Wann Kam Die Pille Raus?

Wann Kam Die Pille Raus
Zunächst nur für verheiratete Frauen – Nach klinischen Tests in Puerto Rico und Haiti wurde 1957 das von ihnen entwickelte Produkt “Enovid” in den USA zugelassen – zuerst noch als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden. Am 18. August 1960 kam es offiziell auch als Verhütungsmittel auf den Markt.

  1. Ein Jahr später war die Pille unter dem Markennamen “Anovlar” von Schering in der Bundesrepublik Deutschland erhältlich.
  2. Das Mittel wurde nur verheirateten Frauen mit mehreren Kindern verschrieben und sollte auch hier offiziell bei Menstruationsbeschwerden helfen.
  3. Die empfängnisverhütende Wirkung tauchte nur in der Packungsbeilage als Nebenwirkung auf.

Sie war jedoch bekannt: So beschrieb das Magazin “Stern” damals die deutsche Markteinführung als einen “historischen Tag” und “gewaltigen Schritt nach vorn”. Die Interner Link: Kirchen dagegen protestierten gegen die Einführung des Verhütungsmittels. Am 25.

Wann ist die Pille auf dem Markt gekommen?

Verhütung: 60 Jahre Antibabypille – ein Rückblick und Ausblick Am 18. August 1960 kam in den USA mit Enovid das erste orale hormonelle Kontrazeptivum weltweit auf den Markt. Die gesellschaftliche Kontroverse damals war groß. Auch heute noch wird über Nutzen und Risiken »der Pille« diskutiert. Während die Frauen vor 60 Jahren die Markteinführung »der Pille« als Befreiungsschlag sahen, sind ihr heute immer mehr junge Frauen kritisch gegenüber, nicht nur, aber vor allem aufgrund der Nebenwirkungen. / Foto: Getty Images/Patcharin Simalhek / EyeEm In den USA war «Enovid» seit 1957 für die Behandlung gynäkologischer Beschwerden zugelassen.

  1. Nach Tests unter anderem in Puerto Rico, die heutige Standards etwa für die Teilnehmerzahl nicht erfüllen würden, wurde das Mittel 1960 zur Verhütung zugelassen.
  2. Frauenrechtlerinnen hatten den Anstoß für die Forschung gegeben.
  3. Allerdings hätten auch Gedanken wie Eugenik und Rassismus bei der Entwicklung eine Rolle gespielt, sagt die Medizinhistorikerin und Juniorprofessorin Dr.

Lisa Malich von der Universität Lübeck. Beim Verkaufsstart in Deutschland im Jahr 1961 – hier hieß das erste Präparat «Anovlar» von Schering – sei das erste hormonelle Kontrazeptivum vorsichtig als Mittel zur «Ovulations- oder Familienkontrolle» bezeichnet und nur an verheiratete Frauen abgegeben worden.

  • «Das Besondere an der Pille ist, dass sie von gesunden Frauen und über längere Zeiträume eingenommen wird», sagt Malich.
  • Unerwartet schnell habe sie sich zum Bestseller entwickelt, schon Mitte der 1960er-Jahre verhüteten Millionen Frauen damit.
  • Dass manche Autoren darin das erste «Lifestyle-Medikament» der Geschichte sehen, stößt bei der Expertin auf Skepsis: Damit werde die Bedeutung der Verhütung für Frauen unterschätzt.

Risiken bei damaligen Abtreibungen waren schließlich auch einer der Faktoren für die Pillen-Entwicklung. Die ersten und die heutigen Pillen unterscheiden sich deutlich in Dosierung und Sicherheitsprofil, das Wirkprinzip ist jedoch geblieben. Meist wird eine Kombination zweier künstlich hergestellter Hormone genutzt, die den körpereigenen Hormonen Estrogen und Gestagen ähneln.

Wann wurde die Pille für den Mann erfunden?

Hormonbehandlungen – Die Bezeichnung Pille für den Mann ist nicht ganz korrekt, da das ursprünglich bereits für 2005 und dann für das Jahr 2009 angekündigte Präparat aus einer Kombination eines Gestagen – Implantats und regelmäßigen Testosteron – Injektionen bestehen sollte.

Diese Kombination beeinflusst den Regelkreis Hypothalamus – Hypophyse – Hoden und unterdrückt damit die Produktion von Spermien, Forschungen, die die Reifung der Spermien im Nebenhoden und ihre mögliche Hemmung untersuchen, befinden sich noch im frühen Entwicklungsstadium. Im Juni 2007 gaben die Pharmakonzerne Bayer AG und Organon bekannt, die Forschungen an dem Projekt eingestellt zu haben.

Derzeit (2018) forscht keine namhafte Firma im Bereich männlicher Verhütung. Von 2009 bis 2011 liefen Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einem auf Testosteron – Substitution basierenden Verfahren, ebenfalls als Injektion. Die Studie wurde 2011 abgebrochen, nachdem das Research Project Review Panel ( RP2 ) der WHO, das bei der Studie als Ethikkommission fungierte, basierend auf den bisherigen Zwischenergebnissen und beobachteten Nebenwirkungen ein Abbruch der Studie empfahl, da die Risiken für die Studienteilnehmer den Nutzen, die Studie weiter fortzusetzen, übersteige.

Wie hat man vor der Pille verhütet?

Die Geschichte der Verhütung | MDR.DE Die Pille wird zu Beginn der 60er-Jahre in Deutschland eingeführt. Davor gibt es für Frauen andere Methoden um nicht schwanger zu werden. Sie können die Kenntnisse über die fruchtbaren Tage nutzen und in dieser Zeit keinen Geschlechtsverkehr haben.

Die Geschichte der mechanischen Verhütungsmittel beginnt im Jahr 1865. Das erste Kondom wird erfunden und kommt 1870 auf den Markt. Bis dahin verwendet man beispielsweise selbstgenähte Kondome aus Tierdarm oder Fischblasen.1914 beginnt der Berliner Unternehmer Julius Fromm mit der Serienproduktion von Kondomen.

Davor sind Kondome unerschwinglich. Die ersten Kondome haben auch nichts mit dem heutigen “Tragekomfort” zu tun. Ab 1882 können Frauen mit dem Scheiden-Diaphragma und ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Spirale verhüten. Aber auch diese Verhütungsmittel sind teuer.

Die Geschichte der Pille beginnt in den 20er-Jahren. Ab 1961 dürfen westdeutsche Apotheken die “Antibabypille” verkaufen. Aber nicht an alle Frauen. Die Bundesregierung legt fest, dass sie lediglich für verheiratete Mütter auf Rezept zu haben ist. Überhaupt wird das neue Verhütungsmittel von den Frauen in der Bundesrepublik mit Zurückhaltung betrachtet.

Hintergrund ist die Skepsis der moralisch konservativ eingestellten Politik und Kirche gegenüber dem kleinen Dragee. Die Einführung der Pille ruft zahlreiche Kritiker auf den Plan. Vor allem die Kirche lehnt die unnatürliche Verhütungsmethode ab. Sie sieht die “natürliche” Familienplanung beeinflusst.

Am 25. Juli 1968 veröffentlicht Papst Paul VI. ein Rundschreiben. “Humanae Vitae” nennt er es. Darin weist er ausdrücklich auf die Eigenverantwortung von Mann und Frau bezüglich der Verhütung hin. Er lehnt rigoros alle Methoden der künstlichen Verhütung ab. Diese Haltung zur Verhütung löst bis heute Diskussionen unter den Christen aus und ist aktueller denn je.

Die Firma Schering produziert die ersten Pillen für die Bundesrepublik. Um die Pille trotz der Diskussionen zu verkaufen, wirbt sie einfach mit der Regulierung der Menstruationsbeschwerden. Die DDR führt die “Wunschkindpille” im November 1965 ein. Alleine, dass das neue Verhütungsmittel in der DDR – im Gegensatz zur Bundesrepublik – diesen positiv konnotierten Namen hat, lässt einen anderen Umgang mit der Pille vermuten.

  1. Aber auch hier sind die Frauen erstmal skeptisch.
  2. Die Propagierung der Pille als Mittel zur Gleichberechtigung der Frau nützt da auch nichts.
  3. In der DDR hält sich die Kritik an der Pille im Rahmen.
  4. Aber die Regierung selbst hat zwei Probleme, die sie gerne mit der Pille lösen möchte.
  5. Durch die Pille sollen die Geburten reguliert werden.

Denn die DDR braucht die Frauen unbedingt um ihre Produktion zu steigern. Und vor allem sollen durch die Pille ungewollte Schwangerschaften vermieden werden. Die DDR hat nämlich zunehmend mit einer steigenden Zahl von Abtreibungen zu kämpfen. Bis vor ein paar Jahren haben Wissenschaftler auf den sogenannten “Pillenknick” bestanden.

In der Bundesrepublik und in der DDR sollen die Geburtenzahlen mit der Einführung der Pille zurückgegangen sein. Heute sind sich Wissenschaftler einig, dass dieser Zusammenhang falsch ist. Durch die Industrialisierung ist die Gesellschaft im Wandel. Der Wohlstand und die Möglichkeiten der Selbstentfaltung der Frauen wachsen.

In Ost und West gibt es immer mehr gebildete Frauen, die eigenes Geld verdienen wollen. Vor allem in der DDR werden die Frauen zur Arbeit aufgefordert. Dadurch verringert sich die Anzahl der Kinder. Insgesamt ist der Wunsch nach Kindern gesunken. Die Pille kommt wie gerufen um die Familienplanung selbst zu bestimmen.

Sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR wird die Pille erst mit der Zeit angenommen. In der DDR sind 1966 Propagandamaßnahmen und die Preissenkung der Pille nötig, um die Verkaufszahlen des Verhütungsmittels in die Höhe zu treiben. Ab 1972 wird sie sogar kostenfrei verteilt. – Heute werden moralische Aspekte den gesundheitlichen Aspekten der Pilleneinnahme untergeordnet.

Das hormonelle Verhütungsmittel kann zahlreiche Nebenwirkungen auslösen. Doch dominiert die verhütende Wirkung der Pille die möglichen Nebenwirkungen und die Pille hat sich als Verhütungsmittel weltweit durchgesetzt. Geschichte hormonelle Empfängnisverhütung 1921: Der Innsbrucker Physiologe Ludwig Haberlandt legt ein Grundkonzept für erste orale hormonelle Verhütungsmittel vor.1932: Tod Haberlandts, Entwicklung der künstlichen Hormone nicht vollendet1951: Carl Djerassi stellt “Norethisteron” (verhindert den Eisprung) gemeinsam mit Gregory Pincus und John Rock vor.1957: Die Pille “Envoid” kommt zur Regulierung von Menstruationsbeschwerden auf den US-Markt.18.

August 1960: Die Pille “Envoid” kommt als erstes hormonelles Verhütungsmittel in den USA auf den Markt.1961: Einführung der Pille “Anovlar” in Australien und der Bundesrepublik 1965: Einführung der Pille “Ovosiston” in der DDR “DDR-Pille” durch Spionage in der Bundesrepublik? Das Verfahren des ostdeutschen VEB Jenapharm zur Herstellung der Pille soll auf westdeutschen Spionageergebnissen basieren.

Die Abteilung für Auslandsspionage der DDR soll zu Beginn der 60er-Jahre Spione in den Westen geschickt haben. Sie sollen chemische Formeln zur synthetischen Herstellung von Östrogen und Gestagen liefern. Angeblich wird bei der westdeutschen Firma Schering AG spioniert.

Wer hat die Antibabypille erfunden 1957?

konnten die Forscher Gregory Pincus und John Rock das Präparat Enovid entwickeln. Das Medikament wurde 1957 auf dem amerikanischen Markt zunächst als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden zugelassen. Erst drei Jahre später kam die erste offizielle Antibabypille als solche auf den Markt.

