertal glaubt das nicht.

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Sie werden sich dann zwar ganz toll fühlen, verspüren auch mehr Energie und freuen sich. Aber ob Sie verliebt sind, ist eine komplett andere Geschichte.” Dazu gehöre nämlich noch der kognitive Aspekt der Liebe. „Und eine Person, die wir wahrnehmen als eine, die unseren Wünschen entspricht.” Die Biopsychologin Beate Ditzen sieht das ganz anders: „Wir haben zwar im Moment einen solchen Cocktail nicht.” Tatsache sei aber auch, dass ein biologischer Cocktail in uns in einer bestimmten Dynamik das Gefühl der Verliebtheit auslöse.

„Das ist die Konsequenz und nicht die Ursache”, glaubt hingegen Manfred Hassebrauck. Was in der naturwissenschaftlichen Arbeit manchmal allzu schnell unter den Labortisch fällt: Liebe ist ein sehr komplexes Phänomen mit vielen Facetten. Stärker als in neurobiologischen Modellen spiegelt sich das in psychologischen wider.

  1. Ein sehr bekanntes stammt von dem Psychologen Robert Sternberg, die so genannte Dreieckstheorie der Liebe.
  2. Neben und motivationalen Aspekten, die häufig die naturwissenschaftliche Arbeit dominieren, betont Sternberg auch einen kognitiven Aspekt.
  3. Er besteht in der rationalen Entscheidung, jemanden zu lieben und eine Bindung mit ihm einzugehen.Auch viele naturwissenschaftlich orientierte Forscher sind sich im Grunde dieser Vielschichtigkeit von Liebe bewusst, die sich nicht so leicht unter künstlichen Laborbedingungen abbilden lässt.

Liebe sei eine komplexe Empfindung, betonen etwa die Hirnforscher Andreas Bartels und Semir Zeki. Und es sei schwer, wenn nicht gar unmöglich, sie zu entwirren. Oxytocin Oxytozin/-/oxytocin Ein im Nucleus paraventricularis und im Nucleus supraopticus des Hypothalamus gebildetes Hormon, welches aus dem Hypophysenhinterlappen ins Blut ausgeschüttet wird.

  1. Es leitet bei der Geburt die Wehen ein und wird beim Stillen sowie beim Orgasmus ausgeschüttet.
  2. Es scheint die Paarbindung zu erhöhen und Vertrauen zu schaffen.
  3. Neuere Erkenntnisse weißen darauf hin, dass das oft als Kuschelhormon bezeichnete Oxytocin jedoch weitaus komplexer ist und seine Effekte auch eine Abgrenzung zur andern Gruppen (out-​groups) beinhalten.

Emotionen Emotionen/-/emotions Unter „Emotionen” verstehen Neurowissenschaftler psychische Prozesse, die durch äußere Reize ausgelöst werden und eine Handlungsbereitschaft zur Folge haben. Emotionen entstehen im limbischen System, einem stammesgeschichtlich alten Teil des Gehirns.

Cacioppo, F et al: Social Neuroscience of Love. In: Clinical Neuropsychiatry 2012;9(1), S.3 – 13.

: Liebe: Viel Dopamin, wenig Serotonin

Was ist wirklich Liebe?

Die Liebe – ein starkes Gefühl – Der Duden definiert die Liebe so: “starkes Gefühl des Hingezogenseins; starke, im Gefühl begründete Zuneigung zu einem Menschen.” Liebe muss also nicht immer körperlicher Natur sein, sie kann auch auf geistiger Zuneigung beruhen.

  • Die meisten von uns träumen von der einen großen Liebe.
  • Dabei erlebt sie nur ein Bruchteil der Menschen.
  • Nicht selten erfahren wir mehrere Lieben im Leben.
  • Und ist sie da, lässt uns die Liebe Bäume ausreißen, glückselig sein.
  • Aber die Liebe, sie kann auch anders.
  • Sie kann uns leiden lassen.
  • So sehr, dass wir im richtigen Herzschmerz spüren, so stark, dass wir denken, die Liebe gibt es gar nicht.

Den Glauben an die Liebe, den verlieren wir dann manchmal. Aber wie merkt man, dass man in jemanden nicht nur verliebt ist, sondern ihn richtig liebt?

Wie der Körper entscheidet in wen man sich verliebt Welt?

Das tut sich in unserem Körper, wenn wir uns verlieben – Was ist Liebe? Auf diese Frage wird ein*e Poet*in eine andere Antwort geben als ein*e Biolog*in. Die nüchterne Antwort aus wissenschaftlicher Sicht kann so manchen Frischverliebten die romantischen Illusionen einer magischen Liebe nehmen: Liebe ist ein Gefühl mit biochemischer Grundlage und ein neurobiologisches Muster, die die Aufnahme einer Beziehung vereinfachen oder gar ermöglichen.

