Wie Endet Kabale Und Liebe?

Wie Endet Kabale Und Liebe
Kabale und Liebe von Friedrich Schiller ist ein bürgerliches Trauerspiel des Sturm und Drang, das am 15. April 1784 in Frankfurt am Main uraufgeführt wurde. Das Drama handelt von Ferdinand von Walters und Luise Millers Liebesgeschichte. Durch eine von Ferdinands Vater inszenierte Intrige („Kabale”) endet die Liebe zwischen den beiden und gipfelt in Luises und Ferdinands Tod.

Die von Schiller durch das Drama ausgesprochene Kritik am Standesgegensatz zwischen Bürgertum und Adel hielt den damaligen Herrschern den Spiegel vor. So verwundert es nicht, dass Schillers Stück in seiner Heimat in Missgunst gefallen ist. Im Folgenden Artikel möchten wir dir helfen, die wesentlichen Inhalte des Dramas zu erschließen und die wichtigsten Charaktere kennen zu lernen.

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Inhaltsangabe zu Kabale und Liebe Übersicht wichtiger Charaktere Personenkonstellation Zeitgeschichtliche Einordnung Friedrich Schiller Hinweise zum Artikel

Wer ist schuld an der Katastrophe von Kabale und Liebe?

Kabale und Liebe – Aufgabe: Erörtern Sie ausführlich die Frage der Schuld an dem tragischen Ende von Luise und Ferdinand. Vergessen Sie nicht, Ihre Argumente zu belegen! Das Drama,Kabale und Liebe” von Friedrich von Schiller handelt von der Liebe zwischen dem adeligen Major Ferdinand von Walter und der bürgerlichen Luise Miller.

Diese Liebe findet ein tragisches Ende, da beide am Schluss des Dramas sterben. Dieses Hat verschiedene Ursachen und mehrere Charaktere haben mit Schuld an dieser Entwicklung. Nun gilt es, die Personen gegeneinander abzuwägen und den Hauptschuldigen herauszustellen. Zunächst einmal gibt es im Drama mehrere Verdächtige, die ich hier kurz vorstellen möchte.

Später gehe ich noch genauer auf sie ein. Da wären Ferdinand von Walter, seine Geliebte Luise Miller, Ferdinands Vater, der Präsident, sein Sekretär Wurm, der Hofmarschall von Kalb und Miller, Luises Vater. Ferdinand von Walter ist der Geliebte von Luise Miller.

Er liebt sie abgöttisch, so dass er nicht sieht, dass sie keine gemeinsame Zukunft haben werden,Ich fürchte nichts (.) Lass auch Hindernisse wie Gebirge zwischen uns treten, ich will sie für Treppen nehmen und drüber hin in Luises Arme fliegen.” (S.11, Z.38ff) Dieses Zitat zeigt auch, dass Ferdinand uneinsichtig ist.

Er will Luise um nichts auf der Welt aufgeben. Lieber verrät er seinen Vater, lehnt sich gegen die Ständeordnung auf und will letztendlich mit Luise fliehen, denn,Mein Vaterland ist, wo mich Luise liebt.” (S.49, Z.21ff) Es ist ihm also vollkommen gleich, wohin sie gehen, Hauptsache, Luise ist dabei.

Doch Ferdinand vertraut Luise nicht richtig. Das sieht man daran, dass er sofort misstrauisch und eifersüchtig wird, als Luise sich wegen ihrer Pflicht weigert mit ihm zu fliehen.,Meine Pflicht heißt mich bleiben und dulden.” (S.51, Z.12ff). Ferdinands Reaktion “Kalte Pflicht gegen feurige Liebe! (.) Ein Liebhaber fesselt dich” lässt sein Misstrauen und seine Eifersucht deutlich erkennen.

In eben diese steigert sich Walter noch mehr rein, als er den angeblichen Liebesbrief von Luise an den Hofmarschall von Kalb findet. Als Ferdinand zu ihm hingeht, ist er so blind vor Wut, dass er gar nicht mitbekommt, wie Kalb ihm alles gestehen will,Lassen sie mich los.

  • Ich will alles verraten.(.) Sie rasen.
  • Sie hören nicht.
  • Ich sah sie nie.
  • Ich kenne sie nicht.
  • Ich weiß gar nichts von ihr,” (S.61, Z.34; S.62, Z.8/9).
  • Danach ist Ferdinand nicht mehr aufzuhalten und fasst seinen fatalen Entschluss.
  • Er geht zu Luise, gibt ihrem Vater eine Art Entschädigung, von der dieser aber nicht weiß, dass das Gold für das Leben seiner Tochter ist, und vergiftet Luise und sich selbst.

,Gift in der Limonade und sterben! (.) Ferdinand, auch du!” (S.91, Z.39/40; S.92, Z.5). Neben Ferdinand trägt auch Luise einen Teil der Schuld. Sie lässt sich von Wurm dazu überreden, den Brief an Hofmarschall Kalb zu schreiben, um ihren Vater zu retten,Kann ich ihn zwingen, dass er mich hassen muss? – Wir wollen versuchen.” (S.55, Z.29/30),An wen soll ich schreiben? – An den Henker Ihres Vaters.” Luise hat Angst um ihren Vater,Um Gottes Willen! (.) Wo ist mein Vater?” (S.52, Z.18ff), deshalb macht sie, was Wurm verlangt.

Als Ferdinand den Brief findet, und sich damit an Luise wendet, hält sie sich an den Eid (mehr dazu später, Anm. der Autorin), den sie Wurm leisten musste und erzählt Ferdinand, dass sie den Brief an den Hofmarschall geschrieben hat,Ich schrieb ihn.” (S.81, Z.10/11). Erst als Luise im Sterben liegt, vertraut sie sich Ferdinand an und erzählt ihm alles,der Tod hebt alle Eide auf (.) Meine Hand schrieb, was mein Herz verdammte – dein Vater hat ihn diktiert.” (S.92, Z.10, 22f).

Ferdinands Vater, der Präsident, will Ferdinand und Luise trennen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Er lässt sich auf die Intrigen ein, die Wurm vorschlägt, um einen Keil zwischen das Liebespaar zu treiben,Ich kündige meinem Sohn noch diesen Vormittag seine Vermählung an.” (S.14, Z.18/19),Ja! Ich gebe mich dir überwunden, Schurke.” (S.44, Z.11/12).

Außerdem verstärkt er die Aufmüpfigkeit seines Sohnes noch dadurch, dass er ihn bedroht:,Junge, ich sage dir, du wirst dort sein, oder fliehe meinen Zorn.” (S.20, Z.18/19). Das bekräftigt Ferdinand, die Lady vor den Kopf zu stoßen, um sich bei ihr unbeliebt zu machen. Der Präsident missbraucht auch den Hofmarschall von Kalb für seine Zwecke, indem er sich als Liebhaber von Luise ausgeben soll,Dieser andre? – Müssten Sie sein, Baron.” (S.47, Z.18).

Der Sekretär Wurm ist derjenige, der sich die Kabale gegen Luise und Ferdinand einfallen lässt.,Ich ersuche Sie um eine schärfere Probe.” (S.14, Z.25),Wir diktieren ihr ein Billetdoux.” (S.43, Z.5ff). Außerdem diktiert Wurm Luise den Brief und nimmt ihr den Eid ab, zu sagen, sie habe den Brief geschrieben,,Sakrament darauf zu nehmen, diesen Brief für einen freiwilligen zu erkennen.” (S.57, Z.23ff) Hofmarschall von Kalb spielt auch keine unwichtige Rolle bei der Frage, wer die Hauptschuld an dem tragischen Ende hat.

Schließlich macht er ja bei der Intrige gegen Ferdinand und Luise mit und gibt sich als Luises Liebhaber aus,Ich will ihn schon waschen!” (S.48, Z.10). Selbst Miller, Luises Vater, hat sich mit Schuld befleckt. Er hätte stutzig werden müssen, als Ferdinand ihm anscheinend ohne vernünftigen Grund den Beutel mit Gold schenkt.

Aber in seiner Freude darüber denkt er gar nicht an die Möglichkeit, dass das Gold eine Entschädigung für Luises Tod sein soll. Er redet sogar noch darüber, was er alles für sie tun könnte mit dem Geld,Und soll mir Französisch lernen” (S.86, Z.12ff).

  • Wenn man die einzelnen Personen genauer betrachtet, kommt man zu dem Schluss, dass alle Schuld haben an dem tragischen Ende, denn jeder hat seinen Teil dazu beigetragen.
  • Es hätte anders enden können, wenn sich zum Beispiel Luise eher Ferdinand anvertraut hätte wegen des Briefs oder Luises Vater stutzig geworden wäre.

Aber wenn man unbedingt jemandem die Hauptschuld geben möchte, dann Ferdinand. Er hat von einer Welt geträumt, die es damals nicht gab und seine Liebe und Wut haben ihn dermaßen blind gemacht, dass er nichts mehr wahrnehmen kann. Wenn er mitbekommen hätte, dass Kalb ihm gestand, dass alles nur eine Kabale war, hätte das Drama durchaus ein anderes Ende nehmen können.

  1. Ca.950 Wörter (inkl.
  2. Zitate) Punkte: Inhalt: 11 Aufbau: 13 Ausdruck: 12 Sprachrichtigkeit: 9 Insgesamt 11 Punkte (glatte 2) Kommentar des Lehrers: Eine klar gegliederte und gut lesbare Arbeit.
  3. Schade nur, dass Sie die Schuld so sehr bei den Personen suchen und weniger in Erziehung, Glaube, Gesellschaft etc.3 von 3 Seiten Details Titel Schiller, Friedrich – Kabale und Liebe Note 11 Punkte Autor Judith Korga (Autor:in) Jahr 2000 Seiten 3 Katalognummer V98664 ISBN (eBook) 9783638971157 Dateigröße 370 KB Sprache Deutsch Anmerkungen eine Klausur aus dem 12.

Jahrgang Schlagworte Schuldfrage am tragischen Ende des Dramas Preis (Ebook) 0.99 Arbeit zitieren Judith Korga (Autor:in), 2000, Schiller, Friedrich – Kabale und Liebe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/98664

Was passiert bei Kabale und Liebe?

Das bürgerliche Trauerspiel »Kabale und Liebe« (ursprünglich »Louise Millerin«) von Friedrich Schiller wurde 1784 veröffentlicht. Noch im selben Jahr fand auch seine Uraufführung in Frankfurt a.M. statt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die verbotene Liebesbeziehung und die Heiratsabsicht des adeligen Majors Ferdinand von Walter und der bürgerlichen Louise Miller.

  1. Um zu erzwingen, dass Ferdinand eine Frau von Adel heiratet, fädelt Ferdinands Vater, der Präsident von Walter, eine infame Intrige ein.
  2. Diese mündet in eine Katastrophe und führt am Ende zu Louises und Ferdinands Tod.
  3. Schillers Schauspiel besteht aus fünf Akten, und seine Handlung umfasst einen Tag.
  4. Es folgt in großen Teilen dem geschlossenen Aufbau des klassischen Dramas.

Lediglich in Bezug auf den einheitlichen Schauplatz weicht es von den aristotelischen Prinzipien ab. Seine Handlungsorte, die im Württembergischen angesiedelt sind, wechseln mehrfach zwischen bürgerlicher Alltagswelt und repräsentativer höfischer Szenerie ab.

Handlungszeit ist Schillers Gegenwart, das späte 18. Jahrhundert. Friedrich Schiller schrieb »Kabale und Liebe« unter dem Einfluss der Tragödie »Romeo und Julia« (1597) und des Eifersuchtsdramas »Othello« (1622) von William Shakespeare. Der englische Dichter und Dramatiker hatte große Bedeutung für die Dichter des Sturm und Drang.

Seine Werke dienten teilweise als Grundlage ihrer Dramentheorien. Darüber hinaus prägte auch das bürgerliche Trauerspiel »Emilia Galotti« (1772) von Gotthold Ephraim Lessing, Zeitgenosse Schillers und wichtiger Vertreter der Aufklärung, das Werk (Guthke 73).

  1. Als »Kabale und Liebe« veröffentlicht und uraufgeführt wurde, hatte es zunächst wenig Erfolg.
  2. Zum einen genügte es nicht der aristotelischen Ständeklausel, nach der alle Hauptfiguren einer Tragödie von hoher Geburt sein müssen; ein Prinzip, dem das Theater zu jener Zeit noch weitgehend folgte.
  3. Außerdem galt Schillers Werk als gotteslästerlich und war darum für viele Bühnen von vornherein unaufführbar.

Erst in der Zeit des Realismus und Naturalismus (ca.1848–1900) änderte sich die Wahrnehmung des Dramas. Nun wurde es in Deutschland zu einem der meistgespielten Stücke Schillers, was es bis heute geblieben ist. Das Stück zeichnet sich durch den Facettenreichtum der dargestellten Charaktere und die Intensität ihrer subjektiven Gefühle aus.

  1. Eine weitere Besonderheit ist die respektlose, direkte und zugleich pathetische Sprache in Kombination mit der spannenden Handlung um die geplante Intrige.
  2. »Kabale und Liebe« zieht das Publikum sowohl als ergreifende Liebesgeschichte als auch als gesellschaftskritisches Stück bis heute in seinen Bann.

Veröffentlicht am 28. August 2011. Zuletzt aktualisiert am 22. März 2023. Werke von Friedrich Schiller Diese Werke könnten dich auch interessieren von Johann Wolfgang von Goethe

Warum kommt der Sekretär Wurm in das Haus der Millers Was beunruhigt ihn?

Die Handlungsübersicht von Kabale und Liebe, einem Drama in fünf Akten von Friedrich Schiller (Uraufführung am 13. April 1784 in Frankfurt am Main) gibt einen Überblick zu dem Stück, das von der Liebe der bürgerlichen Musikertochter Luise Miller zum Adelssohn Ferdinand von Walter erzählt, die durch Kabalen zerstört wird.