Wie hat man vor 100 Jahren verhütet?

Die Geschichte der Verhütung 15 Bilder Quelle: SZ 1 / 15 Schon lange versuchen Menschen, Sex und Fortpflanzung zu trennen. Seit März gibt es in Wien nun ein Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, wo der Besucher auf die Geschichte der Verhütung zurückblicken kann. So wurden zum Beispiel bis vor 100 Jahren Kondome aus dem Blinddarm von Schafen, Quelle: SZ 2 / 15, oder Fischblasen hergestellt. Ein Schleife sorgte dafür, dass das Präservativ nicht abrutschte. Vermutlich eine relativ unbequeme Sache. Heute geht es einfacher. Zum Beispiel dank der, (Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 3 / 15, Entwicklung von Latex-Kondomen. Anfänglich waren die “Gummis” allerdings noch recht dick und wurden wiederverwendet. Erst seit etwa 50 Jahren sind sie dünn, belastbar und gefühlsecht zugleich. Gerade Teenagern, die ja nicht auf Sex verzichten wollen, gelingt es leider häufig nicht, die Verhütungsmittel richtig einzusetzen. Quelle: SZ 4 / 15 Erst um 1930 konnten die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frauen mathematisch korrekt bestimmt werden. An dieser Kette konnte eine Frau sehen, wo sie in ihrem Zyklus stand – der Gummiring wurde jeden Tag weiter geschoben. (Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 5 / 15 Mit Hilfe dieses Rechenrades versuchten Frauen ihre fruchtbare und ihre empfängnisfreie Zeit für den 28-tägigen Zyklus zu bestimmen. Auch der Geburtstermin inklusive Sternzeichen des Kindes konnten vorausberechnet werden. (Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 6 / 15 Ob eine Frau schwanger war, wurde noch bis in die 60er Jahre mit dem “Froschtest” festgestellt: Einem Krallenfrosch wurde Urin oder Blut einer weiblichen Testperson injiziert – laichten die Frösche oder produzierten Sperma, war der Befund positv. Quelle: SZ 7 / 15 Inzwischen wurden die Frösche abgelöst durch professionelle Hormontests, (Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 8 / 15, und auch die Verhütung wurde professioneller – nicht zuletzt durch die Zulassung der Antibabypille, die Pharmafirmen reichlich Umsatz beschert hat. (Foto: dpa) Quelle: SZ 9 / 15 Auch Barriere-Möglichkeiten wie das Diaphragma wurden ständig weiterentwickelt. Dazu gehörten Schwämme, Ringe und Spiralen, (Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 10 / 15, und auch das Kondom für Frauen, das Femidom, das sich allerdings in den meisten Ländern nicht durchsetzen konnte. (Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 11 / 15 Wie aus einer anderen Welt wirken da Methoden wie die Scheidenspülung, die spermienabtötendes Pulver enthält.

Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 12 / 15 Alles was die Hebamme braucht. Dieser Koffer, den man im Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien findet, enthält neben Mitteln zur Geburt auch Geräte für den Schwangerschaftsabbruch,, (Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 13 / 15,

da Hebammen auch bei Abtreibungen helfen konnten. Damit sollten Frauen von lebensgefährlichen Selbstversuchen abgehalten werden. Schließlich wurden im Laufe der Menschheitsgeschichte alle denkbaren Substanzen und Pflanzen zur Herbeiführung einer Fehlgeburt verwendet, zum Beispiel Seife, die eine innere Infektion auslösen sollte.

  1. Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 14 / 15 Mit dem Fortschritt der Technik wurden auch Schwangerschaftsabbrüche einfacher – seit 2000 ist in Deutschland die sogenannte Abtreibungspille zugelassen.
  2. Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) Quelle: SZ 15 / 15 Die Verhütungsmethoden entwickeln sich stetig weiter: So können Frauen die entsprechenden Hormone inzwischen bereits über die Haut aufnehmen, um eine Schwangerschaft zu verhindern.

(Foto: Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch, Wien) : Die Geschichte der Verhütung

Wie haben die Frauen früher verhütet?

Griechenland und Rom – Frauen der römischen und griechischen Antike versuchten Schwangerschaften mittels Koitusposition, Amuletten, Arzneimitteln und Zeitplanung zu verhindern. Eine gebräuchliche empfängnisverhütende Möglichkeit war der Analverkehr, weil das Sperma nicht in die Gebärmutter gelangen kann.

  1. Auch der Coitus interruptus wurde praktiziert.
  2. Eine weitere Empfehlung riet der Frau dazu, den Samen durch heftiges Auf- und Abspringen nach dem Geschlechtsakt wieder aus dem Uterus zu befördern.
  3. Ferner sollte die Frau im Augenblick des Samenergusses den Atem anhalten, sich sich umgehend nieder hocken, niesen, ihre Vagina reinigen und etwas Kaltes trinken.

Amulette und Beschwörungsformeln sollten vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen: Die Glücksbringer wurden während des Aktes um den Hals oder Oberschenkel getragen. Nach anderen Ratschlägen band man sich ein Behältnis mit Katzenleber um den linken Fuß und ein Elfenbeingefäß mit Löwenuterus an eine andere Stelle des Körpers.

  1. Weit verbreitet war der Einsatz von kontrazeptiver Substanzen: Schwämmchen oder ein Wollbausch wurden mit ihnen getränkt und in die Scheide eingeführt.
  2. Am beliebtesten waren Granatapfelkerne, Ingwer und andere Pflanzenwurzeln, Olivenöl, Honig, Essig, Salzlake, Alaun und diverse Harze.
  3. Sie konnten die Säuren-Basen Ausgewogenheit in Scheide und Gebärmutter so beeinflussen, dass die Spermien auf ungünstige Aufnahmebedingungen trafen.

Außerdem benutzte man schon Pessare, die mit einem Honiggemisch eingerieben wurden und den äußeren Muttermund ringförmig umschlossen. Wer ein in Wasser aufgelöstes Konzentrat aus Kupfererz oder Sadebaum trank, sollte für ein ganzes Jahr vor Empfängnis geschützt sein.

Diese Methoden wurden nicht nur von Prostituierten verwendet, für die ein Kind einen Verdienstausfall bedeutet hätte. Auch verheiratete Frauen wollten verhüten, besonders solche aus der ärmeren Bevölkerungsschicht. Sie fragten meist ihre weiblichen Verwandte oder Freundinnen um Rat, eher selten einen Arzt.

Erst im 4. Jhd.n. Chr. empfahl erstmals ein griechischer Arzt den Männern chemische Substanzen anzuwenden, um eine Empfängnis zu vermeiden. Sie sollten ihr Glied vor dem Beischlaf mit dem Saft des Hahnenkopfes oder mit einer Mischung aus Granatapfelsaft mit Essig oder Alaun bestreichen.

Wann gab es in Deutschland die erste Pille?

Zunächst nur für verheiratete Frauen – Nach klinischen Tests in Puerto Rico und Haiti wurde 1957 das von ihnen entwickelte Produkt “Enovid” in den USA zugelassen – zuerst noch als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden. Am 18. August 1960 kam es offiziell auch als Verhütungsmittel auf den Markt.

  1. Ein Jahr später war die Pille unter dem Markennamen “Anovlar” von Schering in der Bundesrepublik Deutschland erhältlich.
  2. Das Mittel wurde nur verheirateten Frauen mit mehreren Kindern verschrieben und sollte auch hier offiziell bei Menstruationsbeschwerden helfen.
  3. Die empfängnisverhütende Wirkung tauchte nur in der Packungsbeilage als Nebenwirkung auf.

Sie war jedoch bekannt: So beschrieb das Magazin “Stern” damals die deutsche Markteinführung als einen “historischen Tag” und “gewaltigen Schritt nach vorn”. Die Interner Link: Kirchen dagegen protestierten gegen die Einführung des Verhütungsmittels. Am 25.

Wie hieß die erste Pille?

Verhütung: Der lange Weg zur Antibabypille | BR.de Artikel bewerten: Durchschnittliche Bewertung: 3.45161 von 5 bei 31 abgegebenen Stimmen. Der österreichische Physiologe Ludwig Haberlandt hatte im Tierversuch mit Ratten festgestellt, dass eine bestehende Trächtigkeit der Tiere eine weitere Befruchtung verhindert.

Er kam daher zu Beginn des vorigen Jahrhunderts auf die Idee, Frauen Schwangerschaftshormone zu geben, um sie vorübergehend unfruchtbar zu machen. Im Tierversuch war es Ludwig Haberlandt bereits Mitte der 1920er-Jahre gelungen, Befruchtungen mit Hilfe von Hormonen zu verhindern. Allerdings war es ein langer Weg, das Verfahren auf den Menschen zu übertragen, weil sich hochkomplexe Sexualhormone des Menschen nicht so leicht isolieren lassen.

Das gelang dem deutschen Chemiker Adolf Butenandt. Er legte nach jahrelangen Versuchen die chemischen Grundlagen für eine Verhütung durch Hormone.1939 wurde Adolf Butenandt für seine Sexualhormonforschung der für Chemie verliehen. Die Antibabypille dient auch als Lifestyleprodukt für die Schönheit Größere Brüste, schönere Haut, glänzendes Haar – das alles macht die Antibabypille.

Zumindest verspricht das die Werbung der Pharmakonzerne. Auch Schönheit war einst ein Motiv junger Mädchen und Frauen, sich die Pille verschreiben zu lassen, selbst wenn sie gar kein Verhütungsmittel brauchten. Neuere Zahlen der Krankenkassen zeigen, dass dieser Trend seit etwa 2018 rückläufig ist.1951 meldeten der Pharmakologe Gregory Pincus aus Boston und der Chemiker Carl Djerassi – der aus Wien in die USA emigriert war – einen dem weiblichen Sexualhormon Progesteron ähnlichen Stoff als zum Patent an.

Sie verwendeten Substanzen, die aus der tropischen Yams-Wurzel gewonnen wurden. Die klinischen Tests des Verhütungsmittels fanden in Puerto Rico mit Erfolg statt: Von 100 teilnehmenden Frauen wurden nur 17 innerhalb von neun Monaten schwanger. Es ist einer Frau zu verdanken, dass sich der Pharmakologe Gregory Pincus und sein Team der Entwicklung eines Verhütungsmittels zuwandten: der amerikanischen Krankenschwester Margaret Sanger.

Sie sah in ihrer täglichen Arbeit viele Frauen, die an den Folgen ungewollter Schwangerschaften oder durch dilettantische Schwangerschaftsabbrüche qualvoll starben und setzte sich für sie ein. Margaret Sanger fragte auf einer Dinner-Party Anfang 1951 Gregory Pincus, was die Entwicklung eines wohl kosten würde.

Er schätzte damlals rund 125.000 Dollar. Es wurden letztendlich zwei Millionen Dollar – berichtet das, Das Geld stammte von Katharine McCormick, einer reichen Witwe, die, ebenso wie ihre Freundin Margaret Sanger, für die Selbstbestimmung der Frau kämpfte.

Enovid”, die erste Antibabypille, wurde am 9. Mai 1960 als freigegeben und erschien am 18. August 1960 auf dem amerikanischen Markt. Ein knappes Jahr später, am 1. Juni 1961, führte sie das deutsche Pharma-Unternehmen Schering “Anovlar” auf dem deutschen Markt ein. Die Pille wurde zuerst als Medikament gegen Menstruationsbeschwerden eingesetzt – auf die empfängnisverhütende Wirkung wurde nur beiläufig als “Nebenwirkung” hingewiesen.