  1. Liebe dient vor allem einem höheren Paarungserfolg.
  2. Ein erhöhter Herzschlag, feuchtere Haut und Hände, gut durchblutete Wangen – wer schonmal verliebt war, kennt diese Symptome nur zu gut.
  3. Doch was genau löst die Verliebtheit-Anzeichen in unserem Körper aus? Auch wenn das Herz beim Anblick des Schwarms ordentlich pochen kann, entsteht Verliebtheit nicht im Herz, sondern im Hirn.

Dort ist das lymbische Belohnungssystem in dieser Zeit besonders aktiv, der präfrontale Cortex, der für rationales Denken zuständig ist, im Gegenteil besonders inaktiv, Der Körper schüttet eine Menge Dopamin aus. Bei manchen Verliebten steigt der Serotoninspiegel.

Beides sind Glückshormone, die die Welt viel schöner aussehen lassen. Der Testosterongehalt von Frauen steigt, der der Männer sinkt. Entscheidungen werden nun über andere Nervenbahnen getroffen als zuvor. Warum genau die einzelnen Werte sinken oder steigen, ist nicht immer zu belegen. Eins jedoch ist klar: Im Körper tut sich etwas! Verliebte ähneln in ihrem Denken sogar Menschen mit Zwangsstörungen,

Dies gilt allerdings nur für die erste Phase. Nach etwa einem Jahr verfliegt der Rausch, Bindungs- und Geborgenheitshormone wie Oxytocin und Vasopressin ersetzen das Dopamin. Forscher*innen sprechen vom sogenannten Coolidge-Effekt, Passen die beiden Partner*innen zusammen, wandelt sich das aufregende Verliebtsein jedoch zur Liebe.

Was ist die Formel der Liebe?

Die Mathematik der Liebe – “Ehe-Geheimnis liegt im 5:1-Verhältnis von Positivem zu Negativem” Archiv Wenn man in der Ehe etwas falsch mache, müsse man fünfmal etwas Positives machen, fasst der Mathematiker Christian Hesse im Dlf eine Formel für eine funktionierende Ehe zusammen. Was ist das Geheimnis ewiger Liebe? Mathematisch betrachtet das Verhältnis von Positivem zu Negativem. (imago) Ralf Krauter: Herr Hesse, wenn Sie als Mathematiker auf die Liebe schauen, welche praxisrelevanten Einsichten ihrer Wissenschaft kommen Ihnen da in den Sinn? Christian Hesse: Die Mathematik verrät zum Beispiel, wie sich glückliche Ehen mathematisch von den Ehen unterscheiden, die schon nach ein paar Jahren geschieden werden.

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Der Unterschied besteht im 5:1-Verhältnis. Kurz gesagt: Wenn es in einer Ehe fünf Mal so viel Positives wie Negatives gibt, dann hat sie mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit Bestand. Das haben ein Mathematiker und ein Psychologe festgestellt. Ein Dream-Team. James Murray, als Experte fürs Rationale, und John Gottman, als Experte fürs Emotionale, haben über Jahrzehnte mehrere tausend Ehen untersucht.

Es begann damit, dass sie um 1975 einige hundert frisch Vermählte zu einem Beziehungs-Stresstest baten. Die Partner sollten unter Laborbedingungen über Dinge sprechen, die zwischen ihnen heikel sind: zum Beispiel Kinderwunsch, Schwiegereltern, größere Geldausgaben.

  • Dabei waren beide verkabelt.
  • Blutdruck, Puls und anderes wurde gemessen.
  • Außerdem wurde das Gespräch aufgezeichnet und später jede Äußerung auf einer Skala von +5 bis -5 bewerten: +5 war “Liebevolle Zuwendung”, -5 war “Offene Verachtung”.
  • Auch Gestik, Mimik und alles andere wurde bepunktet.
  • Ein halbstündiges Gespräch so eines jungen Ehepaares ergab damit mehr als 1.000 Zahlenwerte, positive und negative.

Außerdem blieben die Forscher mit den Paaren in Kontakt, fragten jedes Jahr kurz nach, ob man noch zusammen sei. Manche Ehen hielten, andere nicht. Murray und Gottman wollten herausfinden, wie sich die dauerhaften von den gescheiterten Ehen unterschieden.

Und zwar schon in Bezug auf das Anfangsgespräch, den Stresstest. Sie fanden tatsächlich ein Merkmal, das die stabilen Ehen auszeichnete: Ihr Geheimnis lag im 5:1-Verhältnis von Positivem zu Negativem. Das haben sie dann an konkreten Beziehungen untersucht und fanden es generell bestätigt. Wahrscheinlich ist das auch bei Beziehungen ohne Trauschein so, aber da gibt es keine belastbaren Statistiken.