Akt, Szene Personen, Schauplatz Handlung Deutung I. Akt Exposition I,1 Miller und Frau zuhause Die Millers sprechen über die Beziehung ihrer Tochter Luise zu Major Ferdinand von Walter. Miller ist strikt gegen die Beziehung, weil daraus keine Ehe werden könne. Seine Frau macht sich aber Hoffnungen. Beide wollen nur das Beste für ihre Tochter. Der aufbrausende („infame Kupplerin”) und durchaus etwas stolze Vater („ und damit basta! Ich heiße Miller.”) hat Angst um seinen Ruf und den seiner Tochter („Mein Haus wird verrufen.”), Außerdem unterstellt er einem Adligen per se keine guten Absichten. I,2 dies. + Wurm Wurm, der Sekretär des Präsidenten, kommt dazu. Er möchte Luise heiraten und wirbt daher bei ihren Eltern. Miller erklärt, seine Tochter habe darüber zu entscheiden, wen sie heiratet; denn er will Wurm nicht als Schwiegersohn. Miller ist aufbrausend und fährt seiner Frau über den Mund. („Willst du das Violoncello am Hirnkasten wissen?”; „Halt du dein Maul”; „Wettermaul”) I,3 dies. + Luise Gespräch zwischen Luise und ihrem Vater Miller. Es wird deutlich, dass er sie liebt, aber über ihre Liebe zu Ferdinand unglücklich ist, weil daraus keine Ehe werden könne. Luise erklärt, dass sie ihn nicht in ‘diesem Leben’ wolle, aber ein Leben ohne Standesschranken wünsche, wo sie auf gleicher Stufe mit ihm stehen könne. Luise: „der Himmel und Ferdinand reißen an meiner blutenden Seele” „dass Ferdinand mein ist, mir geschaffen, mir zur Freude vom Vater der Liebenden.” I,4 Ferdinand und Luise treffen zum ersten Mal im Drama aufeinander Ferdinand und Luise sind allein zusammen. Er schwört ihr heftig seine Liebe (Liebesschwur: empfangen für dich jede Wunde ); Luise sieht für ihre Liebe keine Zukunft. Er verspricht ihr, er werde alle Hindernisse überwinden. Sie klagt darüber, dass er in ihr unerfüllbare Wünsche wecke. Ferdinand ist in blinder oder verblendeter Liebe zu „seiner” Luise. Er ist mit dem deutlich überwiegenden Redeanteil sehr dominant und besitzergreifend. Er ist oberflächlich besorgt um seine Geliebte („Du bist blass”) und überflutet sie mit Fragen. Die kleinen Andeutungen von Luise bringen ihn zu Vorwürfen. („Du bist meine Luise. Wer sagt dir, dass du noch etwas sein solltest? Siehst du, Falsche, auf welchen Kaltsinn ich dir begegnen muss. Und du hast noch eine Klugheit neben deiner Liebe? – Schäme dich!”), In seiner Rollenverteilung sieht er sich klar als Beschützer („Ich bin ein Edelmann. Ich bin des Präsidenten Sohn.”) Luise dagegen – schüchtern, mit unsicheren Worten – sieht realistischerweise Probleme wie das des Standesunterschieds: („Du willst mich einschläfern, Ferdinand – willst meine Augen vor diesem Abgrund hinweglocken, in den ich ganz gewiss stürzen muss. Ich seh die Zukunft – die Stimme des Ruhms – deine Entwürfe – dein Vater- mein Nichts Man trennt uns!”) → eine sehr ungleiche Liebe I,5 Präsident und Wurm im Saal des Präsidenten Wurm weist den Präsidenten darauf hin, dass sein Sohn Ferdinand Luise Miller liebe. Der Präsident will das nicht wahrhaben, meint aber, eine schöne Liebschaft seines Sohnes beweise einen guten Geschmack. Als Wurm ihm aber glaubhaft macht, dass sein Sohn Luise wirklich liebt, beschließt er, dessen Vermählung mit Lady Milford voranzutreiben. Präsident: „Besinn Er sich, dass ich, wenn ich einmal glaube, hartnäckig glaube, rase, wenn ich zürne.” I,6 Präsident und Hofmarschall Der Hofmarschall von Kalb kommt zum Präsidenten und begrüßt ihn wortreich. Dieser teilt ihm mit, die Heirat seines Sohnes Ferdinand mit Lady Milford sei beschlossene Sache. Das könne er ihr und überall in der Stadt weitersagen. Der Hofmarschall („in einem reichen aber geschmacklosen Kleid, mit Kammerherrnschlüsseln, zwei Uhren und einem Degen, Chapeaubas und frisiert à la Hérisson”) spricht gekünstelt und wichtigtuerisch. Er ist immer darauf aus, im Gefolge des Fürsten eine gute Figur zu machen. Er ist damit lächerlich, fast schon eine Witzfigur, und karikiert den Hof nach französischem Vorbild. I,7 Ferdinand und Präsident Der Präsident sagt seinem Sohn, alle fragwürdigen Machenschafte zur “Hinwegräumung meines Vorgängers” habe er nur ihm, Ferdinand zuliebe unternommen. Der distanziert sich darauf energisch von seinem Vater. Der kündigt ihm an, er habe für ihn Lady Milford als Frau ausgesucht. Der weigert sich, die Mätresse des Fürsten zu heiraten. Daraufhin droht ihm sein Vater, er werde seine “Widersetzlichkeit” brechen. P.: „Ferdinand, ich beobachte dich schon eine Zeit lang Ein seltsamer Gram brütet auf deinem Gesicht Mich lass an deinem Glück arbeiten, und denke auf nichts, als meine Entwürfe zu spielen.” (Der P. macht sich nur oberflächliche Sorgen um seinen Sohn, Karriere ist alles was zählt). Dann führt der Vater aus, dass „für ihn” „auf ewig mit Gewissen und dem Himmel zerfallen” sei „durch die Hinwegräumung Vorgängers”., Darauf entsagt F. „feierlich dem Erbe”, das ihn „nur an einen abscheulichen Vater erinnert”. Der Vater malt ihm seine einmalige, „herrliche” Zukunft aus, F. „begeistert das nicht”. Schließlich der Vater: „Ich habe der Lady Milford in deinem Namen eine Karte geschickt. Du wirst dich ohne Aufschub bequemen, dahin zu gehen, und ihr zu sagen, dass du ihr Bräutigam bist.”, Die hitzige Diskussion geht weiter. Bevor der P. abgeht: „Junge, ich sage dir, du wirst dort sein, oder fliehe meinem Zorn.” II. Akt „Ein Saal im Palais der Lady Milford” II,1 Lady, Sophie Die adlige Lady Milford verrät ihrer Kammerjungfer, dass sie Ferdinand liebt. Lady: „Gib mir den Mann, den ich jetzt denke – den ich anbete – sterben, Sophie, oder besitzen muss.” II,2 dies. + Kammerdiener ( „Kammerdienerszene” ) Der hinzukommende Kammerdiener sagt, dass der Fürst 7000 junge Männer als Soldaten verkauft habe. Dabei seien Schüsse in die protestierende Menge abgegeben worden. Sie, Lady Milford, bekomme Brillanten geschenkt, die der Fürst mit dem Erlös aus dem Verkauf der Soldaten („Die zahlen alles!”) bezahlt habe. Die Lady verschmäht die „Blutdiamanten” („Es ist besser, falsche Juwelen im Haar, und das Bewusstsein dieser Tat im Herzen zu haben.”) Diese wertvollen Steine sollen verkauft werden, um 400 ausgebeuteten Menschen zu helfen. Am Ende wird die Ankunft „Majors von Walter” angekündigt. II,3 Ferdinand + Lady Ferdinand greift Lady Milford scharf an, merkt aber, dass er sie falsch eingeschätzt hat, als sie ihm davon berichtet, wie sie dazu kam, die Geliebte des Herzogs zu werden und wie sie aufgrund dieser Stellung vielen seiner Untertanen helfen kann. So begründet er seine Ablehnung einer Heirat nicht mehr mit einer Kritik an Lady Milford, sondern mit dem Geständnis, dass er eine andere liebt: „Ich liebe, Mylady, liebe ein bürgerliches Mädchen – Luisen Millerin – eines Musikus Tochter.” Lady Milford gibt die Hoffnung auf eine Verbindung mit ihm aber noch nicht ganz auf und sagt ihm: „Unsere Verbindung ist das Gespräch des ganzen Landes. Alle Augen, alle Pfeile des Spotts sind auf mich gerichtet. Wehren Sie sich, so gut Sie können. – Ich lass alle Minen sprengen.” F („hitzig”) „Der Herzog ist nicht über die Ehre erhaben, aber er kann ihren Mund mit dem Golde verstopfen. Ich bin bereit, all dies mit Füßen zu treten, sobald Sie mich nur überzeugt haben werden, dass der Preis nicht schlimmer als das Opfer ist.” und „Der Umstand, der Sie und mich – heute und nie mehr – zusammenführt, zwingt mich, Ihnen mein geheimstes Gefühl nicht zurückzuhalten.” Geschichte der Lady Milford Lady Milford, eigentlich Emilie, entstammt britischem Adel. Ihr Vater wurde wegen Hochverrats hingerichtet; die Mutter starb am Tag der Hinrichtung. Mit 14 floh sie mittellos nach Deutschland. Dort wurde sie eines Tages zufällig vom Herzog entdeckt und von der Straße geholt. Als Mätresse fühlt sie sich schäbig. Da sie um das Volk und für Verfolgte am Hof engagiert war („Ich habe Kerker gesprengt”), sollte sie jetzt Ferdinand bekommen. Charakter selbstbewusst, selbstgerecht, eitel, hilfsbereit, moralisch. II,4 Miller + Frau + Luise (Zimmer beim Musikanten) Als Miller erfährt, dass ein Diener des Präsidenten nach ihm gefragt hat, ist er “wie toll” und schimpft auf seine Familie: ” MILLER: Der Teufel ist los, und dich soll das Wetter schlagen. FRAU: Da sehe man! Über mich muß gleich alles kommen. MILLER: Über dich? Ja, blaues Donnermaul, und über wen anders? Heute früh mit deinem diabolischen Junker – Hab ichs nicht im Moment gesagt? – Der Wurm hat geplaudert. FRAU: Ah was! Wie kannst du das wissen? MILLER: Wie kann ich das wissen? – Da! – unter der Haustüre spukt ein Kerl des Ministers und fragt nach dem Geiger. LUISE: Ich bin des Todes. MILLER Du aber auch mit deinen Vergißmeinnichtsaugen! Lacht voll Bosheit, Das hat seine Richtigkeit, wem der Teufel ein Ei in die Wirtschaft gelegt hat, dem wird eine hübsche Tochter geboren” Miller gerät in höchste Angst und vergisst sich so, dass er nicht nur seine Frau beschimpft, sondern seiner Tochter “voll Bosheit” ihre Liebe zu Ferdinand zum Vorwurf macht. II,5 dies. + Ferdinand Ferdinand kommt hinzu, bevor der Präsident eingetroffen ist, und berichtet, dass er die befohlene Heirat mit Lady Milford abgelehnt hat. Luise erkennt, dass er damit ihre Familie in äußerste Gefahr gebracht hat, und versucht noch vergeblich Ferdinand zurückzuhalten, als schon sein Vater, der Präsident, eintrifft. F.: „Mein bist du, und wärfen Höll und Himmel sich zwischen uns.” und “Frei will ich wählen, daß diese Insektenseelen am Riesenwerk meiner Liebe hinaufschwindeln” Hier liegt F.s tragische Hybris. Es wird sich zeigen, dass eine Intrige seine Liebe in tödliche Eifersucht verwandeln kann. II,6 dies. + Präsident mit Gefolge von Bedienten. Das Kommen des Präsidenten löst allgemein Entsetzen aus. Er versucht, Luise nach ihrer Liebe zu Ferdinand auszufragen, zu seiner Wut ergänzt F stets seine Meinung. Als Miller den Präsidenten aus „seiner Stube” verweisen möchte, schickt der ihn ins Zuchthaus. Frau und Tochter sollen an den Pranger. Eine Präsidentenantwort: „Eine lustige Zumutung. Der Vater soll die Hure des Sohns respektieren.”, Miller bleibt abschätzig gegenüber seiner Frau. Luise sagt nicht mehr viel. II,7 dies. + Gerichtsdiener Der Präsident will Luise abführen und an den Pranger stellen lassen. Da kommt es zum Handgemenge, bei dem Ferdinand einige Gerichtsdiener mit dem Degen verletzt. Nach mehreren verzweifelten Versuchen, seinen Vater von seinem Vorhaben abzubringen, droht er ihm am Schluss, dann werde er, in der Residenz erzählen, “wie man Präsident wird”. Präsident: „Es stehen noch Galgen leer.” Ferdinand versucht alles, bevor er sich entschließt, seinen Vater moralisch zu vernichten: “Kein menschliches Mittel ließ ich unversucht. – ich muss zu einem teuflischen schreiten.”