Wie Ensteht Liebe?

Wie Ensteht Liebe
Wie entsteht Liebe | dasGehirn.info – der Kosmos im Kopf Veröffentlicht: 10.03.2019 Prof. Dr. Jens Prüssner, Leiter der AG Klinische Neuropsychologie an der Universität Konstanz: Liebe kommt in vielen verschiedenen Formen. Da ist die Liebe zu den Eltern, zum Partner, zu seinen Kindern, zu engen Freunden, und man kann sicher oft von Liebe zu seinen Haustieren reden. Jeder, der sich schon mal so richtig in jemanden verliebt hat, weiß, dass das ein überwältigendes Gefühl sein kann. Beim akuten Verliebtsein treten alle anderen Gefühle in den Hintergrund, die Stimmung ist über Wochen gehoben, und man denkt ununterbrochen an die andere Person. Als Folge verändern eine Vielzahl von chemischen Botenstoffen ihre Konzentrationen im Gehirn und im Körper. So erhöht das während der größten Verliebtheit im Nebennierenmark ausgeschüttete direkt den Puls. Wohl deshalb wurde früher der Sitz des Liebesgefühls im Herzen verortet, und das Herz dient in vielen Kulturen weiterhin als Symbol der Liebe (so auch bei uns). Dabei ist dieser Prozess derselbe wie bei einer Alarmreaktion, wir interpretieren die physiologische Veränderung nur weit positiver. Der eigentliche Ursprung der Liebe ist aber natürlich im Gehirn, wo es zu erstaunlichen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Arealen kommt, die in ihrer Gesamtheit das Gefühl der Liebe verursachen. Was passieren muss, damit wir in einem anderen Menschen plötzlich die wichtigste Person in unserem Leben sehen, ist dabei noch recht wenig erforscht. Hier spielen wohl evolutionär entstandene instinktive Verhaltensmuster eine Rolle, die das Überleben der Art gewährleisten. Dazu kommen gerade beim Menschen sicherlich auch komplexere Faktoren, die durch persönliche Erfahrungen individuelle Unterschiede erzeugen. Was aber passiert, wenn dieser Moment gekommen ist, dazu gibt es inzwischen recht gesicherte Erkenntnisse. Im Gehirn spielt bei der Entstehung von Liebe das eine wichtige Rolle. Wenn steigende Dopaminspiegel im accumbens aktivieren, erleben wir ein belohnendes Glücksgefühl. Erhöhte Dopaminwerte werden mit und Antrieb in Verbindung gebracht. Viele Suchtmittel wirken auf das Belohnungssystem wie Dopamin, so z.B. Kokain. Symptome beim Entzug der Droge ähneln den Gefühlen, die sich einstellen, wenn der Partner längere Zeit abwesend ist, oder der potenzielle Partner die Liebe nicht erwidert – ein „gebrochenes Herz” verursacht sogar echten Schmerz.> Andererseits ändern sich beim Verliebtsein im Gehirn auch die Mengen von (produziert im Nucleus raphe ). Am bekanntesten ist Serotonin wohl aus der Depressionsforschung, da es bei Störungen zu depressiven Verstimmungen oder schweren kommen kann. Eines der bekanntesten antidepressiven Medikamente, wirkt durch künstliche Erhöhung der Serotoninspiegel. Liebeskummer ähnelt in vielerlei Hinsicht der Depression, und Serotonin mag hierbei eine Rolle spielen. Die Serotoninbalance ist bei psychiatrischen Auffälligkeiten wie verändert, und zu niedrige Mengen an Serotonin stehen im Zusammenhang mit impulsiven Handlungen sowie Aggressivität. Das erklärt vielleicht das kopflose Verhalten, das manche Verliebte an den Tag legen. Ein weiterer Faktor beim Verliebtsein, insbesondere bei körperlicher Intimität, spielt ein recht gut erforschtes Hypophysen-Hormon – das, Es wird vor allem dann ausgeschüttet, wenn wir an den Intimbereichen berührt werden, wie das beim Geschlechtsverkehr der Fall ist. Die Folge scheint eine Zunahme der Partnerbindung zu sein. Bei der Frau wird sowohl beim Geburtsvorgang als auch beim Stillen die Oxytocin-Ausschüttung stimuliert, was zu einer verstärkten Bindung an das Kind führt. Hierzu gibt es sehr interessante Studien an Präriewühlmäusen, die eigentlich lebenslang einem Partner treu bleiben. Fehlt ihnen aber aufgrund einer Mutation das Oxytocin, werden sie zu Einzelgängern. Zusammengefasst gründet sich das oft überwältigende Gefühl des Verliebtseins, die „Schmetterlinge im Bauch”, wohl zu einem guten Teil auf diesem Cocktail aus verschiedenen biologischen Wirkstoffen. Das enterische Nervensystem, welches die Darmaktivität steuert, reagiert genau wie das Gehirn auf diese Stoffe. Dabei ist das Objekt der romantischen Liebe, besonders beim Menschen, aber auch bei Tieren, sehr variabel. Das zeigte vor einigen Jahren die Umwerbung eines Tretbootes durch einen männlichen Schwan – der war durch seine Gehirnchemie so verblendet, dass er das schwanenförmige Gefährt für eine potenzielle Liebelei hielt. Aufgezeichnet von Andreas Grasskamp Adrenalin Adrenalin/-/adrenaline Gehört neben Dopamin und Noradrenalin zu den Catecholaminen. Adrenalin ist das klassische Stresshormon. Es wird im Nebennierenmark produziert und bewirkt eine Steigerung der Herzfrequenz sowie der Stärke des Herzschlags und bereitet so den Körper auf erhöhte Belastung vor. Im Gehirn wirkt Adrenalin auch als Neurotransmitter (Botenstoff), hier bindet es an sogenannte Adenorezeptoren. Mesolimbisches System Mesolimbisches System/-/mesolimbic pathway Ein System aus Neuronen, die Dopamin als Botenstoff verwenden und das entscheidend an der Entstehung positiver Gefühle beteiligt ist. Die Zellkörper liegen im unteren Tegmentums und ziehen unter anderem in die Amygdala, den Hippocampus und – besonders wichtig – den Nucleus accumbens, wo sie ihre Endköpfchen haben. Nucleus Nucleus/Nucleus/nucleus Nucleus, Plural Nuclei, bezeichnet zweierlei: Zum einen den Kern einer Zelle, den Zellkern. Zum zweiten eine Ansammlung von Zellkörpern im Gehirn. Rezeptor Rezeptor/-/receptor Signalempfänger in der Zellmembran. Chemisch gesehen ein Protein, das dafür verantwortlich ist, dass eine Zelle ein externes Signal mit einer bestimmten Reaktion beantwortet. Das externe Signal kann beispielsweise ein chemischer Botenstoff (Transmitter) sein, den eine aktivierte Nervenzelle in den synaptischen Spalt entlässt. Ein Rezeptor in der Membran der nachgeschalteten Zelle erkennt das Signal und sorgt dafür, dass diese Zelle ebenfalls aktiviert wird. Rezeptoren sind sowohl spezifisch für die Signalsubstanzen, auf die sie reagieren, als auch in Bezug auf die Antwortprozesse, die sie auslösen. Motivation Motivation/-/motivation Ein Motiv ist ein Beweggrund. Wird dieser wirksam, spürt das Lebewesen Motivation – es strebt danach, sein Bedürfnis zu befriedigen. Zum Beispiel nach Nahrung, Schutz oder Fortpflanzung. Serotonin Serotonin/-/serotonin Ein Neurotransmitter, der bei der Informationsübertragung zwischen Neuronen an deren Synapsen als Botenstoff dient. Er wird primär in den Raphé-​Kernen des Mesencephalons produziert und spielt eine maßgebliche Rolle bei Schlaf und Wachsamkeit, sowie der emotionalen Befindlichkeit.