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Das Mittel wurde anfangs nur verheirateten Frauen verschrieben. Die Kirchen und andere gesellschaftliche Institutionen liefen anfangs Sturm gegen das Verhütungsmittel. Papst Paul VI. belegte sie in einer Enzyklika mit dem Bann. Doch zu spät: Die Pille veränderte die Gesellschaft der industrialisierten Nationen. Spät, aber kostenlos In der damaligen DDR hatte man Schwierigkeiten, die Sexualhormone künstlich herzustellen – daher gab es im anderen Teil Deutschlands die Pille erst ab 1965 als sogenannte “Wunschkindpille”. Sie wurde in der DDR unter dem Namen “Ovosiston” kostenlos verteilt.

Verhütungsmittel Nr.1 neben dem Kondom 47 Prozent der deutschen Frauen verhüten mit der Pille, 46 Prozent der Paare benutzen inzwischen Kondome. Das Kondom als Verhütungsmittel hat die Pille fast eingeholt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) die im Jahr 2018 wiederholt wurde.

Die Zahlen von 2011 zeigten noch einen deutlichen Vorsprung der Pille mit 53 Prozent zu 37 Prozent für das Verhütungsmittel Kondom. Weiterhin Nebenwirkungen Weniger Hormone und trotzdem noch Nebenwirkungen: Heute enthalten manche Anti-Baby-Pillen für einen ganzen Zyklus eine Hormondosis, die Frauen in den 1960er-Jahren an einem Tag schlucken mussten.

GewichtszunahmeKopfschmerzen, Übelkeit, ErbrechenAbsenkung der LibidoZwischenblutungenStimmungsschwankungenDepressive VerstimmungenBlutgerinnsel, Thrombosen, bis hin zu lebensgefährlichen LungenembolienHöheres Risiko für Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs bei längerfristiger Einnahme

Inzwischen sind über 50 verschiedene auf dem Markt. Auch neue Präparate haben Nebenwirkungen. Etwa 10 von 10.000 Frauen erleiden wegen der eine Thrombose. Um das Risiko für Blutgerinnsel zu verringern, empfehlen Experten generell Antibabypillen mit geringerer Östrogendosis. Eine Pille für den Mann gibt es noch nicht. : Verhütung: Der lange Weg zur Antibabypille | BR.de

Wie hat man in den 20er Jahren verhütet?

Mehr oder weniger sichere Verhütungsmethoden im 20. Jahrhundert – Der Entdecker des G-Punktes, Ernst Gräfenberg, hat im Jahre 1920 die erste Spirale – damals noch in Ringform – zur Verhütung intrauterin (in der Gebärmutter) eingesetzt. Dabei handelte es sich um einen mit Silberdraht umwickelten Ring, welcher bis in die 1960er Jahre verwendet wurde.

Anschließend gab es verschiedene Modelle aus Kunststoff. Beide Varianten wirken dadurch, dass die Reizung durch den Fremdkörper in der Gebärmutter eine Einnistung von befruchteten Eizellen verhindern. Heutzutage werden zwei Varianten der Spirale verwendet, die neben der mechanischen Wirkung auch stofflich wirken.

Die Hormonspirale gibt Gestagen ab entfaltet somit ihre Wirkung, ähnlich wie die Antibabypille, hormonell. Die zweite moderne Variante ist die Kupferspirale, Hierbei wird sich die natürliche kontrazeptive (empfängnisverhütende) Wirkung des Kupfers zunutze gemacht. In den 1920er Jahren wurden unabhängig voneinander in Japan (durch Kyusaku Ogino) und in Österreich (Hermann Knaus) zwei sehr ähnliche Methoden zur Berechnung der fruchtbaren Tage im weiblichen Zyklus veröffentlicht. Daraus hat sich die Knaus-Ogino-Verhütungsmethode ergeben, welche auf der Berechnung dieser fruchtbaren Tage und der sexuellen Abstinenz während ebendieser Tage beruht.

Durch Beobachtung von mindestens zwei Monatszyklen kann die Frau ihren Eisprung und somit auch die fruchtbaren Tage vorausberechnen; in dieser Zeit darf kein ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfinden. Da diese Methode alleine nicht als sehr zuverlässig gilt, stellt sie keinen sicheren Schutz vor ungewollten Schwangerschaften dar.

Sie wird aber gerne im umgekehrten Zusammenhang genutzt, nämlich um die Chancen auf eine Befruchtung der Eizellen und somit einer Schwangerschaft zu erhöhen. Der Pearl-Index der Knaus-Ogino-Methode liegt – je nach Quelle und optimaler Ausführung – zwischen 3 und 20. Das bedeutet, dass bis zu 20 von 100 Frauen, die diese Methode anwenden, innerhalb eines Jahres schwanger werden. Der Pearl-Index wurde 1934 erstmalig beschrieben.

Er gibt an, wie viele Schwangerschaften in 100 Verhütungsjahren auftreten – oder anders formuliert, wie viele von 100 Frauen im gebärfähigen Alter, die die betrachtete Methode angewendet haben, innerhalb eines Jahres schwanger wurden. Ohne Verhütung werden etwa 85 von 100 Frauen im gebärfähigen Alter innerhalb eines Jahres schwanger.

Am sichersten sind – neben der Sterilisation von Mann (Vasektomie) oder Frau – hormonelle Verhütungsmethoden, die in den Zyklus der Frau eingreifen. Die Antibabypille, die Hormonspirale, die Dreimonatsspritze, der Vaginalring, das Hormonimplantat und das Verhütungspflaster haben alle einen Pearl-Index von unter 1,

Zusätzlich sind diese Methoden in der Anwendung sehr einfach. Jedoch gibt es immer mehr Frauen, vor allem jüngeren Alters, die ihren Körper keinen künstlich zugeführten Hormonen aussetzen wollen und somit auf andere Methoden zurückgreifen. Seit Jahrzehnten sehr beliebt ist das Kondom, da es zusätzlich zur Empfängnisverhütung auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STI, Sexually Transmitted Infections) schützt.

Allerdings hat das Kondom nur einen Pearl-Index von 2 bis 12, was bedeutet, dass bis zu 12 von 100 Frauen während eines Jahres trotz der Nutzung von Kondomen schwanger werden. Die mechanische Barriere durch das Kondom bietet an sich einen nahezu 100-prozentigen Schutz.

Wie hat man im Mittelalter verhütet?

Die Geschichte der Empfängnisverhütung ist lang und abenteuerlich: Schon immer wollten Menschen, dass ihre sexuellen Begegnungen ohne Folgen blieben. Im alten Ägypten etwa schmierten sich Frauen einen Granatapfelextrakt in die Scheide, um nicht schwanger zu werden.

Moderne Analysen zeigen: Die Körner des Granatapfels enthalten Östrogene. Im Mittelalter empfahl man der Frau nach dem Geschlechtsverkehr siebenmal zu niesen und sich mit angezogenen Knien hinzusetzen. Männer sollten den Penis mit Bleiweiß und Zedernöl einreiben. Casanova benutzte Kondome aus Schafsdarm und Frauen zu Beginn des 20.

Jahrhunderts komplizierte Apparate zur Scheidenspülung. „Industrialisiert” wird die Empfängnisverhütung erst nach der Jahrhundertwende: 1914 wird das Kondom erstmals in Serie produziert – und dadurch auch für eine breitere Masse bezahlbar. Anfang der 1960er-Jahre kommt die „Pille” auf den Markt, darf aber zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben werden.

Gegen die „Pille” laufen zunächst nicht nur Konservative und Kirche Sturm. Auch unter den Frauen ist die Skepsis groß. Fast 70 Prozent der Frauen in Deutschland befürchten noch 1968, dass die „Pille” einen schlechten Einfluss auf die Moral haben könnte. Heute ist die „Pille” das weltweit am häufigsten benutzte Verhütungsmittel.

In Deutschland gibt es inzwischen über 50 Präparate zu kaufen. Versuche, eine „Pille für den Mann” zu entwickeln, scheiterten bisher. So wurde etwa 2011 eine WHO-Studie mit einer Verhütungs-Spritze wegen zu starken Nebenwirkungen abgebrochen.2023 soll eine Studie starten, die ein Medikament in Tablettenform untersucht.

Übrigens: Auch heutzutage hält sich manch kuriose Verhütungsidee. So kursierte bis in die 50er-Jahre das Gerücht, dass eine Scheidenspülung mit Coca Cola eine Schwangerschaft verhindern könnte. Solche Stilblüten sollten die gesundheitliche Dimension der Empfängnisverhütung allerdings nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Vor allem Frauen haben unter dramatischen Folgen zu leiden, wenn es keinen gesicherten Zugang zu Verhütungsmitteln gibt. So berichten Ärzte ohne Grenzen, dass auch im Jahr 2022 weltweit noch beinahe 23 000 Frauen bei dem Versuch starben, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden.

www.familienplanung.de – Internetseite der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln): Mit Informationen und hilfreichen Tipps einschließlich persönlicher Beratungsmöglichkeit zu Verhütung, Schwangerschaft, unerfülltem Kinderwunsch und der generellen Kinderfrage. www.sexualaufklaerung.de – Ebenfalls von der BZgA betriebene Internetseite, die zahlreiche kostenlose Downloads zum Thema bietet. www.zyklus-wissen.de – Dr. med. Raith-Paula, Puchheim. Zeigt auf Basis medizinischer Studienergebnisse die natürliche Bandbreite von “normalen” Zyklen auf.

Wie sahen die ersten Kondome aus?

Geschichte – Kondom aus Tierdarm mit Seidenbändern und lateinischer Gebrauchsanleitung, 1813 Kondom aus tierischer Membran, um 1900 Mondos „feucht” aus der DDR. (3 Stück 2,00 Mark ) Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen ) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

  1. Die ersten wirkungsvollen Kondome wurden aus Schafsdärmen oder anderen tierischen Membranen hergestellt.
  2. Solche sind auch heutzutage noch erhältlich.
  3. Sie gelten bei manchen Nutzern als sinnlicher und fühlen sich anders an.
  4. Sie gelten jedoch als nicht so wirkungsvoll wie künstlich hergestellte Kondome bei der Verhütung von Schwangerschaften sowie sexuell übertragbarer Krankheiten (beispielsweise HIV, Hepatitis B ).

Bereits Casanova benutzte solche Kondome, die im 18. Jahrhundert English Overcoats genannt wurden, um sich vor der gefürchteten Syphilis zu schützen.1839 machte Charles Goodyear eine bahnbrechende Erfindung: die Vulkanisierung von Kautschuk, Damit war es möglich, Gummi herzustellen, das wasser-, wärme- und kältefest sowie bruchstabil war.1855 stellte dieser das erste Gummi-Kondom her, das 1870 mit zwei Millimeter Dicke und vernäht serienmäßig produziert wurde.

Ende des 19. Jahrhunderts verkaufte Maison A. Claverie, Paris, aufgerollte Kondome mit Reservoir unter dem Artikelnamen „Le Parisien” (Der Pariser). Sie waren aus dehnbarem Gummi und konnten unter Umständen mehrmals verwendet werden. Eine Weiterentwicklung hatte am unteren Rand des Reservoirs einen angeklebten Stachelring aus Gummi und hieß „Le Parisien Dentelé” (Der Gezahnte Pariser).

Es scheint, dass die französischen Versandfirmen für Ehehygieneartikel sich nur in Paris befanden. Sie vertrieben die gleichen Kondome unter verschiedenen Namen, z.B. „Le Bijou” (Das Juwel). Um 1900 wurde in Basel „ Préservatifs-Fischblasen mit Seidenband” der Marke Neverrip als angenehmer und sicherer als Gummiblasen angeboten.1912 entwickelte der Gummifabrikant Julius Fromm eine Methode, nahtlose Kondome herzustellen, indem ein Glaskolben in eine Gummilösung eingetaucht wurde.