. III. Akt Die Kabale (Intrige) III,1 Präsident, Wurm (Saal beim Präsidenten) Der Präsident und sein Sekretär stellen fest, dass sie durch Drohung Ferdinand offenbar nicht von Luise trennen können. Wurm hat eine Idee, wie man das „Problem” durch eine Intrige („Kabale”) lösen könne: Luise wird durch die Verhaftung ihrer Eltern erpresst, einen fingierten Liebesbrief an den Hofmarschall zu schreiben; diesen Brief soll Ferdinand zufällig finden und so eifersüchtig werden, dass er sich von ihr lossagt. Wurm: „Unterdrücken Sie eine Zeit lang, daß Sie Vater sind. Machen Sie ihm das Mädchen verdächtig – Ein Gran Hefe reicht hin, die ganze Masse in eine zerstörende Gärung zu jagen.” Die Intrige (Wurm:) „Wir diktieren ihr ein Billetdoux an eine dritte Person in die Feder und spielen das mit guter Art dem Major in die Hände.” Außerdem müssen die Millers als Eid schwören, dass der Brief freiwillig ist. Ein Eid, so Wurm, „fruchtet” „ichts bei uns, gnädiger Herr. Bei dieser Menschenart alles.” III,2 Präsident und Hofmarschall Der Präsident weiht den Hofmarschall in den Plan ein. Nach Diskussion willigt dieser ein, seinen Namen zur Verfügung zu stellen. Die Figur des Marschalls am Hof ist durch sein gekünsteltes, überschwängliches Gehabe gezeichnet. Er versteht nicht, warum F. die Lady M. nicht wollen könnte. Der P. erklärt Ferdinands Drohung: „Daß er der ganzen Welt das Verbrechen entdecken wolle, wodurch wir gestiegen sind – daß er unsere falschen Briefe und Quittungen angeben – daß er uns beide ans Messer liefern wolle – Das kann er antworten.”, Der Plan ist in den Worten des Vaters: „Den Major mit seiner Geliebten zu entzweien.” III,3 Der Präsident und Wurm. Wurm: „Der Geiger und seine Frau sind glücklich und ohne alles Geräusch in Verhaft gebracht. Wollen Euer Exzellenz jetzt den Brief überlesen?” Präsident (nachdem er gelesen): „Herrlich! herrlich, Sekretär! Auch der Marschall hat angebissen! – Ein Gift wie das müsste die Gesundheit selbst in eiternden Aussatz verwandeln – Nun gleich mit den Vorschlägen zum Vater, und dann warm zu der Tochter.” (Gehen zu verschiedenen Seiten ab.) III,4 Luise und Ferdinand in Millers Wohnung Diskussion von Ferdinand und Luise. Luise ist wegen ihrer Lage verzweifelt. Sie sorgt sich um ihren armen Vater und fürchtet den Fluch von Ferdinands Vater, “den auch Mörder nie ohne Erhörung aussprechen”. Um der “Rache des Himmels” zu entgehen, will sie lieber auf Ferdinand verzichten als mit ihm fliehen und wünscht ihm „Lebewohl”. Ferdinand ist dagegen blinder vor Liebe denn je: Er möchte mit ihr alle Probleme ignorierend fliehen. Er geht überhaupt nicht auf die Geliebte ein, sondern überfährt sie mit langen Reden (Luise spricht nur einzelne Sätze). Schließlich verdächtigt er sie, dass sie einen Liebhaber habe. Beginn: L.: „Ich bitte dich, höre auf. Ich glaube an keine glücklichen Tage mehr. Alle meine Hoffnungen sind gesunken.” F.: „So sind die meinigen gestiegen. ” L.: „Brich ab!” F.: „Mein Vaterland ist, wo meine Luise mich liebt.” L.: „So schweig und verlass mich – Ich habe einen Vater, der kein Vermögen hat als diese einzige Tochter Rache des Präsidenten gewiss ist.” F.: „Wir fliehen.” L.: „Und der Fluch deines Vaters uns nach” L.: „Ich bin die Verbrecherin.” L. „ Mich sollst du nicht mehr sehn. Leben Sie wohl, Herr von Walter.” F.: „Schlange, du lügst. Dich fesselt was anders hier.” L.: „: Bleiben Sie bei dieser Vermutung – sie macht vielleicht weniger elend.” III,5 Luise (kurzer Monolog) Luise sorgt sich, allein zu Hause, um ihre Eltern, die eigentlich gekommen sein sollten. Wurm erscheint im Hintergrund. „Wo meine Eltern bleiben.” „Warum geht mein Odem so ängstlich?” III,6 Luise und Wurm Wurm kommt unerwartet näher, erklärt, er komme von ihrem Vater und berichtet dann, ihr Vater sei im Turm, wo ihn die Todesstrafe erwarte, und ihre Mutter sei im „ Spinnhaus “. Um ihre Eltern nicht zu verlieren, macht sie sich von Wurm abhängig, der ihr deshalb einen Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb („als Mittel”) abverlangen kann; sie schwört auch, dass sie den Brief freiwillig geschrieben hat. Anfangs macht Wurm nur kurze Andeutungen. Durch sein „Herrschaftswissen” und gleichzeitig die Verknappung von Informationen lässt er Luise abhängig werden. Luise dagegen, die ihre Emotionen offenlegt und alles sagt, was ihr durch den Kopf geht (Interrogative, Imperative, Schimpfwörter) wird aufgrund ihrer Angst zum Opfer. Wurm steigert seinen Druck, indem er vorspielt, gehen oder aufhören zu wollen. – Luise gibt dem Druck nach, aber nicht ohne Wurm ins Gesicht zu sagen, dass sie ihn “in der Brautnacht erdrosselte”, wenn er sie heiraten würde. IV. Akt Saal beim Präsidenten IV,1 Saal beim Präsidenten. Ferdinand von Walter, einen offenen Brief in der Hand, kommt stürmisch durch eine Türe, durch eine andere ein Kammerdiener. Ferdinand: „War kein Marschall da?” Kammerdiener: „Herr Major, der Herr Präsident fragen nach Ihnen.” Ferdinand: „Alle Donner! Ich frag, war kein Marschall da?” Kammerdiener: „Der gnädige Herr sitzen oben am Pharotisch.” Ferdinand: „Der gnädige Herr soll im Namen der ganzen Hölle daherkommen.” (Kammerdiener geht.) IV,2 Ferdinand allein Sein Monolog, nachdem er den Luise aufgezwungenen Brief gelesen hat: Zunächst zweifelt er daran, dass Luise ihn betrogen hat. Doch weil er ihre Handschrift erkennt, kommt er auf seinen Verdacht zurück, dass sie nur deshalb nicht mit ihm fliehen wollte, weil sie einen anderen liebe. „Es ist nicht möglich. Nicht möglich. Diese himmlische Hülle versteckt kein so teuflisches Herz – Und doch! doch! es ist ihre Hand – ein unerhörter ungeheurer Betrug, wie die Menschheit noch keinen erlebte! – Das also war’s, warum man sich so beharrlich der Flucht widersetzte! – Darum – o Gott! jetzt erwach ich, jetzt enthüllt sich mir alles! – Mich so ganz zu ergründen! Mich zu berechnen in einer Träne – Auf jeden gähen Gipfel der Leidenschaft mich zu begleiten, mir zu begegnen vor jedem schwindelnden Absturz – und alles das nichts als Grimasse? O wenn die Lüge eine so haltbare Farbe hat, wie ging es zu, daß sich kein Teufel noch in das Himmelreich hineinlog? Mit welch siegender Würde schlug sie den frechen Hohn meines Vaters zu Boden hielt sie nicht selbst die Feuerprobe der Wahrheit aus – die Heuchlerin sinkt in Ohnmacht. Sie weiß, was sie aus mir gemacht hat. Sie hat meine ganze Seele gesehn. Mein Herz trat beim Erröten des ersten Kusses sichtbar in meine Augen – und sie empfand nichts? Empfand vielleicht nur den Triumph ihrer Kunst? Tod und Rache! Nichts, als daß ich betrogen sei?” IV,3 F. + Hofmarschall Ferdinand lässt den Hofmarschall den Brief lesen, während er zwei Pistolen von der Wand holt. Indem er ihm eine Pistole auf die Brust setzt, fragt er den Hofmarschall, wie weit er mit Luise gekommen sei. Dieser beharrt darauf, Luise nicht zu kennen und Ferdinand schickt ihn weg. Er wollte sich mit dem Hofmarschall duellieren, doch angesichts dessen ängstlicher Erklärung, er wisse nichts von Luise, erscheint der Hofmarschall Ferdinand so unwürdig, dass er es für unter seiner Würde hält, ihn zu töten. Dabei hält er es für unmöglich, dass der Hofmarschall die Wahrheit sagt. IV,4 Ferdinand allein Zweiter Monolog, er meint, er müsse sich an Luise rächen, und sagt an Gott gerichtet: „Das Mädchen ist mein.” Für seine Rache ist er bereit, mit Luise zusammen die ewige Verdammnis zu erleiden. IV,5 Ferdinand und Präsident Um die Verzweiflung seines Sohnes und seine Wut auf Luise aufs äußerste zu treiben, sagt der Präsident taktisch, dass seine Verurteilung Luises übereilt gewesen sei und Ferdinand sie heiraten könne. Ferdinand stürzt hinaus. Präsident: gibt sich liebenswürdig und freundlich IV,6 Lady+Sophie „sehr prächtiger Saal bei der Lady” Sophie durchschaut Lady Milford, diese wird darüber wütend. Schließlich wird Luise als „Mamsell Millerin” angekündigt. Lady: „ (auf und ab voll Erbitterung) Verwünscht! Unerträglich! Daß Weiber für Weiberschwächen solche Luchsaugen haben! – Aber wie tief () muss ich schon gesunken sein, daß eine solche Kreatur mich ergründet.” IV,7 Lady Milford und Luise Millerin Die Lady versucht Luise gegenüber Überlegenheit zu demonstrieren und bietet ihr Sophies Arbeitsstelle an, da diese heiraten werde. Luise lehnt ab und schafft es damit, die Lady von ihrer Liebe zu Ferdinand zu überzeugen. Luise erweist sich als die Überlegene. Sie liebt Ferdinand uneigennützig und fühlt sich – zu Unrecht – seiner Liebe sicher. IV,8 Lady allein (Monolog) Lady Milford ist sehr betroffen darüber, dass ihr Wunsch einer Verbindung mit Ferdinand ihre Rivalin in den Tod zu treiben scheint. Deshalb entschließt sie sich, auf Ferdinand zu verzichten und mit dem Fürsten zu brechen. Lady „allein, steht erschüttert und außer sich, den starren Blick nach der Tür gerichtet ” (Regie) IV,9 Lady, ein Kammerdiener, Sophie, hernach der Hofmarschall; Bediente Lady Milford schreibt eine Karte, um sich von dem Fürsten loszusagen und zu flüchten. Der Hofmarschall soll diese dem Fürsten zustellen, da sie dessen Rache fürchtet. Ihren Schmuck verschenkt sie an die Angestellten. Daraufhin verlässt sie das Land. Die letzten Worte Milfords beschließen die Szene: „so werde ich um den Taglohn arbeiten, mich zu reinigen von dem Schimpf, ihn beherrscht zu haben.” Sie eilt weg, die anderen sind „bewegt”. V. Akt (Letzter Akt) „abends zwischen Licht, in einem Zimmer beim Musikanten.” V,1 Miller, Luise Miller erfährt von den Selbstmordabsichten seiner Tochter und es gelingt ihm, sie davon abzubringen, indem er sie mahnt, dass dies die schlimmste Sünde sei, weil man sie nicht bereuen könne. Daraufhin zerreißt sie ihren Abschiedsbrief an Ferdinand. (Miller: „Willst du dich vor des Allwissenden Thron mit der Lüge wagen: Deinetwegen, Schöpfer, bin ich da! wenn deine strafbare Augen ihre sterbliche Puppe suchen? – Und wenn dieser zerbrechliche Gott deines Gehirns, jetzt Wurm wie du, zu den Füßen deines Richters sich windet, deine gottlose Zuversicht in diesem schwankenden Augenblick Lügen straft, und deine betrogene Hoffnungen an die ewige Erbarmung verweist, die der Elende für sich selbst kaum erflehen kann – Wie dann? Wenn die Küsse deines Majors heißer brennen als die Tränen deines Vaters – stirb!”) Miller stellt Luise vor Augen, dass sie mit diesem Brief nicht nur an ihrer eigenen Verdammnis, sondern auch an der ihres Geliebten schuldig werde. Das ist freilich nicht ganz uneigennützig, denn wenn sie nicht stirbt, bleibt sie ihrem Vater erhalten. V,2 dies., +Ferdinand Luise ist erschrocken über den Auftritt Ferdinands und befürchtet das Schlimmste. Dieser gibt vor, sie vor den Hochzeitsaltar führen zu wollen. In einem Streit mit Miller wird er jedoch aufgefordert zu gehen. Luise bejaht Ferdinands Frage, ob sie den Brief an den Hofmarschall wirklich geschrieben habe. Sie wird von Ferdinand gebeten, ein Glas Limonade zu bereiten. V,3 Ferdinand und Miller Miller wird freundlicher und äußert Mitgefühl für Ferdinand. Das Gespräch kommt auf den Anfang der Bekanntschaft, den Flötenunterricht. Miller geht, um nach der Limonade zu sehen. V,4 Ferdinand allein (Monolog) Ferdinand ringt noch einmal mit seinen Mordabsichten, entschließt sich jedoch, sie nun umzusetzen. („Und ich verdiene noch Dank, dass ich die Natter zertrete, ehe sie auch noch den Vater verwundet.”) V,5 Ferdinand und Miller Ferdinand möchte Miller wegen der gegebenen Stunden Flötenunterricht entlohnen. Als dieser sieht, dass es ein Haufen Goldstücke sind, ist er erst zögerlich, möchte aber dann das Geld für die Ausbildung seiner Tochter verwenden. V,6 dies., +Luise Luise bringt das Glas Limonade herein. Ferdinand bittet Miller, für ihn einen Gang zu tun und seinem Vater einen Brief auszuhändigen. Luise ist entsetzt, gleich mit Ferdinand allein zu sein. Miller geht aus dem Haus, derweil schüttet Ferdinand Gift in das Glas. V,7 Ferdinand und Luise Ferdinand und Luise trinken von der vergifteten Limonade. Luise stirbt in dieser Szene, gesteht aber noch vorher, dass sie gezwungen wurde, den Brief zu schreiben und Ferdinands Vater hinter allem steckt. Ferdinand: „Die Limonade ist matt wie deine Seele – Versuche!” ; Luise: „Ich lüge nicht – lüge nicht – hab nur einmal gelogen mein Leben lang – – als ich den Brief schrieb an den Hofmarschall.” – „Meine Hand schrieb, was mein Herz verdammte – dein Vater hat ihn diktiert.” V,8 Letzte Szene F., Präs., Wurm; Bediente; Miller, Volk, Gerichtsdiener, Luises Leiche Der Präsident, Wurm und alle anderen Beteiligten stürmen in das Zimmer. Ferdinand gibt seinem Vater kurz vor seinem Tod noch die Hand und stirbt neben Luise. Präsident und Wurm werden abgeführt. Dass Ferdinand ihm die Hand gegeben hat, sieht der Präsident als Zeichen, dass sein Sohn ihm vergeben hat. Aufgrund seiner Erschütterung darüber, was er mit seiner Intrige angerichtet hat, ist er bereit, sich dem Gericht zu stellen.
See also:  Warum Macht Liebe Blind?