Krauter: Was kann ich daraus ganz konkret für meine eigene Beziehung lernen? “1-zu-1-Ausgleich ist zu wenig” Hesse: Nun, wenn man einmal was Negatives getan hat, reicht es nicht, das einmal wieder gut zu machen. Dieser 1-zu-1-Ausgleich ist zu wenig. Wenn der Ehemann spät nach Hause kommt.

Und die Ehefrau hat gekocht und gewartet und das Essen ist kalt geworden. Oder umgekehrt: Frau zu spät, Mann hat gekocht, gewartet, ist genervt und zeigt den Dislike-Daumen. Dann ist ein einfaches Sorry zu wenig. Krauter: Sollte man dann also besser gleich fünf Mal Sorry sagen, damit der Haussegen wieder ins Lot kommt? Hesse: Das wäre einfallslos.

Nach dem Sorry irgendwann eine sanfte Berührung, ein ehrliches Kompliment, eine kleine Aufmerksamkeit und eine schöne Überraschung wäre wohl besser. Irgendwas Nettes halt, was beim Partner positiv ankommt. Krauter: Sie sind selbst auch verheiratet. Gehen Sie in Ihrer Ehe denn tatsächlich so berechnend vor, dass sie da quasi eine Strichliste führen, mit negativen und positiven Botschaften gegenüber ihrer Frau? “Nicht wie jemand, der eine Strichliste führt” Hesse: Das Wort berechnend hat im Deutschen leider einen negativen Touch und bedeutet “etwas tun, um sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen”.

  • In anderen Kulturen ist das nicht so.
  • Da bedeutet es meist, “etwas mit Überlegung tun”.
  • Allein dadurch, dass ich das 5:1-Prinzip kenne, beherzige ich es wohl auch unbewusst.
  • Aber nicht sklavisch, nicht wie jemand, der eine Strichliste führt.
  • Und meine Beziehung funktioniert bestens, schon seit 30 Jahren.

Krauter: 30 Jahre, das spricht für Ihre Taktik. Denn damit liegen Sie ja schon weit über dem durchschnittlichen Haltbarkeitsdatum einer Ehe, oder? Hesse: Korrekt. In Deutschland halten Ehen im Durchschnitt 14 Jahre. Etwa die Hälfte aller Ehen wird geschieden.

Von den Ehen, die scheitern, scheitert wiederum eine Hälfte schon bis zum siebten Ehejahr. In diesen Ehen treten Beziehungskiller wie häufige Kritik, emotionale Abschottung und Verachtung des Partners auf. Der zweite Typ von Scheidungsehe hat diese Merkmale nicht. Diese zeichnen sich aber durch zunehmendes, gegenseitiges Desinteresse aus, ohne größeren Beziehungsstress.

Dadurch lebt man sich nur schleichend auseinander. Solche Ehen halten typischerweise bis die Kinder aus dem Haus sind. Dann können die Partner nichts mehr miteinander anfangen und gehen getrennte Wege. Krauter: Apropos Kinder: Welchen Einfluss haben sie auf den Bestand einer Ehe? Fungieren die quasi als Beziehungskitt? “Ehen sind gesund, für alle Beteiligten” Hesse: In Deutschland gibt es 18 Millionen bestehende Ehen.

  1. Inderlos sind etwas mehr als die Hälfte.
  2. Zwar sind Kinder ein Zweisamkeitskiller, doch tatsächlich auch der beste Schutz gegen eine frühe Trennung.
  3. Und zwar je mehr, desto besser.
  4. Mit dem ersten Kind sinkt die Scheidungsrate der Eltern von 50 Prozent auf 30 Prozent.
  5. Und nur eine von zehn Ehen wird geschieden, wenn das Paar drei eigene Kinder hat.

Krauter: Haben Sie noch eine weitere Botschaft für Eheleute, die gemeinsam alt werden wollen? Hesse: Ja, wo wir gerade von Trennung sprachen: Die beste Chance für eine dauerhafte Beziehung besteht dann, wenn der Mann fünf Jahre älter ist, die Frau aber dafür etwas intelligenter als ihr Partner.

Das ist das optimale Zusammenspiel aus Alter und Intelligenz. Und was mir als Verheirateter besonders gut gefällt: Eheleute leben länger. Statistisch belegt ist, dass Ehemänner im Schnitt neun Jahre älter werden als männliche Singles. Denn Männer, die verheiratet sind, trinken weniger Alkohol, sie rauchen weniger und sind vorsichtiger bei riskanten Aktivitäten.

Das ist eine positive Nebenwirkung des Verheiratetseins. Bei Frauen liegt dieser Longer-Life-Effekt immerhin bei sechs Jahren. Kurzum: Ehen sind gesund, für alle Beteiligten! Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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