Ab 1930 wurde Latex als Material benutzt. Durch diese Entwicklung wurde die maschinelle Massenproduktion möglich. Der Verkauf von Kondomen war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts aber vielerorts verboten, beziehungsweise nur zum medizinischen Gebrauch erlaubt. In Irland galt eine solche Regelung noch bis Anfang der 1990er Jahre.

Im Ersten Weltkrieg gehörten Kondome zur Standardausrüstung der Soldaten. Die deutsche, französische und britische Armee verteilten Kondome unter den Soldaten, die US-Armee jedoch nicht, so dass US-Soldaten häufiger unter Geschlechtskrankheiten litten als Angehörige anderer Armeen.

  • Die frühen Latex-Kondome waren alle prinzipiell recht ähnlich.
  • Der wesentliche Unterschied war bei einigen Kondomen das Fehlen des heute üblichen Reservoirs zur Aufnahme der Samenflüssigkeit ( Ejakulat ).
  • Eine frühe Entwicklung – die short cap –, die nur über die Eichel des Penis gestreift wurde, scheiterte bei der Reduzierung von Schwangerschaften und Krankheiten.

In den nachfolgenden Jahrzehnten entwickelten Hersteller Kondome in vielen Variationen, die sich in Materialien, Größen (Länge und Breite), Stärken, Farben, Formen und Struktur unterscheiden. In der DDR waren Kondome im Allgemeinen unter der Bezeichnung „Mondos” oder umgangssprachlich als „Gummi-Fuffzcher” (nach dem Preis von fünfzig Pfennig) erhältlich.

  • Berühmt war hierfür der diskrete Versand von H.
  • Ästners Familienunternehmen aus Dresden, der bis zu zwei Millionen Kondome pro Jahr versandte.
  • Der Bau der ersten Kondomfabrik wurde von Karl-Heinz Mehlan initiiert, der auch die Antibabypille in der DDR einführte.
  • Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria finanzierte allein für das Jahr 2014 die Verteilung von 5,1 Milliarden Kondomen weltweit.

Seit 1. Juli 2017 gilt in Deutschland bei Prostitution eine Kondompflicht (§ 32 Absatz 1 Prostituiertenschutzgesetz ). Vorher bestand sie nur in Bayern (seit dem 16. Mai 2001; § 6 Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten ) und im Saarland (§ 6 der Hygiene-Verordnung vom 16.

Wie hat man im Zweiten Weltkrieg verhütet?

Empfängnisverhütung im 2. Weltkrieg – Bereits um 1930 herum gab es ein ideales Verhütungsmittel, das so populär wurde, dass es später im 2. Weltkrieg zum Pflichtbestandteil jeder Bordapotheke eines Schiffes gehörte: Dublosan! Dublosan, als Marke bereits 1924 eingetragen, erfüllte dabei zwei Anforderungen gleichzeitig: erstens schützte es vor Geschlechtskrankheiten wie z.B.

  1. Syphilis und zweitens diente es der Empfängnisverhütung.
  2. Dublosan gab es sowohl als Salbe in Tuben, mit der die Geschlechtsorgane eingerieben wurden und als Kondome, die lose ohne Einsiegelung in die Dose gelegt wurden.
  3. Dublosan wurde in den silbernen Alu-Dosen bis Ende der 60er Jahre verkauft.
  4. Danach wurden Plastikdosen verwandt.

Der Erfolg von Dublosan nahm ein plötzliches Ende als das Bundesgesundheitsamt 1982 aufgrund eines nachweislichen Quecksilberanteils die Vertreibung der Produkte untersagte. Ungeachtet dessen ist das Unternehmen auch heute noch sehr erfolgreich im Vertrieb von Kondomen aus Naturkautschuklatex.

Wie haben die Frauen im 18 Jahrhundert verhütet?

Schwamm und Zitrone – Neben dem Coitus interruptus war die Verwendung von Scheidenmitteln oder Barrieren ein häufiger Versuch, Schwangerschaften zu verhüten. Schon in ägyptischen Papyri wird von Mischungen berichtet, die sich Frauen vor dem Sex in die Scheide einführten, um Schwangerschaften zu verhindern.

Wann war der Pillenknick in Deutschland?

Nach dem Babyboom: “Pillenknick” in Rheinland-Pfalz Vor 60 Jahren kam in Deutschland die erste Antibabypille auf den Markt. In Rheinland-Pfalz spiegelt sich der so genannte Pillenknick in der Bevölkerungsentwicklung wider. Seit seiner erlebte Rheinland-Pfalz einen Babyboom, der 1963 einen Höhepunkt erreichte: Knapp 68.000 Kinder kamen in diesem Jahr zur Welt.

Wie verhütet Deutschland?

Ein Kondom nutzen 44,1 % der Frauen und 64,2 % der Männer zur Verhütung. Die kombi- nierte Verwendung von Pille und Kondom berichten 23,1 % der Frauen und 31,6 % der Männer. Die Spirale wird dage- gen deutlich seltener genutzt: 3,8 % der Frauen und 3,0 % der Männer geben diese als Verhütungsmittel an.

Wie haben die Ägypter verhütet?

Eine kleine Geschichte der Verhütung 21. Juli 2010, 15:05 – Sex ohne Schwangerschaft – bereits die Ägypter probierten daran herum. Doch es sollten mehrere Tausend Jahre verstreichen, bis dieser Traum vor 50 Jahren Wirklichkeit wurde: Dank der Erfindung der Pille wurde eine sexuelle Revolution eingeleitet, die es frau ermöglicht, sich,

  • Sex ohne Schwangerschaft – bereits die Ägypter probierten daran herum.
  • Doch es sollten mehrere Tausend Jahre verstreichen, bis dieser Traum vor 50 Jahren Wirklichkeit wurde: Dank der Erfindung der Pille wurde eine sexuelle Revolution eingeleitet, die es frau ermöglicht, sich eigenständig und zuverlässig vor einer Schwangerschaft zu schützen und Sex ebenso unbeschwert zu geniessen wie Männer.

Wie kam es dazu? Welches sind die skurrilsten Verhütungsmethoden unserer Vorfahren?

Im alten Ägypten Antike Mittelalter 18. Jahrhundert 19. Jahrhundert 20. Jahrhundert

Frauen führten kleine Zäpfchen aus zerstossenen Granatapfelkernen und Wachs in die Scheide ein. Granatäpfel enthalten ein natürliches Östrogen, sodass diese ägyptische Mixtur möglicherweise den Eisprung verhindert hat.Wohl eher nicht für feine Nasen gedacht war eine Art „chemische” Verhütungsmethode, wobei ein Tampon aus Krokodil-Kot vor dem Sex in der Scheide plaziert wurde.

  • Orkodil-Kot ist leicht sauer (zu gut chemisch „alkalisch”) und wirkte so nicht nur als Barriere für Spermien, sondern auch spermienabtötend.
  • Wer weiss, vielleicht wirkte der Geruch auch schlicht Sex-verhindernd Der griechische Philosoph Aristoteles schreibt über Frauen, die eine Mischung aus glitschigem Olivenöl und klebrigem Honig in die Scheide geben.

So sollen sich die Spermien nicht mehr richtig bewegen können und den Weg in die Gebärmutter nicht schaffen.Die trendigste Verhütungsmethode für Frauen des Mittelalters ist der Keuschheitsgürtel, der nebst dem Sex mit Männern auch das lustvolle Spiel mit sich selbst ziemlich effektiv verhinderte.

Heute würde man da eher an Sado-Maso denken handelt es sich doch um einen Metallgürtel, der um die Taille gelegt wird. Daran ist ein Metallband befestigt, der zwischen den Beinen durchgeführt wird. Im Mittelalter wurden auch die ersten „Kondome” verwendet: Überzieher aus Tierdärmen und Fischhaut, manchmal sogar aus Leinen.

Die Wirkung liess zu Wünschen übrig, der Tragekonfort ebenfallsCasanova, grösster Verführer aller Zeiten, benutzte sogenannte „English Overcoats” – Kondome aus Schafsdärmen – um sich bei seinen Liebes-Aktivitäten vor Syphilis zu schützen.Lange wusste man nicht, welche Rolle die Frau bei der Befruchtung und somit bei der Entstehung von neuem Leben spielt.

  1. Das weibliche Ei wurde um 1800 entdeckt.
  2. Und erst 1875 beobachtete der deutsche Biologe Oskar Wilhelm zum ersten Mal – bei See-Igeln – das Eindringen von Sperma in eine Eizelle.
  3. Erste Forschungen zur hormonellen Verhütung beginnen.
  4. Der Österreicher Ludwig Haberlandt zeigt 1901, dass die Menstruation von Hormonen abhängt, die im Gehirn und in den Eierstöcken der Frau gebildet werden.1919 kann er nachweisen, dass die Verpflanzung von Eierstöcken schwangerer Kaninchen auf nicht-schwangere Tiere deren Eisprung hemmt.

Somit kennt man nun das Wirkungsprinzip der Pille – es fehlen nur noch die passenden Sexualhormone.1934 isolieren Forscher erstmals das Sexualhormon Progesteron (das sogenannte Gelbkörperhormon) und vier Jahre später wird in Deutschland das Östrogen Ethinylestradiol entwickelt, das bis heute in den meisten Pillen enthalten ist.

Nach weiteren Forschungen wird 1960 Enovid® vom US-Unternehmen Searle in den USA als Pille zugelassen und auf den Markt gebracht. Am 1. Juni 1961 führt die Schering AG in der Bundesrepublik Deutschland mit Anovlar® die erste Pille in Europa ein. Anfänglich hat die Pille einen schweren Stand und ist offiziell ein Medikament gegen Menstruationsstörungen, das nur an verheiratete Frauen, deren Ehemann damit einverstanden ist, verschrieben wird.

Ab 1968 ändert sich dies mit den Studentenbewegungen: alte Wertvorstellungen werden auf den Kopf gestellt, die Pille wird zum Symbol für den gesellschaftlichen Wandel. Frauen kämpfen für die Gleichberechtigung. Sexualität und Verhütung werden zu offen diskutierten Themen, die Pille wird zum weitverbreiteten Verhütungsmittel.

Wie oft waren Frauen früher schwanger?

Der Geburtenrückgang in Deutschland ist, wie in den anderen europäischen Staaten und in Nordamerika, weniger das Ergebnis zunehmender Kinderlosigkeit, sondern im Wesentlichen das Ergebnis eines Rückganges der kinderreichen Familien, also der Familien mit drei oder mehr Kindern.

In Deutschland ist allerdings die Quote an Mehrkinderfamilien heute besonders gering. Zu diesem Ergebnis kommt der 7. Familienbericht für Deutschland, der im Frühjahr 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist. Wer jedoch heute über rückläufige Geburtenzahlen und Mangel an Nachwuchs diskutiert, übersieht vielleicht allzu leicht, dass ein höherer Anteil von kinderreichen Familien in der Gesellschaft historisch eine Ausnahme darstellt.

Familien, in denen drei oder mehr Kinder gleichzeitig lebten, waren in Deutschland allein in der Zeit zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts weitverbreitet. In diesem Sinne ist Kinderreichtum ein soziales Phänomen von gerade 100 Jahren.

  • Schon vor 100 und 200 Jahren gab es Familien mit vielen und mit wenigen Kindern.
  • Die Durchschnittswerte überdecken dies oftmals.
  • Auch in früheren Jahrhunderten bemühten sich manche Eltern erfolgreich, die Zahl ihrer Kinder zu beschränken 1,
  • Dennoch gehörten in der alten Zeit viele Kinder zur Normalität.
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Die Bauersfrau im Mittelalter bekam durchschnittlich wohl fünf bis sechs Kinder 2, Im späten Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit vor dem 17. Jahrhundert waren bis zu zwanzig Geburten in der Ehe nicht selten 3, Allerdings gilt es zwischen Geburtenzahl und Kinderzahl zu unterscheiden.