Warum scheitert die Beziehung zwischen Luise und Ferdinand?

Luise und Ferdinand – An dieser Stelle will man möglichst ausführlich den Dialog von Ferdinand und Luise im Zimmer in Millers Wohnung analysieren (III. Akt, 4. Szene). Ferdinand will dabei Luise überreden, dass sie gemeinsam mit ihm flieht, was sie wegen ihrer Liebe zum Vater verweigert.

  1. Die Szene fängt folgendermaßen an: Luise – Ich bitte dich, höre auf! Ich glaube an keine glücklichen Tage mehr.
  2. Alle meine Hoffnungen sind gesunken.
  3. Solche Worte weisen darauf hin, dass Luise verzweifelt ist und mit Ferdinand nichts mehr zu tun haben will.
  4. Dies soll man aber nicht als wahr verstehen, weil ihr Handeln von dem Versprechen geleitet wird, keine Wahrheit über den Brief zu sagen.

Der zu analysierende Dialog spiegelt die Tragik der unglücklichen und unerfüllten Liebe Ferdinands und Luise wider. Die beiden sind durch diese Liebe verbunden. Sie wird jedoch dadurch erschwert, dass sie aus verschiedenen Schichten der Gesellschaft stammen und sie die Ständeklausel trennt.

  • Ferdinand ist nämlich der Vertreter von Adel, wobei Luise aus Bürgertum kommt.
  • Zur damaligen Zeit war es auch unannehmbar, solche Ständeübergreifende Liebe zu akzeptieren.
  • Es war auch so, weil diese Liebe die geheimen Pläne des Präsidenten durchkreuzen würde.
  • Das war der Hauptgrund, warum der Vater Ferdinands die Intrige plante.

Luise und Ferdinand haben unterschiedliche Zukunftsaussichten, wenn es sich um ihre Liebe und ihr Zusammenleben handelt. Luise sieht das nämlich realistisch, sie bemerkt all die Hindernisse, die sie stören, sie will das Ferdinand erklären und stößt diese Liebe ab, obwohl es ihr sehr schwer fällt.

Diese Betrachtungsweise und Hoffnungslosigkeit bemerkt man in den oben zitierten Anfangssätzen der 4. Szene des III. Aktes. Auf die Äußerung von Luise reagiert Ferdinand mit einer kämpferischen Haltung, die sich gegen ihr gemeinsames Schicksal auflehnt. Mit den Bestimmungen über seine Liebe, versucht er Luise zur gemeinsamen Flucht zu überreden.

Mein Vaterland ist, wo mich Luise Liebt. Deine Fußtapfe in wilden, sandigen Wüsten ist mir interessanter als das Münster in meiner Heimat. In seinen Worten sieht die gemeinsame Zukunft der beiden schön aus. Werden wir Gott in keinem Tempel mehr dienen, so ziehet die Nacht mit begeisterndem Schauern auf, der wechselnde Mond predigt uns Buße, und eine andächtige Kirche von Sternen betet mit uns.

Werden wir uns in Gesprächen der Liebe erschöpfen? Er umarmt Luise und sagt: „Deine Ruhe ist meine heiligste”, worauf aber Luise ablehnend reagiert: „So schweig und verlaß mich.” Ihre Ablehnung rechtfertigt Luise mit ihrer Sorge um den Vater, den sie vor der Rache des Präsidenten schützen will: Ich habe einen Vater, der kein Vermögen hat, als diese einzige Tochter – der morgen sechzig wird – der der Rache des Präsidenten gewiß ist.

Hier hat Ferdinand auch eine Lösung und schlägt vor, dass der Vater mit ihnen wegfährt, er ist auch dazu bereit, all seinen Kostbarkeiten zu Geld zu machen. Luise erinnert aber daran, dass er, außer der Liebe, auch seine Pflichten hat. Dies jedoch führt ihn von den Gedanken, zu fliehen, nicht ab.

Endlich lässt sich bemerken, dass Luise genug davon hat und ändert ihre Einstellung gegenüber Ferdinand. Sie ist ihm nicht mehr unterliegen, sondern nimmt jetzt eine sichere und starke Rolle im Gespräch an. Nein, mein Geliebter! Wenn nur ein Frevel dich mir erhalten kann, so hab’ ich noch Stärke, dich zu verlieren.

Endlich wandert sie ihr Gesicht ab, gibt im ihre zitternde Hand und sagt: „Leben Sie wohl, Herr von Walter”. Indem sie die Höflichkeitsform gebraucht, will sie Ferdinand zeigen, dass sie jetzt distanziert ist und ihrem Vorhaben, ihn loszuwerden, fest nachfolgen will.

Die sich zuspitzende Lage führt dazu, dass Ferdinand bemerkt, dass Luise von etwas anderes gequält wird, als der Kummer um ihren Vater. Er glaubt nämlich, dass sie einem anderen Liebhaber gegenüber gewisse Verpflichtungen hat: Schlange, du lügst. Dich fesselt was anders hier. Kalte Pflicht gegen feurige Liebe! – Und mich soll das Märchen blenden? Ein Liebhaber fesselt dich, und Weh über dich und ihn, wenn mein Verdacht sich bestätigt.

Das Misstrauen Ferdinands an Luise und ihre Liebe ist eine perfekte Lage, in der sich die Intrige entwickeln kann. Der Plan des Präsidenten und seines Haussekretärs kann ohne Störungen weiterlaufen, weil Luise (durch den Eid gebunden) und Ferdinand (blind eifersüchtig) keine Möglichkeit mehr haben werden, miteinander ohne Vorurteile oder Streit zu sprechen.

Wenn sie sich endlich treffen können, ist es zu spät, denn das immer größer werdende Missverständnis ist schon zu einer unüberwindbaren Hürde geworden. Dadurch dass Luise den Eid geleistet hat, nie zuzugeben, dass sie den Liebesbrief nicht selbstständig geschrieben hat, kann sie ihrem Geliebten nicht sagen, dass das alles eine Intrige seines Vaters und Wurms ist.

Warum heiraten? – Über den Sinn der Ehe | Philosophie | Bleisch & Bossart | SRF Kultur

Da Ferdinand die Wahrheit nicht kennt und glaubt, dass Luise ihm gegenüber untreu war, vergiftet er sich und sie. Er hat das Gift in die Limonade gegeben, ohne Luise etwas davon zu sagen. Erst wenn sie die Wirkung des Gifts bemerkt hat, wird alles klar: Jesus! Was ist das? – und mir wird sehr übel.

  • Worauf Ferdinand: Schon? – Über euch Weiber und das ewige Räthsel! Die zärtliche Nerve hält Freveln fest, die die Menschheit an ihren Wurzeln zernagen; ein elender Gran Arsenik wirft sie um.
  • Urz vor dem Tod gibt Luise zu, dass man sie gezwungen hat, den Liebesbrief zu verfassen: Dieser Brief – Fasse dich, ein entsetzliches Wort zu hören – Meine Hand schrieb, was mein Herz verdammte – dein Vater hat ihn diktiert.

Wenn schon die Wahrheit herauskommt, können die Folgen des tragischen Missverständnisses nicht mehr rückgängig gemacht werden. Positiv aber ist hier Eins: Luise hat Ferdinand und den anderen Personen, die an der Kabale beteiligt waren, verziehen. So hat auch Ferdinand mit seinem Vater getan.

Was will Schiller mit Kabale und Liebe erreichen?

Friedrich Schiller packte mit seinem Trauerspiel Kabale und Liebe ein heißes Eisen an: die Liebesbeziehung zwischen einer Bürgerlichen und einem Adligen. Eine solche Liebe war im 18. Jahrhundert praktisch chancenlos. Adlige nahmen sich zwar Mätressen aus dem bürgerlichen Stand, aber gewiss keine Ehefrauen.

Warum muss Lady Milford heiraten?

6. Szene – Luise erfährt, dass ihre Eltern wegen Majestätsbeleidigung im Gefängnis sitzen. Erst auf Nachfrage hin erfährt sie, dass ihr Vater ein Prozess auf Leben und Tod erwartet. Außerdem müsse Ferdinand Lady Milford heiraten, da er sonst enterbt werden würde.

  • Luise empfindet Verachtung gegenüber Wurm und seinen Intrigen.
  • Sie will ihren Vater retten.
  • Wurm bietet ihr an, dass wenn sie freiwillig auf Ferdinand verzichte, ihr Vater begnadigt werden würde.
  • Luise willigt ein den Brief an Hofmarschall von Kalb zu schreiben und einen Eid abzulegen, dass sie den Brief freiwillig geschrieben habe.

Wurm macht Luise erneut einen Heiratsantrag, den sie aber ablehnt.

Wie sterben Ferdinand und Luise?

Inhaltsangabe zu Kabale und Liebe – Das Drama spielt am Ende des 18. Jahrhunderts in einer süddeutschen Residenzstadt. Der schwärmer1ische junge Adelige Ferdinand von Walter und die tugendhafte Bürgertochter Luise Miller haben sich ineinander verliebt, obwohl sie unterschiedlichen Ständen angehören.

Doch ihre Liebe stößt von mehreren Seiten auf Widerstand. Da ist zum einen Luises patriarchalischer Vater, ein einfacher Musikant, der seine Tochter zwar aufrichtig liebt, aber der Beziehung dennoch seine Zustimmung verweigert. Er glaubt nicht, dass Ferdinand seine Tochter ernsthaft heiraten will, und fürchtet daher um den Ruf seiner Familie.

Zum anderen will auch Ferdinands ebenso ehrgeiziger wie skrupelloser Vater, Präsident von Walter, der am Hof eine sehr bedeutende Stellung einnimmt, die Beziehung der beiden beenden. Nach seinem Willen soll sein Sohn Lady Milford, die Mätresse des Fürsten, heiraten, um so den Einfluss seiner Familie bei Hofe zu sichern.

  • Zusammen mit seinem Sekretär Wurm, einem Aufsteiger aus dem Bürgertum, der Luise zur Frau gewinnen will, möchte er die beiden auseinandertreiben.
  • Ein erster Versuch des Präsidenten, die Liebenden zu trennen, erweist sich als Fehlschlag.
  • Daraufhin entwickelt der Menschenkenner Wurm eine Intrige („Kabale”): Auf Luise soll Druck ausgeübt werden, damit sie einen falschen Liebesbrief an eine dritte Person schreibt, mit dem Ferdinand eifersüchtig gemacht werden soll.

Außerdem soll sie einen Eid ablegen, darüber zu schweigen. Der Plan gelingt, weil es zeitgleich einen Bruch im Verhältnis von Luise und Ferdinand gibt: Während Ferdinand nur noch für seine Liebe lebt, fühlt sich Luise auch an die bürgerlichen Wertvorstellungen ihres Elternhauses gebunden.

Sie zweifelt an der Beziehung, lehnt es ab, mit Ferdinand zu fliehen, und vertröstet sich auf ein gemeinsames Leben im Jenseits. Ferdinands schwärmerische Liebe schlägt daraufhin um in Hass und Rachegefühle. Er vergiftet sich und Luise, die ihn im Sterben über die Kabale aufklärt und ihm und seinem Vater vergibt.

Bevor er selbst stirbt, verzeiht auch Ferdinand seinem Vater, der sich in die Hände der weltlichen Gerichtsbarkeit begibt. (Auszug aus dem Kapitel „Der Inhalt im Überlick” aus EinFach Deutsch verstehen: Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, erschienen im Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH)

Wer ist Hofmarschall Kabale und Liebe?

Der oberflächliche von Kalb ist der Hofmarschall des Herzogs. Als solcher genießt er verschiedene Privilegien bei Hofe. Um diese zu behalten ist er zu allem bereit. Die folgende Charakterisierung geht ausführlich auf den Hofmarschall ein. Der eitle und oberflächliche Hofmarschall von Kalb verkörpert die höfische Lebensweise.

  1. In seiner Funktion als Hofmarschall organisiert er den Tagesablauf des Herzogs und nimmt beispielweise an dessen morgendlichen Anziehritual teil.
  2. Dabei ist es für ihn jedes Mal spannend, welche Kleidung der Herzog wohl wählen wird.
  3. Aber auch bei sich selbst achtet er eitel auf sein Äußeres.
  4. Sein Lebensinhalt sind Mode und Vergnügungen.

Die Belange des Volks interessieren ihn nicht weiter, genau wie alles, das nicht direkt mit ihm oder den Hofintrigen zu tun hat. Seine Stellung hat er erlangt, indem er zusammen mit dem Präsidenten den Mordanschlag auf dessen Vorgänger verübt hat. Deshalb ist er vom Präsidenten abhängig und lässt sich von diesem und Wurm für deren Zwecke instrumentalisieren.

So verbreitet er die Nachricht von der Verlobung zwischen Lady Milford und Ferdinand und er stellt sich als Adressat des fingierten Liebesbriefes zur Verfügung. Dabei wird aber schnell klar, wie wenig Rückgrat von Kalb hat. Denn als Ferdinand ihn zur Rede stellt und sich mit ihm duellieren will, ist sofort dermaßen verängstigt, dass er die Wahrheit gesteht.

Zwar glaubt Ferdinand ihm nicht und denkt, er würde seine Geliebte aus Angst verleugnen, aber es wird deutlich, wie feige der Hofmarschall ist. Autorin: Kirsten Schwebel Hinweis: Ihr bereitet euch auf eine Prüfung zu Kabale und Liebe vor? Wir haben einen Test für euch erstellt (vier Antwortmöglichkeiten pro Frage, eine Antwort richtig).

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Wer hat Luise gesehen?

Charakterisierung von Luise – Luise, 16 Jahre alt, ist eine der Hauptfiguren. Die Tochter des Stadtmusikanten Miller, die in einem kleinbürgerlichen Milieu aufgewachsen ist, hat einfache und strenge Glaubens- und Moralvorstellungen. Luise liebt den adligen Major Ferdinand,

Warum will Ferdinand Lady Milford nicht heiraten?

In diesem Artikel findet ihr eine Zusammenfassung / Inhaltsangabe der Akte von Schillers Drama Kabale und Liebe. Dadurch könnt ihr euch einen guten Überblick über die Handlung verschaffen.1. Akt Der adelige Sohn des Präsidenten, Major Ferdinand von Walter, hat ein Liebesverhältnis mit der bürgerlichen Luise Miller.

  1. Ihr Vater befürchtet, dass Luise dadurch in Verruf gerät und im schlimmsten Fall als Prostituierte endet.
  2. Er macht sich Vorwürfe, dass er nicht besser auf sie geachtet hat.
  3. Seine Frau sieht die Beziehung dagegen positiv, da sie dadurch Zugang zu Luxusgütern wie Kaffee und Schnupftabak hat.
  4. Für diese Haltung verflucht Miller seine Frau.
See also:  Wie Ffnet Man Sich FüR Die Liebe?

Als Wurm, der Sekretär des Präsidenten und Cousin von Frau Miller zu Besuch kommt, prahlt diese vor ihm damit, dass Luise Major von Walter heiraten wird und lässt sich auch von ihrem Mann nicht bremsen, obwohl sie weiß, dass Wurm und Luise einander versprochen sind.

Miller betont dabei aber, dass er seine Tochter zu keiner Ehe zwingen wird, zumal er Wurm eigentlich zutiefst verachtet. Als Luise aus der Kirche kommt, kann sie nur an Ferdinand denken, auch wenn sie weiß, dass eine Ehe mit ihm unerreichbar ist. Daher hofft sie auf ein Beisammensein im Jenseits. Als Ferdinand dann zu Besuch kommt, versichert er sich ihrer Liebe und ist im Gegensatz zu ihr der Überzeugung, dass sie im Diesseits glücklich werden.

Wurm ist währenddessen zum Präsidenten gegangen und erzählt diesem eifersüchtig von der Beziehung zwischen Ferdinand und Luise. Als dieser nicht glauben will, dass es sich dabei um eine ernsthafte Angelegenheit handelt, schlägt der Sekretär vor, Ferdinand zu testen.