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Depression Depression/-/depression Phasenhaft auftretende psychische Erkrankung, deren Hauptsymptome die traurige Verstimmung sowie der Verlust von Freude, Antrieb und Interesse sind.

Zwangsstörungen Zwangsstörung/-/obsessive compulsive disorder Diese Bezeichnung fasst neuropsychiatrische Erkrankungen zusammen, die sich einerseits in Form von Zwangsgedanken und andererseits in Form von Zwangshandlungen manifestieren. Die Betroffenen haben beispielsweise den Drang, sich ständig wiederkehrenden, meist angstvollen Gedanken zu widmen, sich übermäßig oft zu waschen oder ihre Mitmenschen unverhältmismäßig stark zu kontrollieren.

Während Neurowissenschaftler Zwangsstörungen früher rein psychologisch zu erklären versuchten, ist man mittlerweile davon überzeugt, dass auch einige biologische Faktoren zu ihrer Entstehung beitragen, wie etwa ein gestörter Stoffwechsel verschiedener Neurotransmitter im Gehirn. Oxytocin Oxytozin/-/oxytocin Ein im Nucleus paraventricularis und im Nucleus supraopticus des Hypothalamus gebildetes Hormon, welches aus dem Hypophysenhinterlappen ins Blut ausgeschüttet wird.