  1. Es wurden viele Kinder geboren, aber ein Viertel bis ein Drittel starb vor der Mündigkeit, oftmals sogar mehr.
  2. Mangelnde Hygiene, Epidemien, Kriege, Schmutz und Enge der Wohnung trugen zu einer sehr hohen Kindersterblichkeit bei, sodass in vielen Familien nur ein bis zwei Kinder überlebten.
  3. Viel mehr hätte die Familie auch kaum aufziehen können.

Ein immerwährendes Sterben prägte das Leben in der Familie. Es ist davon auszugehen, dass in der Frühen Neuzeit die bewusste Geburtenkontrolle nicht das dominante Muster war und die meisten Frauen solange Kinder gebaren, wie es biologisch möglich war.

  • Gleichwohl ist die Geburtenbeschränkung keine Erfindung der Neuzeit.
  • Die Menschen wissen spätestens seit der Antike von Mitteln und Methoden, die Schwangerschaft zu verhindern oder abzubrechen 4,
  • In der bäuerlichen Gesellschaft betrachteten die Eltern ihre Kinder vor allem als Arbeitskräfte und Erben.

So war ausreichender Nachwuchs einerseits nötig, und sie mussten angesichts einer sehr hohen Mortalität genügend Kinder haben, damit der Fortbestand der Familie gesichert war. Andererseits verfügten die bäuerlichen Familien nicht unbegrenzt über Land, zudem drohten mit der Geburt eines Kindes tödliche Gefahren für das Leben der Mutter und drängende Nahrungsprobleme für die gesamte Familie.

  • Somit war zu vermeiden, dass die Zahl der Kinder, die ernährt werden oder unter welchen der Familienbesitz aufgeteilt werden musste, zu groß wurde.
  • Ähnliche ökonomische Vorgaben trafen auf die städtischen Handwerksbetriebe zu: Das jeweilige Gewerbe, seine Produktionsweise, vorhandener oder fehlender Hausbesitz konnten regulierend auf die Zahl der Kinder wirken.

Wer also seine Familie klein halten wollte, fand Mittel und Wege, dies zu verwirklichen. So wurden in Europa bereits seit dem 16. Jahrhundert mehr oder minder wirksame Methoden der Empfängnisverhütung angewandt. Hierzu gehörten das gänzliche Enthalten vom Geschlechtsverkehr oder das Ausdehnen der Stillzeit für geborene Kinder.

  1. Weitere Wege, die Zahl der Kinder zu begrenzen, waren das Abtreiben, Töten oder Aussetzen ungewünschter Kinder.
  2. Für Chaunu war »das eigentliche Verhütungsmittel des klassischen Europa« aber das Heiratsalter: Früher wie heute wirkt sich jedes Jahr, um welches eine Eheschließung aufgeschoben wird, unmittelbar auf die Kinderzahl aus 5,

Allerdings wirkt die Verzögerung einer Heirat auf die Zahl der Kinder gegenwärtig bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von rund 80 Jahren ganz anders als in einer Zeit zwischen 1500 und 1700, als die Sterblichkeit von Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren deutlich höher lag.

In der heutigen Zeit wird es immer genügend Jahre geben, eine Familie mit zwei oder mehr Kindern zu gründen. Aber in der alten Zeit war mehr als die Hälfte der neugeborenen Mädchen in Gefahr gewesen, das Heiratsalter gar nicht zu erreichen, und jene, die es erreichten, konnten nur mit einer beschränkten Dauer ihres Ehelebens rechnen.

Unter diesen Umständen war es schwierig, überhaupt mehrere Kinder zu gebären. Eltern, die in der Ehe die Kinderzahl bewusst einschränkten, stammten in der Regel nicht aus ärmlichen Verhältnissen – im Gegenteil: Als Pioniere einer bewussten Geburtenkontrolle erwiesen sich in Westeuropa vor allem das wohlhabende Bürgertum und der englische und französische Hochadel.

So berichtet Pfister in seiner Fallstudie über ausgewählte Züricher Familien im 17. und 18. Jahrhundert, dass in der Oberschicht viele Frauen ihre fruchtbare Phase nicht mehr voll ausschöpften, wenn sie bereits zwei lebende Söhne jenseits des durch Tod besonders bedrohten frühen Kindesalters hatten 6,

Schließlich galt es, den vorhandenen Kindern ein möglichst umfangreiches Erbe zu erhalten, um den sozialen Status der Familie über die Generationen hinweg zu sichern. Familienplanung ließ sich für die Frühe Neuzeit aber auch für andere soziale Gruppen nachweisen, und zwar in einigen französischen Dörfern oder im katholischen Bayern ebenso wie in ländlichen Regionen mit protestantischer Bevölkerung.

  1. Dennoch dürften insgesamt nur wenige Ehepaare die Geburten beschränkt haben.
  2. Die Größe und die Struktur der Bevölkerung sind dadurch nicht wesentlich beeinflusst worden.
  3. Dies sollte erst ein halbes Jahrhundert später beginnen.
  4. Um die Mitte des 18.
  5. Jahrhunderts sank zuerst in Frankreich die Fruchtbarkeitsrate merklich.

Deutschland und andere europäische Staaten wie beispielsweise England, Schweden, aber auch Italien folgten in einem Abstand von 100 Jahren, etwa ab 1870 (i-Punkt) 7, Im 19. Jahrhundert setzte sich die Geburtenbeschränkung in der Ehe gewissermaßen als Regelverhalten sukzessive durch.

Die Rechtsordnung löste die Ehe von alten bäuerlichen und zünftischen Beschränkungen und gab sie frei.Durch die wirtschaftliche Entwicklung entstanden Arbeitsplätze und Wohlstand.Die Industrialisierung ermöglichte Einkommen jenseits der alten Einheit von Betrieb und Haus.

Damit entstanden die Voraussetzungen für die Familiengründung in breiten Bevölkerungskreisen, und es wurde vermehrt und vor allem früh geheiratet. Die Geburten wurden unabhängiger vom Nahrungsspielraum und stiegen leicht an. Mit zeitlicher Verzögerung sank die Sterblichkeit insbesondere von Kleinkindern und Jugendlichen.

  1. In immer mehr Familien lebten und überlebten mehr Kinder.
  2. In der Folge wuchs die Bevölkerung in den deutschen Staaten in der ersten Hälfte des 19.
  3. Jahrhunderts stark an.
  4. Diese Entwicklung verlief jedoch alles andere als einheitlich: In Preußen nahm die Bevölkerung deutlich zu, in den österreichischen Alpenländern stagnierte sie, und dazwischen lagen die Zuwachsraten beispielsweise in Nordwest- und Süddeutschland.

Das Bevölkerungswachstum war dort am höchsten, wo die Ehe freigegeben wurde und bei geringem Heiratsalter geschlossen werden konnte 8, Der Durchbruch der modernen Familienplanung in den deutschen Ländern vollzog sich Ende des 19. Jahrhunderts. Doch war dies nicht sofort beobachtbar, da die Bevölkerung weiterhin wuchs – denn die absoluten Geburtenzahlen blieben relativ hoch –, während die Sterblichkeit nun stärker abnahm.

  1. Dies verdeckte zunächst noch eine Entwicklung von epochaler Bedeutung, den Rückgang der Geburten in der Ehe, also die Begrenzung der Kinderzahl durch die Ehepartner.
  2. Damit begann die zusammengefasste Geburtenziffer zu sinken, obwohl die Heiratshäufigkeit etwas anstieg und das Heiratsalter leicht sank.

Der Rückgang setzte bei den älteren Frauen und den späteren Geburten zuerst ein: Bei den 40- bis 46-Jährigen gingen zwischen 1881/90 und 1901/10 die Zahlen um 25 %, bei den 30- bis 34-Jährigen um 15 % zurück. In Berlin nahm zwischen 1880 und 1900 zwar die Zahl der Erstgeburten noch zu, aber die Zahl der Zweitgeburten um 20 %, der Drittgeburten um 45 % und die der weiteren um fast 60 % ab.

Mit anderen Worten: Bereits die Eltern unserer Großeltern hatten im Schnitt erheblich weniger Kinder als deren Eltern 9, Die Entwicklung zeigt große regionale, konfessionelle und schichtspezifische Unterschiede, wenngleich die Verbindung zwischen Wohlstand, Bildungsniveau und Geburtenkontrolle bei der städtischen Bevölkerung unbestritten ist 10,

Im nationalen Durchschnitt begann in Deutschland der Rückgang um 1895, in einzelnen Regionen aber schon um 1880 oder erst um 1915. Zuerst sanken die Zahlen in den Städten, während sie auf dem Land noch stiegen. In Dienstleistungs- und Verwaltungsstädten war der Rückgang stärker als in Städten mit Schwerindustrie.

  1. Schon vor dem allgemeinen nationalen Rückgang unterschieden sich die Regionen in den Kinderzahlen drastisch: Verheiratete Frauen gebaren zwischen 4,4 und 8,4 Kinder.
  2. In Gebieten mit hohen Kinderzahlen setzte der Rückgang später und mit geringerer Intensität ein.
  3. Mit Blick auf konfessionelle Unterschiede hatten die Katholiken überdurchschnittlich oft viele Kinder.

Sie begannen auch spät, zum Beispiel in Niederbayern 1914, und langsamer die Zahl ihrer Kinder zu verringern. In protestantischen Ehen, die schon früher eher weniger Kinder hatten, wurde die Kinderzahl stärker und effektiver begrenzt, und dies unabhängig von städtischer oder ländlicher Herkunft 11,

In den jüdischen Familien, vor allem in guten sozialen Positionen, begann der Rückgang besonders früh und entwickelte sich besonders rasch. Obgleich moderne und traditionale Familientypen nebeneinander existierten, ist offensichtlich, dass sich die moderne Familie mit unterschiedlichem Tempo in allen sozialen Schichten durchsetzte.

An Bildung und Wohlstand reiche Eltern begannen früher, die Zahl ihrer Kinder zu verringern als Eltern in wirtschaftlichen Notlagen. Ein Vorreiter der Entwicklung war die in der Stadt lebende bürgerliche Familie. Dazu gehörten der neue Mittelstand, Beamte, freie Berufe, Angestellte.

  1. Es folgten die selbstständigen Unternehmer, der alte Mittelstand und die Facharbeiter.
  2. Gelernte Arbeiter außerhalb der Schwerindustrie und zumal des Bergbaus begrenzten die Zahl ihrer Kinder früher als ungelernte.
  3. Die »respektable« Arbeiterschaft, geleitet vom bürgerlichen Familienideal, betrachtete Kinder nicht mehr als Schicksal und widmete dem einzelnen Kind eine größere Aufmerksamkeit.

Die Arbeiterfamilie im Allgemeinen jedoch zog ihre normativen Orientierungen weiterhin aus den traditionellen Moral- und Ordnungsvorstellungen. Ein Beschränken der Zahl der Kinder kam solange nicht in Frage, als Kinder zugleich zusätzliche Verdiener waren.

  • Familie bedeutete für sie in erster Linie eine Wohn- und Essgemeinschaft in einem überaus harten Leben; von Erziehung, Bildung und Ausbildung der Kinder konnte kaum die Rede sein.
  • Erst als die Kinderarbeit abgeschafft wurde, galt »Kindersegen« alles andere als erwünscht, bedeuteten doch Kinder nur einen zusätzlichen Kostenfaktor, der das Elend der Familie vergrößert.

Die Arbeiterschaft war also alles andere als einheitlich in ihrem generativen Verhalten. In Deutschland schränkten besonders Beamte und Angestellte schon früh, wenn auch anfangs langsam, die Zahl ihrer Kinder ein. So lag die Zahl in vor 1825 geschlossenen Ehen bei 6,4, in denen vor 1849 bei 5,1, in denen vor 1874 bei 4,3.