Er soll nämlich Lady Milford heiraten, die als Mätresse des Fürsten einen zweifelhaften Ruf hat, und aus diesem Grund von Ferdinand abgelehnt werden kann. Hinweis: Ihr bereitet euch auf eine Prüfung zu Kabale und Liebe vor? Wir haben einen Test für euch erstellt (vier Antwortmöglichkeiten pro Frage, eine Antwort richtig).

Zur ersten Aufgabe, Daher soll ihm zum Schein eine untadelige Frau angeboten werden, um zu sehen, ob er eine Heirat mit ihr ebenfalls ausschlägt. Als Wurm gegangen ist, kommt Hofmarschall von Kalb zum Präsidenten und wird von ihm beauftragt, die Verlobung zwischen Lady Milford und Ferdinand in der Residenz bekannt zu machen, damit Ferdinand sie heiraten muss.

  1. Als dann Ferdinand zu seinem Vater kommt, erfährt er, dass dieser sein Amt durch die Tötung seines Vorgängers erhalten hat.
  2. Dies schockiert den Sohn aufs Äußerste, da er selbst nicht ehrgeizig ist und auch die Karriereförderung durch seinen Vater nie wollte.
  3. Dann stellt der Präsident ihm die geplante Falle, die prompt zuschnappt, da Ferdinand keine der beiden Damen heiraten möchte.

Daraufhin setzt der Präsident seinen Sohn unter Druck und zwingt ihn, der Lady einen Besuch abzustatten.

Warum verlässt Luise aufgeregt das Zimmer?

– (Ferdinand und Luise Miller bei Millers zu Hause) Ferdinand schwört Luise seine Liebe und wird abgewiesen Ferdinand betritt die Szene. Luise sinkt zunächst blass und stumm in einen Sessel, fällt Ferdinand schließlich aber doch um den Hals, nachdem sie sich gesammelt hat.

  • Ferdinand gesteht Luise wortreich seine Liebe und sagt, er sei gekommen, um nach ihr zu sehen.
  • Er bemerkt, dass sie sich sorgt und fragt, was sie bedrückt.
  • Luise spricht mit ihm über ihre Ängste wegen des Standesunterschied, Ferdinands Vater und dass sie sich womöglich trennen müssen.
  • Ferdinand ist bemüht ihr diese Ängste zu nehmen, da er sie heiraten will und sie liebt.

Luise ist über dieses Geständnis erleichtert und verlässt den Raum, Ferdinand folgt ihr.

Welche Szene ist der Höhepunkt in Kabale und Liebe?

Akt – Höhe- und Wendepunkt. Im III. Akt eines fünfaktiven Dramas kommt es in der Regel zu einem Höhepunkt der Konfliktentwicklung, was häufig mit einem Wendepunkt verbunden ist.

Warum vergibt Ferdinand seinem Vater?

Inhaltszusammenfassung – Das Drama dreht sich um die Liebesbeziehung zwischen Luise Miller, Tochter eines bürgerlichen Stadtmusikanten, und Ferdinand von Walter, Sohn des adeligen Präsidenten von Walter, Aufgrund ihres Standesunterschieds lehnen die Väter die Beziehung ab, Ferdinand soll stattdessen die Mätresse des Herzogs, Lady Milford, heiraten.

Um eine Ehe zwischen Luise und Ferdinand zu verhindern und den eigenen Ruf zu schützen, spinnt Ferdinands Vater eine Intrige mit seinem Sekretär Wurm: Sie nehmen Luises Eltern in Gefangenschaft und zwingen die junge Frau zu einem fiktiven Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb, der dem ohnehin schon eifersüchtigen Ferdinand zugespielt wird.

Luise muss unter Eid schwören, den Brief als einen freiwillig verfassten auszugeben, um ihre Eltern zu retten. Rasend vor Eifersucht vergiftet Ferdinand sich und Luise, Sterbend ist sie von ihrem Eid befreit und berichtet Ferdinand von der Intrige. Er erkennt seine Blindheit und erhält Luises Vergebung.

Was lernt man aus Kabale und Liebe?

Das bürgerliche Trauerspiel und Drama „Kabale und Liebe” ist als Kritik am Adel und seinen Machenschaften zu verstehen. Es thematisert zudem typische menschliche Gefühle und Verhaltensweisen.

Warum heißt es Kabale und Liebe?

Kabale, also Intrige, stehen nämlich der Liebe gegenüber. Das Wort Kabale steht für den Adel und die Liebe für das Bürgertum.

Warum ist Kabale und Liebe ein Trauerspiel?

Hintergrund – Titelblatt der Erstausgabe 1784 Theaterzettel der zweiten Aufführung vom 3. Mai 1784 in Frankfurt am Main mit August Wilhelm Iffland in der Rolle des Kammerdieners.1784 veröffentlichte Schiller seine theoretische Schrift Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet, Der Hauptgedanke dieser Abhandlung ist, die Tragödie als Mittel der Theodizee darzustellen: Die Aufgabe des Theaters sei es, die Ordnung der Welt als von Gott geschaffen zu zeigen, indem die höhere Gerechtigkeit auf der Bühne wiederhergestellt wird.

  • Diese Gerechtigkeit wird in Kabale und Liebe daran sichtbar, dass am Ende nicht die weltliche Justiz, sondern Gott als letzte richterliche Instanz gilt.
  • Eine weitere Funktion des Theaters sieht Schiller in dessen Erziehungsauftrag, das heißt darin, eine Katharsis des Zuschauers zu bewirken, ihn durch Bildung zur Veredelung zu bringen und so die „Schaubühne” zu einer „moralischen Anstalt” zu machen.

Deren bedeutendste Aufgabe aber sei ihre Mittlerrolle zwischen Freiheit und Notwendigkeit: Der Kampf des Individuums mit gesellschaftlichen, sittlichen und religiösen Zwängen wird auf der Bühne idealisiert und vom Menschen gewonnen. Kabale und Liebe ist ein bürgerliches Trauerspiel, eine auf Gotthold Ephraim Lessing zurückzuführende Form der Tragödie, die nicht mehr ausschließlich in der Welt des Adels, sondern auch in der des Bürgertums spielt.

Der Einfluss von Lessings Emilia Galotti auf Schillers Stück ist unübersehbar. Die literarische Ständeklausel ist außer Kraft gesetzt, der Konflikt zwischen Bürgertum und Adel – der sich auch als einer zwischen bürgerlichem Standes stolz und adeligem Standesdünkel manifestiert – ist das beherrschende Motiv.

Das allgemein Menschliche steht im Zentrum, politische Missstände werden offen angeklagt. Das Stück zählt zur Epoche des Sturm und Drang, Individuelle Interessen und subjektive Gefühle sowie die Forderung nach Freiheit gegenüber den Zwängen der Ständegesellschaft sind machtvolle Triebfedern für die Figuren und führen schließlich in die Katastrophe.

Durch seine Liebe zu Caroline von Wolzogen, der Schwester seiner späteren Ehefrau Charlotte von Lengefeld, war sich Schiller der Kluft zwischen Adel und Bürgertum schmerzlich bewusst geworden. Kabale und Liebe ist nach Die Räuber und Die Verschwörung des Fiesco zu Genua das dritte Drama Schillers. Im September 1782 war er aus dem Machtbereich des württembergischen Herzogs Carl Eugen nach Mannheim geflohen; der Herzog hatte Schiller wegen dessen unerlaubter Ausreise zur Uraufführung der Räuber unter Arrest stellen lassen und ihm seine schriftstellerische Tätigkeit untersagt.

Ungerechtigkeit und Fürstenwillkür, deren Zeuge und Opfer er wurde, haben sich in Kabale und Liebe niedergeschlagen:

  • Die Verschwendungssucht am herzoglichen Hof: Obwohl Württemberg zur Zeit Schillers ein relativ armes Land war, führte Carl Eugen sein Hofleben nach dem Vorbild des Versailler Hofes. Dementsprechend aufwändig waren die häufigen Feste, Bälle und Jagden, die durch Ausbeutung der Bevölkerung und „Soldatenverkauf” mitfinanziert wurden.
  • Soldatenhandel : Der „Verkauf” von Landeskindern ins Ausland, zu Schillers Zeiten vor allem für den Kolonialkrieg in Amerika, fand auch in Württemberg statt und diente der Geldbeschaffung. Dieser Söldnerhandel beinhaltete die Verschleppung von Bauern-, Handwerker- und Tagelöhnersöhnen zu ausländischen Herrschern, wobei auch gewalttätige Methoden und Betäubungsmittel eingesetzt wurden. Der „Landesvater” erhielt dafür hohe Summen an Kopfgeldern.
  • Das Mätressenwesen : Carl Eugen unterhielt ein für seine Zeit typisches, ausgeprägtes Mätressenwesen. Eine seiner Geliebten, Franziska von Hohenheim wurde später die offizielle Gefährtin des Herzogs und 1780 seine Ehefrau. Sie ist das zeitgenössische Vorbild der Lady Milford in Kabale und Liebe, Dies gilt insbesondere für den positiven Einfluss, den Franziska von Hohenheim auf den Herzog hatte.
  • Intrigen : Der zur Zeit Schillers am württembergischen Hof amtierende Minister Graf Friedrich Samuel von Montmartin hatte mittels gefälschter Briefe seinen Rivalen zu Fall gebracht und sich das alleinige Vertrauen des Fürsten verschafft.
  • Willkürherrschaft : Wie berechtigt Schillers Kritik an der Willkür der Herrschenden war, kann man unter anderem am Schicksal von Christian Friedrich Daniel Schubart erkennen, eines Journalisten und Dichters, der an den empörenden Zuständen Anstoß genommen hatte und dafür ohne gerichtliches Urteil eingekerkert worden war.

Welche Rolle spielt Lady Milford in Kabale und Liebe?

9 Seiten – Leseprobe Oft werden Frauen in literarischen Werken als unselbstständig dargestellt und haben oft nur eine passive Rolle. Friedrich Schillers Drama „Kabale und Liebe” 1, uraufgeführt im Jahre 1784, hat jemand, die vielleicht diese Rolle erfüllt.

  1. Lady Milford ist die Mätresse des Herzogs und wünscht sich eine Heirat mit Ferdinand, den Protagonisten im Stück, der jedoch schon eine Geliebte hat.
  2. Doch ist Lady Milford wirklich nur die hilflose Frau oder ist sie viel mehr als das? Dieser Essay wird sich also mit Lady Milford als Person beschäftigen und der daraus folgende Fragestellung: Inwiefern ist Lady Milford eine selbstbestimmte Person? Im Folgenden wird diese Frage mit Aspekten bezüglich ihre Beziehung zur Adelsgesellschaft, zu Luise und Ferdinand, sowie ihre Umstände und Lebensumgebung analysiert.

Laut Duden ist Selbstbestimmung die „Unabhängigkeit des bzw. der Einzelnen vonjeder Art der Fremdbestimmung (z.B. durch gesellschaftliche Zwänge, staatliche Gewalt)” 2, Da „Selbstbestimmung” eine moderne Kategorie ist, werde ich zuerst erläutern, inwiefern man als Frau im 18.

  1. Jahrhundert selbstbestimmt sein konnte.
  2. Das Bild der Frau im 18.
  3. Jahrhun­dert war immer mit Heirat und Kindererziehung verbunden.3 Jedoch wurden Ehen nicht mehr vorwiegend aus wirtschaftlichen oder ständischen Gründen von den Eltern vermittelt und bürgerliche Mädchen hatten das Recht, den Ehepartner selbst zu wählen.4 Nichtsdesto­trotz musste das bürgerliche Mädchen unberührt in die Ehe gehen, das Symbol für bürger­liche Sittsamkeit und das Gegenbild der höfischen Mätresse.5 Lady Milford ist nun eine Mätresse, eine Adelige und die offizielle Geliebte des Herrschers.

Während Mätressen oft großen politischen Einfluss haben, sieht das Volk auf die Mätresse eher herab.6 Letztend­lich folgt daraus, dass Frauen zu der Zeit nur wenige die Möglichkeit hatten, Selbstbestim­mung auszuleben, aufgrund der Umstände und des Gesellschaftsbildes der Frau im 18.

  1. Jahrhundert, einschließlich der Mätresse.7 Im Folgenden wird analysiert, was für und gegen Lady Milfords Selbstbestimmung spricht.
  2. Ein Bereich und Argument gegen ihre Selbstbestimmung ist ihre Beziehung zum Herzig und Mätressenwesen, welches ich im Folgenden untersuchen werde.
  3. Lady Milford ist die Tochter eines Fürsten, doch ihr Vater wurde wegen Hochverrats hingerichtet, was dazu führte, dass sie nach Deutschland fliehen musste.8 Um ein besseres Leben zu erlangen, hat­te sie also keine Wahl als die Konkubine des Fürsten zu sein, der ihr Ruhm, Reichtum und Macht gegeben hat.9 Des Weiteren lässt sich sagen, dass sie aufgrund ihrer Erziehung, der sie darauf vorbereitet hat der höfischen Etikette zu genügen, keine Chance auf ein selbstbe­stimmtes Leben gehabt hat und somit abhängig vom Adel und Mann ist.10 Insgesamt übt sie hier also keine Selbstbestimmung aus.

Obwohl sie also vom Herzog abhängig ist, hat sie ihre eigene Meinung über die Hofgesell­schaft. Sie bezeichnet die Adeligen als „erbärmliche Menschen” 11 und „Sklaven eines ein­zigen Marionettendrahts” 12, Überdies kritisiert sie die Künstlichkeit und Falschheit des Adels.13 Weiterhin vermittelt sie ihr Sentiment sprachlich direkt und unkompliziert, was zeigt, dass sie sich nicht scheut ihre Meinung frei zu sagen.14 Als sie erfährt, dass die Schmuckkiste, die vom Fursten mit siebentausend Landskinder” 15 bezahlt wurde, will Lady Milford diese nicht mehr haben.16 1 Von Schiller, Friedrich (2019): Kabale und Liebe.

  • Husum/Nordsee: Hamburger Lesehefte Verlag.2 „Selbstbestimmung” auf Duden online.
  • URL: https://www.duden.de/node/164197/revision/164233 (Abrufdatum: 09.09.2020).3 Vgl.
  • Völkl, Bernd (2017): Friedrich Schiller.
  • Abale und Liebe.
  • Ditzingen: Phillip Reclam.S.53f.4 Vgl.ebd.5 Vgl.ebd.6 Vgl.
  • Zimmer, Thorsten (2015): Friedrich Schiller.