Es leitet bei der Geburt die Wehen ein und wird beim Stillen sowie beim Orgasmus ausgeschüttet. Es scheint die Paarbindung zu erhöhen und Vertrauen zu schaffen. Neuere Erkenntnisse weißen darauf hin, dass das oft als Kuschelhormon bezeichnete Oxytocin jedoch weitaus komplexer ist und seine Effekte auch eine Abgrenzung zur andern Gruppen (out-​groups) beinhalten.

Wie fängt Liebe an?

Der Artikel im Überblick: –

  • Verliebt zu sein ist nicht Liebe.
  • Liebe beginnt nach der Verliebtheitsphase.
  • Die Verliebtheitsphase ist ein Ausnahmezustand, in dem wir nicht wir selbst sind.
  • Wir unterscheiden fünf Phase der Beziehung, die wir durchlaufen müssen, bis wir tatsächlich von Liebe sprechen können. Die meisten Beziehungen enden allerdings nach Phase eins oder zwei.
  • Männer (und natürlich auch Frauen), die ihren Partner von heute auf morgen verlassen, weil sie sich verliebt haben, kehren oftmals schmerzhaft in die Realität zurück, wenn ihr Hormonspiegel abflacht.
  • Wenn du dich fremdverliebst, sei offen, ehrlich und respektvoll deinem Partner gegenüber.
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Foto: © Andrey Kiselev

Wie echte Nähe entsteht?

Sich verbergen – Emotionale Nähe entsteht, wenn wir etwas teilen. Das kann eine Beobachtung sein, ein Gedanke, eine Erinnerung. Wenn wir uns nicht aus der Deckung wagen sind wir darauf angewiesen, dass unsere Mitmenschen das in die Hand nehmen. Aber auch, wenn dir etwas erzählt wird oder eine Frage gestellt – einsilbige Reaktionen machen es schwerer, mit dir Kontakt aufzunehmen.

Wann wird verliebt zu Liebe?

1. Die Verliebtheitsphase – Die erste Phase jeder Liebe ist die Verliebtheitsphase. In dieser Phase trägt man die sogenannte rosarote Brille, hat Schmetterlinge im Bauch und schwebt auf Wolke sieben. Unsere Partnerin bzw. unser Partner erscheint uns in dieser Phase fast vollkommen und wir erkennen keine Schattenseiten an ihr bzw.

ihm. Wir sind sozusagen blind vor Liebe. Wir können das nächste Treffen kaum erwarten und überraschen unseren Partner immer wieder mit kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten. Diese Phase ist sehr endscheidend für die spätere Stabilität der Partnerschaft, denn hier wächst das Paar zusammen. Die Verliebtheitsphase ist nach ca.

drei bis 18 Monaten vorbei – und damit oftmals auch die Partnerschaft. Viele Menschen steigen an diesem Punkt bereits aus ohne jemals zu erfahren, welche wahren Qualitäten diese Beziehung gehabt hätte. Es ist verständlich, dass man irritiert und verunsichert ist, wenn die Schmetterlinge im Bauch auf einmal verschwinden, aber das ist der Moment, von dem man sich nicht abschrecken lassen sollte.

Wie Intimität entsteht?

Zwischenmenschliche Intimität – Intimität bedeutet eine entweder einseitige oder beiderseitige besondere Selbstoffenbarung gegenüber einem anderen Menschen auf den verschiedenen zwischenmenschlichen Ebenen, auch auf der gedanklichen. David Schnarch unterscheidet zwischen selbst-bestätigter und fremd-bestätigter Intimität.

Die Selbstpreisgabe wird für die andere Person wahrnehmbar, wenn sie offen, nicht verfälscht oder verstellt und somit authentisch ist. „Intimität ist ein subjektives Phänomen, das durch einseitiges Selbst-Erfahren und Selbst-Offenbaren innerster Gedanken und Gefühle in Gegenwart eines anderen Menschen entsteht.

Ist ein Mensch in der Lage, diese Erfahrung auch ohne Spiegeln, Akzeptanz oder Bestätigung seines Gegenübers zu machen, entsteht ein Moment selbstbestätigter Intimität. Offenbaren sich zwei Menschen gegenseitig innerste Gedanken und Gefühle und erleben sich dabei, kann ein Moment intimer Begegnung entstehen.” – Quelle: Tobias Ruland, 2015

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Wie lange dauert es Liebe zu entwickeln?

Frauen brauchen länger, um sich zu verlieben – Eine Studie des Meinungsforschungsinstitus YouGov und der Dating-Website eHarmony hat ergeben, dass die Zeit vom ersten Date bis zu den magischen drei Worten bei Männern und Frauen unterschiedlich lang ist. Unter “Anbieter” 3Q GmbH aktivieren, um Inhalt zu sehen : Wie lange dauert es, sich zu verlieben?

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