  1. Unternehmer und Handwerker folgten dem Trend im Abstand von 25 Jahren.
  2. In Göttingen zum Beispiel soll in den Handwerkerfamilien die durchschnittliche Kinderzahl zwischen 1760 und 1860 schon bei zwei bis drei Kindern gelegen haben.
  3. Bei den Bauern zeigte sich ein langsamerer Rückgang: Zwischen 1750 und 1799 lag die Fertilität bei 7,1 Kindern, sank für den Zeitraum von 1800 bis 1849 auf 6,3 und erreichte 1850 bis 1874 den Wert von 5,5 Geburten pro Ehe 12,

Die Entwicklung beschleunigte sich gegen Ende des Jahrhunderts, blieb aber differenziert: Bei höheren Beamten, Lehrern und freiberuflich Tätigen kamen auf Ehen, die zwischen 1875 und 1899 geschlossen wurden, noch durchschnittlich drei Kinder, aber auf Ehen, die zwischen 1900 und 1914 geschlossen wurden, nur noch 2,5 Kinder.

Ehen der städtischen Arbeiterschaft dagegen hatten noch 1939 durchschnittlich 4,4 Kinder. Landarbeiter übertrafen in der gleichen Zeit mit 6,1 Kindern pro Ehe deutlich die selbstständigen Bauern mit 5,4 Kindern. Wesentlich früher und weitaus fortgeschrittener schränkten in Frankreich selbst auf dem Lande die Eltern die Zahl ihrer Kinder ein.

So hatten 1911 Bäuerinnen der Gironde oder der Gegend um Bordeaux nur noch 1,93 bzw.1,86 Kinder im Durchschnitt, und in Paris lagen die Werte mit 1,72 Kindern pro Ehe noch niedriger 13, Bei der Entwicklung hin zu kleineren Familien mit ein oder zwei Kindern bildet Deutschland keine Ausnahme.

  1. Weltweit dürfte in den letzten Jahrzehnten der Anteil kinderreicher Familien an allen Familien gesunken sein.
  2. Ein erster grober Indikator ist die zurückgehende zusammengefasste Geburtenzahl in fast allen Staaten 14,
  3. Berücksichtigt man gleichzeitig den Rückgang der Kindersterblichkeit in den sich entwickelnden Staaten, dann muss ein Rückgang der Geburtenhäufigkeit nicht zwingend zu einem geringeren Anteil der Familien mit drei oder mehr Kindern führen.

Da mehr Kinder überleben, sind nicht mehr so viele Geburten notwendig für eine kinderreiche Familie. Allerdings ist besonders in Asien der Rückgang der Geburten so stark, dass er auch zu einem entsprechenden Rückgang kinderreicher Familien geführt haben dürfte.

  • Der deutliche Rückgang ist in Asien vor allem in China, Südkorea, Thailand und Vietnam zu beobachten.
  • Anfang der 1970er-Jahre bekam eine Frau in diesen Ländern durchschnittlich noch vier bis sieben Kinder, drei Jahrzehnte später liegt die entsprechende Zahl oftmals bei nur einem Kind, selten bei mehr als zwei Kindern.

Ähnlich haben sich beispielsweise die nordafrikanischen Staaten Tunesien, Marokko und Algerien, aber auch der Iran entwickelt. Die Zahl der Kinder je Frau ist von sechs bis sieben Kindern auf zwei bis drei Kinder gefallen 15, Auch in den entwickelten Ländern ist die schon vor Jahrzehnten niedrigere Zahl der Kinder in den Familien noch einmal deutlich gesunken.

In Europa und Japan haben Frauen, die 1930 geboren worden sind, im Schnitt zwei bis drei Kinder, in Nordamerika, Australien und Neuseeland drei bis vier Kinder. Die heutige Elterngeneration, die 40- bis 45-jährigen Mütter, hat in der Regel nur noch ein oder zwei Kinder. Die Entwicklung der zusammengefassten Geburtenrate von Frauen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren, aber auch die endgültige Kinderzahl der Frauen eines Geburtsjahrganges geben den tatsächlichen Rückgang der Mehrkinderfamilien nur ungenau wieder 16,

Dies zeigt die Entwicklung in Frankreich: Die endgültige Kinderzahl der im Jahr 1960 geborenen Frauen war mit 2,1 genauso hoch wie bei den im Jahr 1900 geborenen Frauen 17, Hier überrascht zunächst, dass der Anteil von Familien mit drei oder mehr Kindern nahezu unverändert ist, ja sogar bei den Frauen des Geburtsjahrganges 1960 um einen Prozentpunkt höher lag als bei den Frauen des Geburtsjahrganges 1900.

Die jüngeren Frauen haben jedoch seltener fünf oder mehr Kinder und häufiger drei Kinder. Die endgültige Kinderzahl ist vor allem dadurch stabilisiert worden, dass Frauen seltener kinderlos blieben oder nur ein Kind bekamen. Wesentlich einschneidender stellt sich die Veränderung der Familiengröße vom Standpunkt der Kinder aus dar.

Treten ausschließlich Familien in das Blickfeld, dann hatten in Frankreich fünf von zehn Kindern der 1900 und 1930 geborenen Mütter mindestens drei Geschwister. Durchschnittlich lebten also vier bis fünf Kinder in der Familie. Mit wesentlich weniger Brüdern und Schwestern lebten dagegen die Kinder zusammen, deren Mütter 1960 geboren worden sind: Zwei von zehn Kindern hatten noch drei oder mehr Geschwister.

Auffallend ist außerdem die Entwicklung hin zu einem Bruder oder einer Schwester oder zu zwei Geschwistern, also zur Familie mit zwei oder drei Kindern. In Österreich hat sich der Anteil der Frauen mit drei oder mehr Kindern im Beobachtungszeitraum auf weniger als die Hälfte reduziert: er fiel von 42 % bei Frauen des Geburtsjahrganges 1935 auf ungefähr 20 % bei Frauen des Geburtsjahrganges 1964 18,

Im Vergleich dazu stieg die Kinderlosigkeit bei den jüngeren Frauen zuerst allmählich, um dann bei den 1964 geborenen Frauen auf etwa 18 % zu klettern. Weitgehend stabil ist seit der Kohorte von 1940 der Anteil der Frauen mit nur einem Kind. Etwas anders hat sich nach dem U.S.

Census Bureau die Familiengröße in den USA verändert. Sechs von zehn Frauen, die in den 1930er-Jahren geboren worden sind, haben mindestens drei Kinder bekommen; zwei von zehn Frauen sogar fünf oder mehr Kinder. Jüngere Frauen mit Geburtsdatum um 1960 sind erheblich seltener Mütter von sehr vielen Kindern: Nur noch drei von zehn Frauen gebaren mindestens drei Kinder, eine von zehn Frauen vier oder mehr Kinder.

In Deutschland hat sich der Rückgang der endgültigen Kinderzahl bei Frauen mit einem Geburtsdatum um die vorletzte Jahrhundertwende bereits weitgehend vollzogen 19, Seitdem bekommen in Deutschland die Frauen im Schnitt selten mehr als ein oder zwei Kinder.

  1. So sind von den 1956 bis 1960 geborenen Frauen 25 % kinderlos und nur noch 15 % haben mehr als zwei Kinder.
  2. Die bislang für einen westdeutschen Geburtsjahrgang niedrigste Kinderzahl wird mit 144 Kindern je 100 Frauen für die 1968 geborenen Frauen geschätzt.
  3. Für die nachgeborenen Frauen (1969, 1970) werden mit 146 und 147 Kindern etwas höhere Geburtenhäufigkeiten erwartet 20,

Es ist abzuwarten, ob dieser leichte Anstieg eine Trendwende ankündigt. Die Größe der Familie ist damit vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückgegangen. Vor 80 Jahren hatten 21 % der Ehepaare mit Kindern mindestens vier Kinder und weitere 17 % drei Kinder.

  1. Drei Jahrzehnte später hatten im früheren Bundesgebiet von den verheirateten Eltern nur noch 8 % vier oder mehr Kinder und 14 % drei Kinder.
  2. Noch einmal ist der Anteil kinderreicher Ehepaare merkbar seit den 1970er-Jahren gesunken.2005 lebten nur noch in jeder siebten Familie drei und mehr Kinder.
  3. Betrachten wir neben den Ehepaaren mit Kindern auch die Alleinerziehenden und die nicht ehelichen Paare mit Kindern, dann ist seit 1957 besonders der Rückgang der kinderreichen Familien mit vier oder mehr Kindern auffallend.

Ihr Anteil an allen Familien ist um über die Hälfte gesunken, der Anteil der Familien mit drei Kindern nur um etwas mehr als ein Viertel. Darüber hinaus ist Mitte der 1980er-Jahre der Rückgang zum Stillstand gekommen. Seit nunmehr 20 Jahren liegt der Anteil kinderreicher Familien an allen Familien weitgehend unverändert bei rund 13 % (früheres Bundesgebiet) und 12 % (Deutschland seit 1991).

  1. Die einschneidenden Veränderungen im generativen Verhalten liegen somit schon Jahrzehnte zurück.
  2. Das gilt auch für Baden-Württemberg, wo der Anteil kinderreicher Familien von 24 % (1970) auf 15 % (2005) sank.
  3. Allerdings ist Baden-Württemberg heute das Bundesland mit dem höchsten Anteil kinderreicher Familien.

In der Frühen Neuzeit waren Fertilität und Mortalität hoch, viele Kinder wurden geboren, sehr wenige Kinder überlebten das 10., 15. Lebensjahr; aber auch viele Mütter starben früh. In den Familien dürften kaum mehr als zwei, vielleicht drei Kinder gleichzeitig gelebt haben.

  • In der ersten Hälfte des 19.
  • Jahrhunderts begann die Phase sinkender Mortalität, die Fertilität änderte sich zunächst kaum.
  • Viele Kinder wurden geboren, mehr Kinder überlebten, auch die Eltern lebten länger.
  • Die Familien wurden größer, mehr Familien hatten drei oder mehr Kinder.
  • In den deutschsprachigen Ländern, aber auch im übrigen Europa stieg die Bevölkerung explosionsartig an.

Heute und schon seit Jahrzehnten sind Fertilität und Mortalität niedrig. Wenige Kinder werden geboren, fast alle von ihnen überleben ihre Kinder- und Jugendzeit. Grob zusammengefasst waren in Deutschland kinderreiche Familien weitverbreitet allein in der Zeit etwa zwischen Mitte des 19.

Familien mit durchschnittlicher bis sehr guter ökonomischer Ausstattung, in denen beide Eltern zumeist über einen höheren schulischen und beruflichen Ausbildungsabschluss verfügen. Oft kommen sie schon selbst aus einer kinderreichen Familie, sie sind eher religiös und wohnen eher auf dem Lande als in der Großstadt.Familien, die fast das Gegenteil zum ersten Typ darstellen: Sie leben in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen, was vor allem auf unzureichende oder fehlende schulische und berufliche Ausbildung der Eltern zurückgeht.Familien mit Migrationshintergrund und mit starker Orientierung an Religion und Herkunftsfamilie.

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Gemein ist diesen drei Typen zumeist eine traditionale Aufgabenverteilung: die Frau ist zuständig für Haushalt und Kinder, der Mann für Beruf und Einkommen. Fragwürdig ist, ob Kinderreichtum, wenn es mit einem solchen Familienmodell verbunden wird, künftig wieder häufiger sein wird.