Kabale und Liebe. München: Stark Verlagsgesellschaft.S.14.7 Vgl.ebd.8 Vgl. Von Schiller: Kabale und Liebe.a.a.O.S.28f.9 Vgl. Von Schiller: Kabale und Liebe.a.a.O.S.22.10 Vgl. ebd.11 Von Schiller: Kabale und Liebe.a.a.O.S.21.12 Ebd.13 Vgl. Ebd.14 Vgl. Von Schiller: Kabale und Liebe.a.a.O.S.21f.15 Vgl.

Von Schiller: Kabale und Liebe.a.a.O.S.24.16 Vgl. Von Schiller: Kabale und Liebe.a.a.O.S.S.25. Ende der Leseprobe aus 9 Seiten Details Titel Lady Milford in “Kabale und Liebe” von Friedrich Schiller. Ist sie eine selbstbestimmte Person? Jahr 2020 Seiten 9 Katalognummer V1161273 ISBN (Buch) 9783346572950 Sprache Deutsch Schlagworte lady, milford, kabale, liebe, friedrich, schiller, person Preis (Ebook) 5.99 Arbeit zitieren Anonym, 2020, Lady Milford in “Kabale und Liebe” von Friedrich Schiller.

Ist sie eine selbstbestimmte Person?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1161273 Ihre Arbeit hochladen Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit: – Publikation als eBook und Buch – Hohes Honorar auf die Verkäufe – Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN – Es dauert nur 5 Minuten – Jede Arbeit findet Leser Kostenlos Autor werden

Wer ist Sophie in Kabale und Liebe?

Charakterisierung Sophie, Kammerzofe der Lady Milford, aus Schillers »Kabale und Liebe« zur Seite steht Sophie, deren Kammerzofe, Sie ist ein Mädchen aus dem Bürgerstand. Doch der Hof hat bereits seinen verderblichen Einfluss auf sie geübt. Sie hat Augen für kostbares Geschmeide, aber auch Augen für die Schwächen ihrer Gebieterin, denen sie zu schmeicheln weiß.

Wen liebt Lady Milford?

GRIN – Schiller, Friedrich – Kabale und Liebe – Luise und Lady Milford – Vergleichen sie die beiden Charaktere

Gliederung: 1)Einleitung 2)Beschreibung von Luise Miller (Herkunft & Abstammung, soz. Stand, Auftreten und Handeln, Beziehung zu Ferdinand) 3)Beschreibung von Lady Milford (Herkunft & Abstammung, soz. Stand, Auftreten und Handeln, Beziehung zu Ferdinand) 4)Konfrontation der beiden Protagonisten mit Vergleich der beschriebenen Charaktere In seinem bürgerlichen Trauerspiel,Kabale und Liebe” kritisiert Friedrich von Schiller die Gesellschaft und die damalige politische Ständeordnung.Es handelt von der Liebe zwischen der bürgerlichen Musikertochter Luise Miller und dem adeligen Präsidentensohn Ferdinand.

Diese beiden Personen lieben sich abgöttisch,doch sie können ihre Liebe nicht öffentlich preisgeben und heiraten, da sie aus verschiedenen Ständen kommen. Dazu kommt noch, dass die Väter der Verliebten gegen die Verbindung agieren, besonders Ferdinands Vater, der Präsident.

  1. Er will seine Interessen, seinen Sohn mit einer Adeligen zu verheiraten, mit Hilfe einer Kabale durchsetzen.
  2. Hierbei spielen die beiden weiblichen Protagonisten das Bürgermädchen Luise Miller und die Adelige Lady Milford eine große Rolle.
  3. Luise Miller, die 16 – jährige Tochter des Stadtmusikus und seiner Frau, kommt aus einem bürgerlichen Haus.

Besonders dem Vater Miller bedeutet das hübsche junge Mädchen -,Das M ä del ist sch ö n – schlank – f ü hrt einen netten Fu ß,” (I1, S.3-4/Z.33f) – sehr viel, was ihr auch bewusst ist, indem sie über sich sagt:,Ich habe einen Vater, der kein Verm ö gen hat als diese Tochter.” (III4, S.49/Z.36f),

Aber auch die Mutter meint über sie:,. meine Tochter ist zu etwas Hohem gem ü nzt.” (I2, S.7/Z.23), Luise vertritt die Ansicht, dass sie mit Liebe und nicht mit Geld reich wird. (I4, S.10/Z.13f):,Ich bringe ja nichts mit mir, als meine Unschuld, aber der Vater hat ja so oft gesagt, dass der Schmuck und die pr ä chtigen Titel wohlfeil werden, wenn Gott kommt, und im Herzen die Preise steigen.

Ich werde dann reich sein.” Sie spielt damit auch auf ihre Beziehung zu Ferdinand von Walter, dem Sohn des Präsidenten, an. Diese jedoch stellt für das Bürgermädchen zum einen aufgrund ihres Standes, aber auch aufgrund beider Väter der Verliebten, ein großes Problem dar, das sie bis zu ihrem tragischen Tod am Ende des Dramas treibt.

  1. Luise ist zwar von Ferdinands Aufmerksamkeiten in seinen Aussagen und Handeln beeindruckt, sieht jedoch keine Chance für die Liebe eines Adeligen zu einem,schlechten, vergessenem M ä dchen.” (I3, S.9/Z.21).
  2. Diese Äußerung belegt ihr Minderwertigkeitsgefühl, ausgelöst durch ihren sozialen Stand.
  3. Dies führt sogar soweit, dass sie sagt, sie,entsage ihm f ü r dieses Leben” und erst nach dem Tod,wenn die Schranken von beiden abspringen” und,all die verhasste H ü lsen des Standes – Menschen nur Menschen sind” mit ihm zusammenkommen kann und will.

Das Bürgermädchen fühlt sich für Ferdinand, den adeligen Präsidentensohn, nicht würdig, gönnt ihn einer anderen,. einer Edlen und W ü rdigeren” (III4, S.50/Z.43) und will sich auch nicht der gesellschaftlichen Ordnung widersetzen, was diese,zugrund st ü rzen w ü rde.” ( III4, S.50/Z.29f) So hat sie sich damit abgefunden, dass sie bürgerlich ist und, beweint Schicksal nicht.” (I3, S.9/Z.23), was besonders in III4 mit den inneren Schranken zwischen Luise und Ferdinand aufgezeigt wird.

  • Während Ferdinand als glühender Sturm und Drang, sich aus allen Bindungen löst, vermag Luise diese nicht abzustreifen.
  • Dadurch ist sie stets zwischen der Liebe zu ihrem Vater und der zu Ferdinand hin und her gerissen.
  • Doch die Vaterliebe ist für Luise zu Lebzeiten wichtiger – wobei der Vater sie auch öfters mit seinen Aussagen, wie zum Beispiel er gäbe,(.)das bissel Bodensatz Jahre hin, h ä tte sie den Major nie gesehen.” (I3, S.9/Z.31f) und seine Tochter solle lieber sterben,,wenn die K ü sse ihres Majors hei ß er brennen, als die Tr ä nen Vaters.” (V2, S.78/Z.6f) unter Druck setzt.

Solche Worte aus dem Mund ihres Vaters treffen Luise natürlich tief und sie ist immer im Konflikt mit sich selbst, ob sie sich der Liebe ihres Vaters unterwerfen soll oder ob sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen und mit Ferdinand, ihrem Geliebten, flüchten soll.

Hinzu kommt aber noch, dass vor allem der Vater von Ferdinand, der Präsident von Walter die Verbindung seines Sohnes mit der Tochter des Stadtmusikus, einer,B ü rgercanaille” (I5, S.12/Z.26), nicht duldet. Dieser hat nämlich die Absicht Ferdinand mit Lady Milford, der Mätresse des Herzogs zu vermählen, um seinen Einfluss und damit auch den Machtbereich seines Sohnes, als dessen Nachfolger, zu mehren.

Als von Walter merkt, dass er Ferdinand von Luise nur durch eine Intrige lösen kann, entwirft er mit seinem Berater, Wurm, einen verwerflichen Plan. Er lässt die Eltern des Mädchens gefangen nehmen, die Luise nur durch einen Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb,freikaufen” kann.

  1. Als sie sich so mit dem fingierten Liebesbrief unterwerfen muss, wird sie beinahe zur Furie.
  2. Denn während Wurm dabei um,das sch ö nste Exemplar einer Blondine” (I5, S.12/Z.32) wirbt, lehnt sie seine Annährungsversuche derb ab, indem sie sagt:,Weil ich dich in der Brautnacht erdrosselte und mich dann mit Wollust aufs Rad flechten lie ß e (III6, S.57/Z.19f)”.

Um die Tatsache des gefälschten Liebesbriefes für Ferdinand als echt zu inszenieren, muss die tiefgläubige und fromme Luise mit einem Eid belegt, ihrem Geliebten schwören, dass sie den Brief geschrieben hat, wobei sie nichts von der Erpressung seines Vaters erwähnen darf.

  • Dieser Plan geht auf und Ferdinand glaubt nach dem Schwur von ihr, dass sie ihm untreu ist.
  • Dazu kommt noch, dass sie zu Lady Milford, ihrer,Rivalin” beordert wird.
  • Lady Emilie Milford, die Favoritin des Herzogs und die Gräfin von Ostheim, wurde in England aus dem Geschlecht von Thomas Norfolk als Tochter des obersten Kämmerers des Königs geboren.

Nachdem ihr Vater, der,. bez ü chtigt, in verr ä terischem Vernehmen mit Frankreich zu stehen.” (II3, S.28/Z.27f) mit ihrer Mutter hingerichtet wurde, war sie als vierzehnjähriges Mädchen nach Deutschland geflohen. Sie lebte dort sechs Jahre von gerade mal ein paar Juwelen, die sie retten konnte, bevor alle ihre Güter der Krone zufielen.

  1. In Hamburg traf sie im Alter von 20 Jahren auf den Herzog, der ihr, schwur dass er liebe.” (II3, S.29/Z.7f) und sie als seine Geliebte zu sich nahm.
  2. Nun konnte sie wieder in Wohlstand leben, wie sie es in ihrer Kindheit gewohnt war, wobei Lady Milford jedoch keinerlei Liebe für den Fürsten empfand.

,Auch jetzt bleibt sie noch bei ihm um durch ihre Menschlichkeit dem Herzog,,. dem Tyrannen den Z ü gel ab, der woll ü stig in Umarmung erschlappt(e)” (II3, S.29/Z.41f) und auf ihre Barmherzigkeit hin damit auch schon Todesurteile zurückzog und verurteilten Menschen die Strafe milderte.

  • Durch ihren Einfluss auf die Regierung lies die Adelige endlich wieder einen Hauch von Gerechtigkeit in das Land einkehren.
  • Das ermöglichte ihr wiederum sich vor ihrem eigenen Gewissen zu rechtfertigen, dass sie eine falsche Beziehung zum Herzog führe, weil sie, dem F ü rsten ihre Ehre verkauft habe, aber ihr Herz noch frei behalten habe.

– ü ber welches der giftige Wind des Hofes wie der Hauch ü ber einen Spiegel ging” (II3, S-22/Z.22f). Deshalb ist die Lady in einem Zwiespalt zwischen ihrer Ehre und ihrem,Ehrgeiz(.), einer Dame am Hof den Rang vor einzur ä umen” (II1, S.22/Z.27f),

In der berühmten Kammerdienerszene (II2) überreicht ihr ein Diener ein kostbares Geschenk als Hochzeitsgabe ihres Herzogs, für die anstehende Vermählung mit dem Präsidentensohn. Als Lady Milford unter Tränen und voller Zorn berichtet, unter welchen Umständen diese Kostbarkeiten erkauft worden sind – nämlich mit dem Verkauf von 7000 Landeskindern an den König von England, um die Aufständischen in den amerikanischen Kolonien zu bekämpfen – erkennt sie entsetzt ihre Ahnungslosigkeit (Regieanweisung:,f ä llt mit Entsetzen in den Sofa”; II2, S.24/Z.22),

Sofort erwacht ihr Mitgefühl (Regieanweisung:,heftig bewegt”; II2, S.24/Z.36) über deren Schicksal, und die Adelige bestimmt, dass das Diadem zu Geld gemacht und an brandgeschädigte notleidende Familien verteilt werden soll. Lieber trüge sie,falsche Juwelen im Haar und das Bewusstsein dieser Tat im Herzen” (II2, S.25/Z.29) als,den Fluch” des Landes.

  • Das Hochzeitsgeschenk für die Lady passt gut in den verwerflichen Plan des Präsidenten: Er will sie – wie schon vorher erwähnt – mit seinem Sohn Ferdinand verheiraten um ihn über den,Gebrauch” seines Herrn dem Herzog im,Netz einer Familie” (I5, S.14/Z.8f) zu halten.
  • Für Lady Milford ist Ferdinand der Mann ihrer Liebe -,Der erste Mann, der Schrecken macht” (II2, S.25/Z.39) – derjenige, der sie durch ihre Heirat mit ihm aus der Abhängigkeit vom Fürsten befreien soll.

Hätte sie den Fürsten verlassen, wäre ihr auch der Komfort genommen worden. Aber für diesen Reichtum betrog sie ihr Herz. Deshalb war sie, trotz des Geldes, in dieser Zeit sehr unglücklich mit ihrem Leben. (II1, S.22/Z.4f), Unter allen, die an den Br ü sten der Majest ä t trinken, kommt die Favoritin am schlechtesten weg, weil sie allein dem gro ß en und reichen Mann auf dem Bettelstabe begegnet.” Als sie dann Ferdinand kennen lernte und sich in ihn verliebte, schien ein Traum für sie in Erfüllung zu gehen.

Dieser Mann, so denkt sie, soll ihr die Qualen der vergangenen Jahre durch seine Liebe belohnen.,der Mann, den mein ersch ö pftes Schicksal vielleicht zum Ersatz meiner vorigen Leiden schuf – der Mann, den ich schon mit brennender Sehnsucht im Traum umfasse – “(II3, S.30/Z.12f) Und er hat Geld. Sie muss also auch nicht auf Wohlstand verzichten.

Sie wünscht sich nichts mehr, als Ferdinand zu heiraten. Sie befand sich immer im Zwiespalt zwischen dem Bedürfnis nach einer Liebe und dem nach Wohlstand. Mit der Aussage,Mein Herz brannte nach einem Herzen – Ich sank an das seinige.” (II3, S.29/11f), und weil der Herzog,mit dem Talisman seiner Gr öß e jeden Gelust Herzen, wie ein Feenschloss, aus der Erde rufen,” (II1, S.22/Z.7f) begründet sie ihre Beziehung zu dem Fürsten.

Als Ferdinand bei ihr erscheint, um ihr mitzuteilen, dass er eine Heirat mit ihr als unehrenhaft ablehne, macht sie ihm durch ihren Lebensbericht klar, dass sie zwar ihre Ehre, nicht aber ihr Herz verloren habe, und stellt ihm das Urteil über sie frei:,Jetzt verdammen Sie mich! ” (II3, S.29/Z.12f) In ihrem Lebensbericht entwirft sie das Bild einer edlen Mätresse, die ihren Körper eingesetzt hat, den Tyrannen zu zügeln zum Wohle der leidenden Untertanen:, ein Vaterland, Walter, f ü hlte zum erstenmal eine Menschenhand”.

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(II3, S.29/43f) Mit dieser Rechtfertigung, bei der sie jedoch ihren Ehrgeiz und ihren Willen zur Macht verschweigt, gewinnt die Lady die Achtung Ferdinands, eine Dame von so viel Sch ö nheit und Geist – Eigenschaften die ein Mann sch ä tzen w ü rde” (II3, S.27/Z.27f), der ihr aber dann gesteht, dass er eine andere, Luise Miller, liebe und heiraten wolle.

Jedoch kann sie es ihm nicht zugestehen, aus einem Gefühl der Bedrohtheit ihrer Ehre und wohl auch aus Eifersucht. Deshalb sagt die Adelige:,Die Beschimpfung ist unausl ö schlich, wenn ein Untertan des F ü rsten mich ausschl ä gt.” (II3, S.32/Z.1f) Die Mätresse des Fürsten weiß, dass sie nie richtig glücklich werden wird mit einem Mann, der ihr “seine Hand nur gezwungen gab”.

Doch sie will ihn auch nicht ablehnen, da sie um ihren Ruf fürchtet und Ferdinand ja trotzdem liebt. Die 7.Szene des IV. Aktes ist die zentrale Szene der Auseinandersetzung der beiden Frauen, die sich hier zum ersten Mal und einzigen Mal begegnen. Hierbei kommen genau die Unterschiede der vorher beschriebenen Charaktere zum Vorschein.

Da Lady Milford nicht um die Intrige weiß, die Luise und Ferdinand getrennt hat, zitiert sie das Bürgermädchen zu sich um sie kennen zu lernen und um sie zu beeindrucken. Daher gibt sich die Lady der, sch ü chtern” (IV7, S.65/12 ) und,ehrerbietig” (IV7, S.66/Z.17) Luise gegenüber, herablassend, demütigend, einschüchternd und spöttisch, indem sie sich zunächst in einem,sehr pr ä chtige Saal” (Regieanweisung, IV6, S65./Z.8) sich mit großer Dienerschaft umgibt und sich aufwendig kleidet und schmückt.

Damit zeigt die Regieanweisung am Anfang der Szene schon deutlich die Rollenverteilung auf. Dies kommt auch besonders zum Ausdruck anhand der Art und Weise, wie – raffiniert von Schiller inszeniert – die Adelige das bürgerliche Mädchen empfängt, (Regieanweisung, IV7, S.65/Z.14) indem sie,ihr den R ü cken zugewandt ” und,eine Zeit lang aufmerksam im Spiegel “.

Lady Milford will sich das bürgerliche Mädchen gefügig machen und bietet ihr eine Stelle als Kammerdienerin an, die Luise aber ablehnt, was die Adelige wiederum in Wallung versetzt:,Sind diese Finger zur Arbeit zu niedlich? (IV7, S.66/Z.22) Aus ihrer Empörung entwickelt sich ein gegenseitiges Rededuell, bei dem das Bürgermädchen sich der Adeligen behaupten muss.

Im Verlauf dieses,Duells” wird Luise auch immer sicherer und entgegnet der Lady schlagfertig, zeigt sich furchtlos, kühl analysierend,gelassen und edel” (IV7, S.67/Z.42) und schließlich moralisch überlegen. Die überlegene Führung des Streitgesprächs ihrerseits zeigt sich jetzt an ihren wachsenden Redeanteilen, und Luise tritt stolz als Vertreterin ihres bürgerlichen Standes auf:,Ich will nur fragen, was Lady bewegen konnte, mich f ü r die T ö rin zu halten, die ü ber ihre Herkunft err ö tet”(S.68 /8f), was ihre Gegnerin zu Eifersucht und einer Drohung treibt:,Wag es, an ihn zu denken (.) Ich bin m ä chtig, Ungl ü ckliche – f ü rchterlich – so wahr Gott lebt! du bist verloren!” (IV7, S.69/6f) und,Ich kann nicht mit ihm gl ü cklich werden – aber du sollst es auch nicht werden – Wisse das, Elende!” (IV7, S.69/19f ) Doch es kommt schnell zu einer Wendung und sie will um ihn zu bekommen sogar Luise, seine Liebste, bestechen, damit diese Ferdinand hergibt.

Dies zeigt ihre Unterlegenheit – trotz des höheren Standes – gegenüber dem Bürgermädchen. Aber als Luise ihn ihr dann freiwillig und scheinbar selbstlos abtreten will, merkt Lady Milford erst, wie egoistisch sie war und merkt dass sie die Liebe zweier Menschen zerstört. Die Adelige ist so beeindruckt und beschämt von der ihr gesellschaftlich Unterlegenen, dass sie nun ihrerseits zu einer heldenhaften Entsagenden wird.

Die Lady kündigt ihre Stellung als Mätresse auf und verlässt als arme, aber stolze,britische F ü rstin” (VI9, S.72/36) Johanna Norfolk ihren Herzog und ihr Vermögen, für das sie all die Qual beim Herzog zubrachte, für die versammelte Dienerschaft, das tyrannisierte,teutsche Volk” (IV9, S.72/37) aufgibt und unter ihren Bediensteten aufteilt.

Sie gibt also auf, was ihr vorher viel bedeutete und will ein neues Leben beginnen, indem sie zurück nach England geht und Ferdinand vergessen und eine neue Liebe finden will. Das ist sehr mutig, da sie nichts gelernt hat, außer in der Welt der Reichen zu leben und wahrscheinlich wieder Probleme haben wird, dort Fuß zu fassen.

Doch auch durch dieses Zeichen lässt sich Luise nicht von ihrem Vorhaben sich umzubringen, abbringen, bis sie es ihrem Vater, der mittlerweile wieder frei ist, gesteht. Er redet ihr es aus und sie wollen wegziehen, weil ihr Ruf zu schlecht ist. Denn durch den Freitod wollte Luise sich vom Eid befreien, um sterbend Ferdinand die Wahrheit sagen zu können.

  1. Urz darauf kommt Ferdinand, der Luise immer noch liebt, sie besuchen.
  2. Weil sie sich an den Eid gebunden fühlt – Ausdruck ihrer tiefen Gläubigkeit – muss das bürgerliche Mädchen auf seine sich ständig wiederholende Frage hin wahrheitsgemäß bekennen, dass sie den Brief geschrieben habe,Schw ö re bei Gott! Bei dem f ü rchterlich wahren! Schriebst du diesen Brief ?”- (V2/S.81/7f), was in Ferdinand einen Mordplan reifen lässt.

Er gibt ihr während dem Gespräch Gift in die Limonade. Nachdem Luise davon getrunken hat, gesteht sie ihm doch alles.,Nun kann ich nicht mehr schweigen(.)” (V7, S.92/Z.9f), weil sie nur einmal im Leben gelogen hat,,als den Brief schrieb an den Hofmarschall.” (V7, S.92/Z.17) Denn erst durch die Tat Ferdinands, der Luise und sich selbst vergiftet hat, kann sie ihm alles beichten, da der Eid nun nicht mehr gilt.

  • Sterbend vergibt sie Ferdinand, der – ebenfalls im Sterben liegend – seinem eigenen Vater vergibt.
  • So gehört der letzte Akt jetzt wieder den Liebenden, in der beide zu tragischen Helden wachsen.
  • Im Tode klären sich die Intrigen, die Helden wachsen zu sittlicher Größe und die Schurken erfahren ihre verdiente Bestrafung da letztendlich die bürgerliche Moral siegt.

Somit kann man Luise als Vertretung bürgerlicher Wertvorstellungen und Moral, als den,Dreh- und Angelpunkt” in,Kabale und Liebe” sehen. : GRIN – Schiller, Friedrich – Kabale und Liebe – Luise und Lady Milford – Vergleichen sie die beiden Charaktere

Wie alt ist Ferdinand von Walter?

Ferdinand von Walter ist der Sohn des Präsidenten von Walter. Er ist 20 Jahre alt und bereits Major in der Armee des Herzogs.

Was ist die Intrige in Kabale und Liebe?

Intrige: Die Intrige ist Dreh- und Angelpunkt des Stücks. Durch sie scheitert die Liebe zwischen Ferdinand und Luise und dank ihr kommt es am Ende zur Katastrophe. Sie wird von dem Sekretär Wurm gesponnen, aber letztlich sind fast alle Personen des Stücks darin verwickelt.

Warum vergibt Ferdinand seinem Vater?

Inhaltszusammenfassung – Das Drama dreht sich um die Liebesbeziehung zwischen Luise Miller, Tochter eines bürgerlichen Stadtmusikanten, und Ferdinand von Walter, Sohn des adeligen Präsidenten von Walter, Aufgrund ihres Standesunterschieds lehnen die Väter die Beziehung ab, Ferdinand soll stattdessen die Mätresse des Herzogs, Lady Milford, heiraten.

Um eine Ehe zwischen Luise und Ferdinand zu verhindern und den eigenen Ruf zu schützen, spinnt Ferdinands Vater eine Intrige mit seinem Sekretär Wurm: Sie nehmen Luises Eltern in Gefangenschaft und zwingen die junge Frau zu einem fiktiven Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb, der dem ohnehin schon eifersüchtigen Ferdinand zugespielt wird.

Luise muss unter Eid schwören, den Brief als einen freiwillig verfassten auszugeben, um ihre Eltern zu retten. Rasend vor Eifersucht vergiftet Ferdinand sich und Luise, Sterbend ist sie von ihrem Eid befreit und berichtet Ferdinand von der Intrige. Er erkennt seine Blindheit und erhält Luises Vergebung.

Warum will Luise nicht mit Ferdinand fliehen?

Kabale und Liebe: Akt 3 Szene 4 (Inhaltsangabe/Zusammenfassung) Text Ferdinand von Walter und Luise Miller Autor/in : Friedrich Schiller Epoche : Sturm und Drang / Geniezeit

Die angegebenen Zitate in der nachfolgenden Inhaltsangabe bezieht sich auf dieses Buch:Friedrich Schiller: Kabale und Liebe EinFach Deutsch Schöningh Verlag ISBN : 978-3-14-022305-8

Die Literaturepoche des Sturm und Drangs: Gegenbewegung oder Teil der Aufklärung? Diese und andere spannende Fragen beantwortet euch der Germanist Dr. Tobias Klein von im Gespräch mit dem Podcaster Wilhelm Arendt. Epoche Epochenbeginn 1767 Epochenende 1785 Links: Schiller liest an geheimem Ort seinen Freunden aus den Räubern vor, während sich die Häscher des Herzogs nähern Der Sturm und Drang gilt als eine Epoche, bei der das Individuum und seine Gefühle in den Vordergrund gestellt werden.

  1. Dadurch widerspricht der Sturm und Drang der, die als zu verstand- und vernunftorientiert empfunden wurden.
  2. Diese Epoche, die vorwiegend durch Johann Gottfried von Herder angetrieben wurde, ist aber kein kompletter Gegensatz zu Immanuel Kants Aufklärung, sondern erweitert diese.
  3. Die Aufklärer versuchten das Wundersame und Verborgene in der Welt zu eliminieren und rational zu erklären.

Dieser kalte Rationalismus war den Stürmern und Drängern verhasst. Sie stellten die Gefühle und Subjektivität an vorderster Stelle (Emotio statt Ratio), nichtsdestotrotz ließ man Platz, damit die Gefühle mit Vernunft und Verstand eine Einheit bilden konnten.

  • Die Absichten beider Epochen-Vertreter waren durchaus ähnlich, da sie die absolutistische Herrschaftsformen und das adelige Leben ablehnten sowie die Gesellschaft, Kunst und Literatur modernisieren wollten.
  • Die Abwendung von der puren Aufklärung machte sich dadurch deutlich, dass man von den streng durchreglementierten Formen der Literatur absah und stattdessen künstlerische Freiheit gewährte.

Zentrale Bedeutung in den Werken bekam meist das „Ich”, welches man das Genie nannte und wodurch die Epoche auch als Geniezeit bezeichnet wird. Das Genie wurde zum Mittelpunkt ästhetischer Betrachtung erhoben, es schafft seine eigenen Regeln und Gesetze, strebt nach Freiheit und Selbstverwirklichung, ist kompromisslos und kämpft gegen die Wirklichkeit und Gesellschaft bzw.

die Gesellschaftsnormen. Dabei agiert das Genie mit Herz und Gefühl und fühlt sich der schöpferischen Kraft der Natur verbunden. Das Genie, welcher als Held angesehen wurde, scheitert aber in aller Regel mit seinen Freiheitsbestrebungen. Es zerbricht an der Wirklichkeit, an den Normen, Moralvorstellungen und Zwängen der Gesellschaft.

Nicht selten führt dieses Scheitern des „Helden” beim Sturm und Drang zum Tod, denn da er keine Kompromisse schließen kann ist dies der einzige Ausweg an seinen Idealvorstellungen festzuhalten. Ebenfalls recht wichtig beim Sturm und Drang ist die Natur.

  • Alles Wahre, Gute, Schöne, Elementare und Göttliche wird in der Natur gesehen (Pantheismus).
  • Das einfache Volk wird dabei eine größere Naturverbundenheit und damit eine größere Nähe zur Wahrheit und Echtheit zugesprochen als wohlhabende und adelige Menschen.
  • Der Sturm und Drang behandelt größtenteils Themen zu Liebe und Natur.

Die wichtigste Gattung ist das Drama. Die jungen Dichter waren meist zwischen 20 und 30 Jahren alt und stammten vorwiegend aus dem (Klein-)Bürgertum, d.h. sie kamen nicht aus wohlhabenden Verhältnissen. Zu den wichtigsten Vertretern gehörten Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller.

  • Mit Goethes Italienreise und Schillers Kant-Studien beendeten beide die Epoche des Sturm und Drangs und wendeten sich der (Weimarer) Klassik zu.
  • Autor/in Bürgerlicher Name: Johann Christoph Friedrich von Schiller * 1759 † 1805 (45 Jahre) Links: Friedrich Schiller (1793/94), Ölgemälde von Ludovike Simanowiz – Inhaltsangabe/Zusammenfassung In der vierten Szene des dritten Aktes des Dramas „Kabale und Liebe”, welches im Jahr 1784 von Friedrich Schiller verfasst wurde, eröffnet Ferdinand Luise, dass er mit ihr fliehen wolle.