In anderen, vor allem nordeuropäischen Staaten haben Eltern häufiger drei oder mehr Kinder als in Deutschland 21, Es sind Staaten, die sich durch politische Maßnahmen auszeichnen, welche die Verbreitung von staatlich finanzierten Kinderbetreuungseinrichtungen sowie die Bildungs- und Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen und Männern erhöhen.

Das Ziel dieser Maßnahmen ist nicht die Familie, sondern das Individuum – ungeachtet seines Geschlechtes. Risiken, die mit einer Familiengründung einhergehen, werden über andere gesellschaftliche Bereiche abgesichert. Frauen und Männer sind dadurch unabhängiger von der Familie.

Was gab es vor dem Kondom?

Nicht-vegane Prototypen in der Geschichte des Kondoms – Die Idee, sich zum Schutz vor Schwangerschaft oder Geschlechtskrankheiten etwas über das erigierte Glied zu streifen, ist sehr alt. Jedoch wurden Vorgänger des heutigen Kondoms häufig aus gewebten Stoffen oder gar tierischen Membranen wie Därmen von Schafen hergestellt.

Nicht unbedingt ein besonders stimulierender Gedanke, nicht nur für Veganer. Unterschiedliche Quellen sprechen von kondomähnlichen Vorläufern im antiken Griechenland oder Ägypten, andere beziehen sich auf einen sehr prominenten Benutzer der Lümmeltüten: Casanova, den venezianischen Schriftsteller und Frauenheld des 18.

Jahrhunderts. Dieser soll sich eigens für die Verführung zahlreicher Frauen Kondome angefertigt haben lassen, die er jedoch nicht nur einmalig verwendete. Das Ergebnis kann man sich vorstellen und bringt so manchen Menschen aus der Moderne ein zweites Mal zum Schaudern.

Wie wird in Afrika verhütet?

Gefährliche Diskrepanz zwischen Nachfrage und Angebot – Seit gut 30 Jahren werden “moderne Kontrazeptiva” oft gratis in den staatlichen Gesundheitszentren abgegeben. Pille, Dreimonatsspritze und Spirale, neuerdings auch Hormon-Implantate, sind im Angebot.

1990 2000 2009
West-Afrika 3.5 % 7.9 % 8.7 %
Mittleres Afrika 4.3 % 5.4 % 6.6 %
Ost-Afrika 8.3 % 16.1 % 22.9 %
Latein-Amerika und Karibik 54 % 64 % 67 %
Asien 52 % 59 % 60 %

Ungedeckte Nachfrage nach Familienplanung (“Unmet need”)

West-Afrika 23.8 % 22.3 % 24.2 %
Mittleres Afrika 21.6 % 21.7 % 22.6 %
Ost-Afrika 30.9 % 27.5 % 27.6 %
Latein-Amerika und Karibik 16 % 10 % 10 %
Asien 11 % 10 % 9 %

Der ländlichen Bevölkerung ist der Zugang zu Verhütungsmitteln erschwert. Das nächste Gesundheitszentrum ist weit entfernt, und manchmal ist es unsicher ob die Kontrazeptiva gerade verfügbar sind. Dazu kommen Schwierigkeiten bei der Anwendung. Di Pille müsste z.B.

Vor dem Mann versteckt und doch täglich eingenommen werden. Wenn eine Spirale bei akuter Infektion sofort entfernt werden muss, kann es teuer werden oder sogar tödlich enden. In verschiedenen kulturell-religiösen Kontexten sind moderne Kontrazeptiva nicht oder schlecht akzeptiert. Familienplanung wird mit Prostitution (grössere sexuelle Freizügigkeit, wenn kein Konzeptionsrisiko besteht) oder Unreinheit (Schmierblutungen) assoziiert.

Die modernen Methoden stagnieren. Gleichzeitig ist eine weit verbreitete traditionelle Methode am Verschwinden: Die physische Trennung des Ehepaares während bis zu 2 Jahren nach der Geburt. Die Frau verbrachte die ganze Stillzeit in ihrer Herkunftsfamilie.

  • Gestützt wurde dies durch die religionsrechtlich geordnete Polygamie.
  • Die Konsequenzen der mangelnden Fertilitäts-Kontrolle sind gravierend.
  • Die Anzahl Abtreibungen in Afrika hat von 5.6 Millionen (2003) auf 6.4 Millionen (2008) zugenommen (2).
  • Interruptiones – da meist illegal – finden fast immer (97%) unter unsicheren Bedingungen statt und enden für 29’000 Frauen pro Jahr tödlich.

Zu nahe Geburtsabstände führen – via Mangelernährung – zu hoher Kindersterblichkeit. Bei grosser Parität gibt es mehr Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen. Die Basis für Gesundheit – Wasser, fruchtbarer Boden, Holz als Energieträger – leidet unter der Übernutzung durch die zunehmende Bevölkerung.

Wie verhütet man in Japan?

Kontrolle im SchlafzimmerVier Korrespondentinnen über Verhütung Wie verhüten Frauen weltweit? Wie sehr wird autonom entschieden, und wo mischt sich der Staat in die Familienplanung ein? „Deine Korrespondentin” hat einen Blick in die Schlafzimmer in Japan, der Türkei, Indien und Frankreich geworfen. Von Sonja Blaschke, Tokio Verhütung wird in Japan kleingeschrieben. Wenn überhaupt verhütet wird, dann normalerweise mit Kondom. Aber auch darauf verzichten viele, lassen es darauf ankommen. Per Geschlechtsverkehr übertragbare Krankheiten wie das Aids-Virus, dessen Verbreitung in der Tat in Japan (noch) relativ gering ist, werden als Problem von Ausländern abgetan.

  • Medienberichten zufolge soll es jedoch gerade unter jungen Japanern relativ hohe Verbreitungsraten von sexuell übertragbaren Krankheiten geben – eine der Ursachen für Unfruchtbarkeit bei Frauen.
  • Die Pille ist in Japan offiziell erst seit 1999 zugelassen.
  • Vorher war sie nur unter bestimmten Bedingungen geduldet.

Als die Pille anderswo in den 1960ern zu einer sexuellen Revolution führte, verbot das japanische Gesundheitsministerium noch Anfang der 1970er, die Worte „Pille” und „Verhütung” im Fernsehen zu erwähnen. Während sich Gynäkologen zunehmend für die Pille einsetzen, bekamen sie ausgerechnet von japanischen Feministinnen lange Gegenwind.

Diese befürchteten, dass ihre Zulassung die überaus liberalen Abtreibungsrechte beschränken würde. Anders als in christlich geprägten Gesellschaften ist die Hürde, eine Abtreibung machen zu lassen, in Japan niedriger. Was in den 1990er-Jahren die Einführung der Pille weiter verzögerte, war die Befürchtung, dass die Zahl der geborenen Kinder dadurch weiter abnehmen und später zu einem Arbeitskräftemangel führen würde.

Japan zählt zu den Ländern mit den niedrigsten Geburtenraten der Welt. Noch heute ist die Zahl der Japanerinnen, die die Pille nehmen, bei weit unter zehn Prozent. Der Ruf der Antibabypille ist schlecht. Sie mache dick, glauben viele Japanerinnen, und das ist in dem ostasiatischen Land, in dem die Mehrheit der Bevölkerung sehr schlank ist, ein Graus.

Auch die Angst vor Nebenwirkungen ist groß. Dass die Pille auch bei Regelschmerzen oder Akne verschrieben wird, scheint japanischen Ärzten kaum bekannt zu sein. In Japan wird einer Frau, die die Pille nehmen möchte, vielmehr unterstellt, dass sie häufig ihre Partner wechselt. Dass die Pille in Japan überhaupt zugelassen wurde, ist dem Potenzmittel Viagra zu „verdanken”.

Denn während sich die Zulassung der Pille jahrzehntelang hingezogen hatte, winkte das zuständige Ministerium die blaue Potenztablette binnen eines halben Jahres durch – und musste sich Vorwürfe der Scheinheiligkeit gefallen lassen, selbst von den männerdominierten einheimischen Medien. „Mindestens drei Kinder!” – Das fordert Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan bei jeder passenden (und oft auch unpassenden) Gelegenheit. Jüngst dozierte er sogar, dass Frauen ohne Kinder „nur halb” seien. Solche Schlagzeilen vermitteln den Eindruck, dass Frauen in der Türkei als „Brutmaschinen” missbraucht werden und der Zugang zu Verhütungsmitteln ein Spießrutenlauf sein könnte.

  1. Dabei sieht die Realität anders aus: „Ich würde die Pille auch einer Zwölfjährigen verkaufen”, erklärt man mir in einer Istanbuler Apotheke.
  2. Verhütungsmittel, auch die Pille und die Pille danach, gibt es in der Türkei ohne Rezept und ohne Altersbeschränkung.
  3. Wer zum Arzt geht, bekommt Verhütung auch auf Staatskosten.

Kondome liegen gut zugänglich an jeder Supermarktkasse aus, gleich neben der Gleitcreme und den Taschenfläschchen mit Kölnisch Wasser. Einer Umfrage der Hacettepe Universität in Istanbul zufolge verhüten 74 Prozent der Ehefrauen. Allerdings verwenden lediglich 47 Prozent sogenannte „moderne” Verhütungsmethoden wie die Spirale oder die Pille.

  1. Im Gegensatz dazu vertrauen 26 Prozent auf den relativ unsicheren „Coitus Interruptus”, der nicht nur Glückssache ist, sondern die Familienplanung dem Mann überlässt.
  2. Vielleicht weil sich, so eine weitere Studie, 35 Prozent der Frauen schämen, wenn sie Kontrazeptiva kaufen.
  3. Dabei predigen Islamgelehrte in der Türkei, dass Sex so eine Art „Gottesdienst” sei und nicht nur der Mann, sondern auch die Frau ein Recht auf ein erfülltes Liebesleben habe.

Allerdings unter einer Bedingung: Nur Ehepartner dürfen diese Art des „Gebets” miteinander verrichten und dabei auch verhüten. Sterbliche haben sowieso nicht die Möglichkeit, Gottes Willen zu torpedieren. Anders sieht das Präsident Erdogan. Er glaubt, dass die rückgängigen Geburtenzahlen ein verhütungsmitteltechnischer Angriff des Westens und keinesfalls mit dem Islam in Einklang zu bringen seien. In Indien ist Sexualität und alles was damit zu tun hat ein großes Tabu. Laut einer Studie der Frauenrechts-und Gesundheitsorganisation „EngenderHealth” ist es 40 Prozent der Jugendlichen zu peinlich, sich über Verhütungsmethoden zu informieren. Dementsprechend wenige Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren verwenden moderne Verhütungsmittel: Nach Angaben von UNFPA (United Nations Population Fund) sind es lediglich 18,6 Prozent.

  1. In den besonders armen und konservativen indischen Bundesstaaten Uttar Pradesh, Bihar, Orissa, Madhya Pradesh und Rajasthan verhüten gar weniger als 10 Prozent der jungen Leute.
  2. Gleichzeitig wurden 43 Prozent der Frauen, die heute 20 bis 24 Jahre alt sind, verheiratet, bevor sie volljährig waren.
  3. Der Population Foundation of India zufolge ist diese minimale Nutzung von Verhütungsmitteln auf den niedrigen Status von Frauen, die hohe Kindersterblichkeit, die schlechte Gesundheitsversorgung und einen Mangel an Aufklärung zurückzuführen.

Besonders Frauen auf dem Land haben keine oder nur wenige Informationen zum Thema Geburtenkontrolle und gegenüber ihren Männern kaum Verhandlungsspielraum, um das Verhütungsmittel ihrer Wahl durchzusetzen. Der Regierung wiederum ginge es um langfristige Verhütungsmittel und Kontrolle des Bevölkerungswachstums.