Als diese daraufhin die Beziehung zu Ferdinand beenden möchte, vermutet dieser, dass Luise einen Liebhaber habe. Zuvor hat das Verhältnis zwischen Luise und Ferdinand für viele Probleme gesorgt, da diese beiden aus unterschiedlichen Ständen stammen und somit eine Hochzeit oder eine ernsthafte Beziehung unmöglich ist.

Der Vater von Ferdinand, der Präsident, ließ die Eltern von Luise inhaftieren. Mit diesem Druckmittel will er Luise dazu bringen einen Brief zu schreiben, der an einen Liebhaber gerichtet sein solle, damit Ferdinand diesen sieht und die Beziehung von sich aus beendet. Luise und Ferdinand befinden sich im Haus der Millers.

Luise erzählt Ferdinand, dass sie keine Hoffnungen mehr habe, worauf Ferdinand ihr sagt, dass er mit ihr fliehen möchte. Luise lehnt dies ab, weil sie ihren Vater nicht zurück lassen wolle. Sie möchte die Beziehung zu Ferdinand beenden, sie sieht ein, dass der Unterschied der Stände zu groß ist.

Ferdinand vermutet, dass sie nicht mit ihm fliegen wolle, weil sie einen Liebhaber habe. Ferdinand lebt in einer anderen Realität als Luise. Er plant sich über die Ständegesellschaft hinwegzusetzen und mit Luise zu fliehen. Dabei malt er sich die Flucht und die Zeit, die die beiden miteinander verbringen sehr unrealistisch aus.

Er schwärmt sehr und stellt seine Liebe für Luise über alles und würde sogar seinen Vater für diese Liebe verraten. Luise hingegen hat verstanden, dass sie nicht so leben können und geht auch nicht auf Ferdinand Idee ihren Vater mit auf die Flucht zu nehmen ein.

Sie ist sehr traurig, sieht aber ein, dass die Beziehung keine Zukunft hat. Durch den Vorschlag, sich als Heldin darzustellen, die den Sohn zurück bringt (S.70, Z.33f.), erhofft sie sich möglicherweise Gnade des Präsidenten, den sie sehr fürchtet. Sie stellt sich selbst in ein schlechtes Licht und bezeichnet sich selbst als „Verbrecherin” (S.71, Z.2).

Sie ist sehr traurig über die Trennung, die ihr bevor steht. Diese Trauer bringt sie in einer Stimmung und Wortwahl zur Aussprache, die ich persönlich ein wenig depressiv finde. Sie sieht ihre Zukunft als „leer und erstorben” (S.71, Z.20). Jedoch bleibt sie ihrer Entscheidung standhaft, versichert Ferdinand aber auch, dass er nicht der Schuldige an der Trennung sei, indem sie ihm „Komplimente” macht.

  • Vgl.S.71, Z.13 ff.) Die Liebenden gehen unterschiedlich mit der Entscheidung um.
  • Von Walter, welcher vermutlich nicht mit einer Zurückweisung gerechnet hat, bzw.
  • Keine Zurückweisungen zuvor bekam, reagiert mit Zorn, während Luise traurig ist und sich selbst tiefer in ihr Leiden zieht.
  • Sie handelt rational, während Ferdinand emotional handelt.

Es entsteht der Eindruck, dass Ferdinand Luise nicht richtig zuhört, da er am Ende des Dialoges die Frage stellt, ob sie wirklich nicht mit ihm fliehen wolle (S.71, Z.25). : Kabale und Liebe: Akt 3 Szene 4 (Inhaltsangabe/Zusammenfassung)

Welche Rolle spielt Wurm in Kabale und Liebe?

Literarische Charakteristik des Sekretärs Wurm – In Schillers Inszenierung,Kabale und Liebe” spielt Wurm eine der Hauptfiguren, die in vielen wichtigen Szenen vertreten ist. Er ist Haussekretär des Präsidenten und man zählt ihn zu einer Personengruppe, die allzeit dienstbeflissen mit seinen Herrn intrigiert.

  1. Er tritt als williges Werkzeug und als Spitzel des Hofadels auf.
  2. Wurm ist ein ränkesüchtiger Geselle, der auf sein Äußeres achtet, auch wenn er sich schon im mittleren Alter befindet und man ihn nicht als Schönling bezeichnen kann.
  3. Er versucht sich so gut wie möglich an den Adel anzupassen und sich durch vornehme Kleidung, wie Stock und Hut, vom Bürgertum abzugrenzen.

(1.Akt 2.Sz.) Aber auch durch seine vornehme Haltung und seiner hochmütigen Sprache kann man dies erkennen. Sein Satzbau ist präzise und seine Wortwahl genau durchdacht. Ein Ansehen hat er jedoch nicht, da er selbst nur ein Bediensteter des Präsidenten ist.

  1. Für ihn ist die gesellschaftliche Stellung wichtig, deswegen verändert er sein Verhalten in den unterschiedlichen Gesellschaften.
  2. Vor dem Präsidenten hat Wurm Respekt, da der Präsident eine größere Macht als er ausübt.
  3. Er versucht sich bei ihm möglichst einzuschmeicheln um mehr Macht zu erlangen.
  4. Nie würde sich Wurm dem Präsidenten widersetzen, da sein eigenes Wohl ihm am wichtigsten ist.

Er verhält sich gegenüber höheren Persönlichkeiten unterwürfig und ergeben. Zitat: Wurm:,Gnädiger Herr, ich bitte sehr um Vergebung.” (1.Akt 5.Sz.) An diesem Beispiel kann man sehen, wie Wurm dem Präsidenten unterliegt. Dennoch hat er Einfluß auf den Präsidenten und versucht ihn nach seinen eigenen Interessen zu beraten, was ihm auch meist gelingt.

Zum Beispiel im 1.Akt 5.Sz.: Wurm erzählte dem Präsidenten von Ferdinands und Luises Beziehung. Wurm wußte, daß der Präsident mit dieser Beziehung nicht einverstanden war. Zitat: Wurm:,Ihro Exzellenz haben die Gnade, mir den Beweis zu befehlen.” ;,Musikmeisters Millers Tochter.”(1.Akt 2.Sz.) Auch er hatte selbst um Luises Hand angehalten und nur Ferdinand stand ihm im Weg.

Sein Ziel war, es die beiden auseinander zu bringen, das aber konnte er nur mit Hilfe des Präsidenten. Im Bürgertum verhielt er sich gegenüber den Leuten sehr arrogant und herablassend. Für ihn war das Bürgertum nur eine untergeordnete Schicht, die sich nach den Befehlen des Adels zu richten hatte.

Er schätzt die Werte dieser Menschen nicht und sieht nur schwache Leute in ihnen. Immer wieder versuchte er sie als Spielfiguren zu nutzen. Er sieht die bürgerlichen Leute als dumm und ungebildet an. Er hat weder Respekt noch Anstand vor ihnen. Für ihn ist es selbstverständlich, daß das Bürgertum vor ihm Respekt hat und ihn als übergeordnet ansieht.

Doch nicht immer kann er seine Vorstellungen so durchsetzen, wie er sie gerne hätte. Im 1.Akt 2.Sz. kann man erkennen, wie er mit dem Leuten im Bürgertum umspringt. Zuerst wendete er sich zu Miller, um Ansprüche auf seine Tochter Luise zu erheben. Er ging von vorn herein davon aus, daß Miller nicht nein zu einen solchen Schwiegersohn sagen würde, da er Geld hatte und er Luise alles bieten könnte.

Doch als er dann als Schwiegersohn abgewiesen wird, wird er zornig und geht ohne sich zu verabschieden aus dem Haus, was er sich bei den Adligen nicht erlauben kann. Dies wollte er sich nicht von solchen Leuten gefallen lassen. Aber Wurm konnte zu Menschen auch noch bösartiger werden. Wenn es sein mußte war ihm jedes Mittel recht um seine Ziele zu erreichen.

Sogar vor Erpressung machte er keinen Halt, wobei er darin mit dem Bürgertum keine Probleme hatte. In der 6.Szene vom 3.Akt wird das deutlich. Luise konnte ihren Vater nur helfen, indem sie einen Brief fälschte. Man konnte dadurch sehen wie gehässig Wurm ist.

Er ist ein sehr großer Egoist und dazu ist er noch sehr gierig. Andere sind ihm egal. Sein Wohl und seine Vorteile sind die einzigen Dinge, die wichtig für ihn sind. Wurm hat aber auch noch sehr viele andere Eigenschaften, die ihn keineswegs zu einen besseren Mensch machen. Als er hört, daß Luise in Ferdinand verliebt ist, ist seine Eifersucht so groß, daß er sogar rachsüchtig wird.

Und wenn er Luise nicht bekommt, dann soll auch kein anderer sie kriegen. Er nimmt sich vor, die Liebe zwischen Ferdinand und Luise zu zerstören. Mit seiner falschen und hinterlistigen Art plant er eine Intrige zu seinem Gunsten. Er reagiert beleidigt, wenn andere ihm vorschreiben, was er zu tun hat.

  1. In vielen Szenen sieht man, wie gut sich Wurm verstellen kann.
  2. Bei Leuten, die seinem Nutzen dienen ist er zunächst sehr freundlich und versucht sich von seiner besten Seite zu zeigen.
  3. Doch sobald er seinen Willen nicht bekommt, will er sich irgendwie rächen und den Leuten Schaden zufügen.
  4. Auch von seinem Namen kann man Charaktereigenschaften ableiten.

Wie ein Wurm kriecht er dem Präsidenten hinterher und versucht so viel wie möglich,abzustauben”. Er ist durch seine äußere Erscheinung genauso häßlich anzusehen wie ein Wurm selbst. Im Gegensatz zum Hofmarschall hat er Verstand, den er auch gezielt einsetzen kann.

Er weiß genau, wie man sich in verschiedensten Situationen verhalten muß. Er kann es nicht leiden, wenn Menschen glücklicher als er sind. Gibt es jedoch Menschen die es schwer haben im Leben, freut er sich darüber. Er braucht immer etwas, an was er sich erfreuen kann und meist ist es das Leiden von anderen.

Er ist sehr schadenfroh und man kann ihn auch als einem schlechten Verlierer sehen. Zum Schluß will er sogar die Geheimnisse des Präsidenten verraten nur um sein eigenes Haupt zu retten. Zitat:,Ich will Geheimnisse aufdecken, dass denen, die sie hören, die Haut schauern soll.”(Letzte Szene) Er legt nur auf das wert, was er sich selbst ergattert hat.

  • Außerdem ist er feige, da er sich nicht einmal traut selbst um Luises Hand anzuhalten.
  • Lieber geht er zum Vater, der ein gutes Wort bei ihr einlegen soll.
  • Zitat: Wurm:,Ein väterlicher Rat vermag bei der Tochter viel, und hoffentlich werden sie mich kennen, Herr Miller?”(1.Akt 2.Sz.) Ursprünglich stammt Wurm aus dem Bürgertum.

Doch er konnte sich bis zum Sekretär des Präsidenten hocharbeiten, was auch nicht ganz auf ehrliche Weise geschah. Durch den Umgang mit dem Adel vergaß er jedoch seine Herkunft und fühlte sich nun selbst als ein Adliger. Er verabscheut das Bürgertum, da er selbst auch aus einer solchen Schicht stammt und lieber als Adliger geboren wäre.

Trotz dessen ist er kleinbürgerlich und kennt sich bestens im Bürgertum aus. Zitat: Präsident:,Einen Eid? Was wird ein Eid furchten, Dummkopf?” Wurm:,Nichts bei uns, gnädiger Herr. Bei dieser Menschenart alles.”(3.Akt 2.Sz.) Wurm ist eine der wichtigsten Figuren und einer der Gegenspieler im Stück.

Er war derjenige, der die Intrige plant und auslöst. Er soll den,Bösewicht des Dramas” verkörpern. Nur durch ihn ist es zu den Konflikten im Stück gekommen. In dieser Inszenierung hat diese Negativfigur einen sehr statischen Charakter. Seine schlechten Charaktereigenschaften verändern sich im Laufe des Stücks nicht, er bleibt von Anfang bis Ende der Schurke des Dramas.1130 Wörter 3 von 3 Seiten Details Titel Schiller, Friedrich – Kabale und Liebe – Charakteristik des Sekretärs Wurm Note 1 Autor Andrea Koch (Autor:in) Jahr 2000 Seiten 3 Katalognummer V98461 ISBN (eBook) 9783638969123 Dateigröße 373 KB Sprache Deutsch Anmerkungen Kurzreferat, 3 Seiten.

Was passiert in Akt 1 Kabale und Liebe?

Erster Akt – In der Exposition des Stückes streiten der Miller und seine Frau über die Beziehung ihrer Tochter zum Adligen Ferdinand von Walther. Dieser nimmt bei Miller Musikunterricht und hat sich in seine Tochter Luise Millerin verliebt. Die Echtheit dieser Liebe zweifelt der Vater aber an.

  1. Urz darauf erscheint der Haussekretär Wurm bei den Millers, um bei den Millers um die Hand ihrer Tochter zu bitten.
  2. Der Vater möchte diese Entscheidung allerdings seiner Tochter überlassen, was beim Sekretär Wurm auf Unverständnis stößt.
  3. Als dieser schließlich geht, unterhält Luise sich mit ihrem Vater und erklärt diesem ihre brennende Liebe für Ferdinand.

Schließlich erscheint Ferdinand von Walther selbst bei den Millers zum Flötenunterricht und trifft dort auf Luise. Er schwört ihr inniglichst seine Liebe, doch Luise äußert sachte Zweifel an ihrer Liebe und fürchtet, dass sie getrennt würden, da sie doch nur eine Bürgerliche ist.

  1. Unterdessen berichtet Sekretär Wurm Ferdinands Vater, Präsident von Walther, von dessen Beziehung zu Luise.
  2. Präsident von Walther hat allerdings andere Pläne und möchte Ferdinand mit der adligen Lady Milford verloben.
  3. Hierzu schickt er den Hofmarschall von Kalb, um der Lady Milford und der Stadt die Verlobung anzukündigen.

Als Ferdinand schließlich auf seinen Vater trifft, streiten beide sich heftig. Präsident von Walther besteht im Streit auf die Hochzeit zwischen seinem Sohn und Lady Milford und droht seinem Sohn, falls dieser sich nicht an die Anweisung halte.

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