„Die Gesundheit der Frauen ist zweitrangig”, erklärt Melissa Upreti, Regional Director für Asien beim Center for Reproductive Rights. Obwohl Vasektomie bei Männern unkomplizierter ist und wieder rückgängig gemacht werden kann, ist Sterilisation von Frauen mit 75 Prozent die am meisten genutzte Verhütungsmethode.

Temporäre, moderne Verhütungsmethoden wie Kondome, Pille und Spirale werden kaum verwendet. Viele Frauen werden zu Sterilisation überredet oder gezwungen, ohne über Nebenwirkungen oder Alternativen aufgeklärt zu werden. Zwischen 2003 und 2012 sind laut einem Bericht der „Hindustan Times” 1434 Frauen an den Folgen einer Sterilisation gestorben.

  • Mitte November 2014 sind zwölf Frauen in einem sogenannten „health camp” gestorben, fast 70 weitere litten unter Komplikationen.
  • Ein Human Rights Watch Bericht von 2012 beschreibt den Druck und die Strategien, mit denen Massensterilisationen durchgeführt werden.
  • Demnach sollten Mitarbeiter lokaler Familienplanungszentren bestimmte Vorgaben für die Anzahl an Sterilisationen bekommen haben.

In mehreren Staaten wurden Frauen Anreize wie zum Beispiel ein Auto oder Gold angeboten, wenn sie sich im Gegenzug dafür sterilisieren lassen. Reproduktive Rechte und Gesundheit sind in Indien noch lange nicht realisiert. Die unmoralischen Methoden zur Durchsetzung der Familienplanung zeigen, wie sehr lokale Behörden unter Druck stehen, Bevölkerungsziele zu erreichen.

Die Tatsache, dass es in vielen Gebieten mehr Familienplanungszentren als Gesundheitseinrichtungen gibt, legt diese Priorität offen. „Zugang zu Verhütungsmitteln und korrekten Informationen ist ein grundlegendes Menschenrecht. Die Verweigerung dieses Rechts führt zu früheren und häufig ungeplanten Schwangerschaften, die sowohl die Gesundheit als auch das Leben von Frauen gefährden und zu ungleichen Chancen in der Ausbildung und Beschäftigung führen.

Die indische Regierung ist gesetzlich verpflichtet, dieses Recht auf Gesundheit und Freiheit von Diskriminierung durchzusetzen”, so Upreti. Von Carolin Küter, Lyon Für Französinnen ist Verhütung eine Selbstverständlichkeit: 97 Prozent aller heterosexuellen Frauen, die aktuell keinen Kinderwunsch haben, nicht sterilisiert und nicht schwanger sind, verhüten. Das besagt eine staatliche Studie aus dem Jahr 2013. Wer Sex hat und aktuell kein Kind will, geht zum Arzt und lässt sich die Antibabypille, Spirale, ein Hormonimplantat oder ein anderes Mittel verschreiben.

Die Kosten erstattet größtenteils die staatliche Krankenkasse, für den Rest kommt meist eine private Zusatzversicherung auf. Das beliebteste Verhütungsmittel ist immer noch die Pille, auch wenn immer mehr Französinnen auf Alternativen zurückgreifen. Vor allem für junge Frauen soll der Zugang zu Verhütung so einfach wie möglich sein: Seit Juli haben Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren das Recht auf eine absolut kostenfreie und anonyme Geburtenkontrolle.

Bereits zuvor mussten sie nichts für die Pille oder andere Verhütungsmittel bezahlen. Die neue Regelung sieht vor, dass sie nun auch alle dafür nötigen Arztbesuche absolvieren können, ohne ihre Sozialversicherungsnummer nennen zu müssen – und so sichergehen können, dass ihre Eltern nichts davon erfahren.

  1. Dasselbe gilt schon seit über zehn Jahren für die Pille danach.
  2. Minderjährige erhalten das Notfall-Verhütungsmittel kostenlos und ohne Rezept in der Apotheke.
  3. Auch für erwachsene Französinnen ist die Pille danach nicht verschreibungspflichtig.
  4. Sie bekommen die Kosten allerdings nur erstattet, wenn sie zuvor beim Arzt waren.

Trotz dieser vergleichsweise liberalen Regelungen warnen Apotheker und die Ministerin für Frauenrechte vor einem Rückschritt für die Freiheit der Frauen: Der Apothekerverband diskutiert derzeit über eine „Gewissensklausel” bei der Herausgabe von Medikamenten, die „menschliches Leben gefährden könnten”.

Beim Thema Abtreibung hat Frankreich vor zwei Jahren einen weiteren Schritt zur Normalisierung getan. Seit 2014 müssen sich Frauen, die ihre Schwangerschaft in den ersten 12 Wochen beenden wollen, nicht mehr „in einer Notlage befinden”. Es reicht laut Gesetz stattdessen aus, wenn sie „ihre Schwangerschaft nicht fortsetzen wollen”.

Die damalige Frauenministerin folgte damit den Empfehlungen einer Gleichstellungskommission, die unter anderem kritisiert hatte, dass immer mehr Abtreibungskliniken schließen und es für Frauen so zunehmend schwieriger wird, eine Schwangerschaft zu beenden.

Französinnen, die in den ersten fünf Wochen abtreiben wollen, müssen dafür nicht in ein Krankenhaus gehen. Sie können unter ärztlicher Aufsicht eine Abtreibungspille einnehmen. Egal, auf welche Art und Weise Frauen in Frankreich ihre Schwangerschaft beenden: Sofern die 12-Wochen-Frist beachtet wird, übernimmt die Krankenkasse alle Kosten.

Staatlichen Schätzungen zufolge hat jede dritte Französin mindestens einmal in ihrem Leben abgetrieben. : Kontrolle im SchlafzimmerVier Korrespondentinnen über Verhütung

Wie hat man in den 50er Jahren verhütet?

Bereits Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung gab es Bestrebungen, den sexuellen Akt und die Reproduktion, also das Kinderkriegen, voneinander zu trennen – die ersten Verhütungsmethoden wurden erfunden. Eine der ältesten Überlieferungen stammt etwa aus dem Jahr 3000 vor Christi Geburt,

Damals wurden die ersten Kondome in Form von Tierdärmen oder Schwimmblasen von Fischen verwendet. Genau wie die heutigen Kondome boten sie eine mechanische Barriere und verhinderten so, dass die Spermien zu den Eizellen gelangen können. Verfügbarkeit, Anwendung, Zuverlässigkeit und Komfort waren den heutigen Methoden allerdings deutlich unterlegen.

Ohne Verhütung würde eine Frau in ihrem Leben 10 bis 20 Kinder gebären.

Ist die Pille für den Mann schon auf dem Markt?

Pille für den Mann – wann gibt es die Verhütungsmethode? Definition : Als „Pille für den Mann” werden Medikamente bezeichnet, die von Männern zur Verhütung verwendet werden können. Es zählen nicht nur Pillen oder Tabletten dazu, sondern auch Spritzen, Gele und Implantate.

Wirkungsweise: Je nach Präparat soll die Pille für den Mann die Produktion oder die Funktionsfähigkeit der Spermien so weit einschränken, dass eine Schwangerschaft bei anderweitig ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich ist. Vor- und Nachteile : Die Pille für den Mann ermöglicht eine selbstbestimmte Familienplanung für Männer.

Zudem können sie die Verhütung übernehmen, wenn ihre Partnerin nicht medikamentös verhüten kann oder will. Mögliche Nachteile sind Nebenwirkungen oder eine eventuell andauernde Einschränkung der Zeugungsfähigkeit auch nach Absetzen der Pille für den Mann.

Wie hat man im Mittelalter verhütet?

Die Geschichte der Empfängnisverhütung ist lang und abenteuerlich: Schon immer wollten Menschen, dass ihre sexuellen Begegnungen ohne Folgen blieben. Im alten Ägypten etwa schmierten sich Frauen einen Granatapfelextrakt in die Scheide, um nicht schwanger zu werden.

  1. Moderne Analysen zeigen: Die Körner des Granatapfels enthalten Östrogene.
  2. Im Mittelalter empfahl man der Frau nach dem Geschlechtsverkehr siebenmal zu niesen und sich mit angezogenen Knien hinzusetzen.
  3. Männer sollten den Penis mit Bleiweiß und Zedernöl einreiben.
  4. Casanova benutzte Kondome aus Schafsdarm und Frauen zu Beginn des 20.

Jahrhunderts komplizierte Apparate zur Scheidenspülung. „Industrialisiert” wird die Empfängnisverhütung erst nach der Jahrhundertwende: 1914 wird das Kondom erstmals in Serie produziert – und dadurch auch für eine breitere Masse bezahlbar. Anfang der 1960er-Jahre kommt die „Pille” auf den Markt, darf aber zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben werden.

  1. Gegen die „Pille” laufen zunächst nicht nur Konservative und Kirche Sturm.
  2. Auch unter den Frauen ist die Skepsis groß.
  3. Fast 70 Prozent der Frauen in Deutschland befürchten noch 1968, dass die „Pille” einen schlechten Einfluss auf die Moral haben könnte.
  4. Heute ist die „Pille” das weltweit am häufigsten benutzte Verhütungsmittel.

In Deutschland gibt es inzwischen über 50 Präparate zu kaufen. Versuche, eine „Pille für den Mann” zu entwickeln, scheiterten bisher. So wurde etwa 2011 eine WHO-Studie mit einer Verhütungs-Spritze wegen zu starken Nebenwirkungen abgebrochen.2023 soll eine Studie starten, die ein Medikament in Tablettenform untersucht.

Übrigens: Auch heutzutage hält sich manch kuriose Verhütungsidee. So kursierte bis in die 50er-Jahre das Gerücht, dass eine Scheidenspülung mit Coca Cola eine Schwangerschaft verhindern könnte. Solche Stilblüten sollten die gesundheitliche Dimension der Empfängnisverhütung allerdings nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Vor allem Frauen haben unter dramatischen Folgen zu leiden, wenn es keinen gesicherten Zugang zu Verhütungsmitteln gibt. So berichten Ärzte ohne Grenzen, dass auch im Jahr 2022 weltweit noch beinahe 23 000 Frauen bei dem Versuch starben, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden.

www.familienplanung.de – Internetseite der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln): Mit Informationen und hilfreichen Tipps einschließlich persönlicher Beratungsmöglichkeit zu Verhütung, Schwangerschaft, unerfülltem Kinderwunsch und der generellen Kinderfrage. www.sexualaufklaerung.de – Ebenfalls von der BZgA betriebene Internetseite, die zahlreiche kostenlose Downloads zum Thema bietet. www.zyklus-wissen.de – Dr. med. Raith-Paula, Puchheim. Zeigt auf Basis medizinischer Studienergebnisse die natürliche Bandbreite von “normalen” Zyklen auf.

Bis wann Pille für 5 €?

Hormonelle Verhütungsmittel (Pille, Minipille, Hormonspirale, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat, Vaginalring, Verhütungspflaster) gibt es nur auf Rezept. Die meisten Frauen müssen sie selbst bezahlen. Nur bis zum 22. Geburtstag übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten.

Hormonelle Verhütungsmittel müssen von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden und sind auf Rezept in jeder Apotheke erhältlich. Mädchen bis zum Alter von 14 Jahren darf die Ärztin oder der Arzt die Pille nicht ohne Zustimmung der Eltern verordnen. Der Grund für die Rezeptpflicht ist, dass nicht jede Frau hormonelle Verhütungsmittel verträgt.

Ihre Einnahme kann zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Problemen problematisch sein, bei einem erhöhten Thromboserisiko sowie bei Übergewicht und für Raucherinnen. Solche Risiken oder bestehende Krankheiten müssen deshalb ärztlich abgeklärt werden – ebenso wie mögliche Wechselwirkungen der Verhütungsmittel mit bestimmten Medikamenten.

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