Wann Muss SchilddrSe Raus?

Wann Muss SchilddrSe Raus
Wann ist eine Schilddrüsenoperation notwendig? – Eine Operation der Schilddrüse ist erforderlich, wenn der konkrete Verdacht auf bösartige Zellen in der Schilddrüse besteht ( Schilddrüsenkrebs oder Schilddrüsenkarzinom ) oder wenn das Schilddrüsengewebe ungebremst Hormone produziert (heiße Knoten, Überfunktion bei Morbus Basedow ).

Soll ich mir die Schilddrüse entfernen lassen?

Leben ohne Schilddrüse: Welche Folgen hat das? Leben ohne Schilddrüse: Welche Folgen hat das? Organe Veröffentlicht am: 29.03.2022 4 Minuten Lesedauer Die Schilddrüse erfüllt wichtige Funktionen im Körper. Doch wenn sie Probleme bereitet, muss sie in manchen Fällen entfernt werden. © iStock / dardespot Während bei einigen Menschen nur Teile der Schilddrüse entfernt werden, müssen andere nach dem Eingriff auf ihr gesamtes Organ verzichten. Für ein Leben ohne Schilddrüse sollte man wissen: Sie ist ein wichtiges Steuerorgan. Die Schilddrüse reguliert eine Vielzahl an Prozessen im Körper.

  1. Sie bildet Hormone wie das Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3).
  2. Diese Botenstoffe kontrollieren unter anderem das Herz-Kreislauf-System, den Fettstoffwechsel, die Aktivitäten von Nieren, Darm sowie die Aktivität der Talgdrüsen in der Haut.
  3. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle für den Energieumsatz, für den Stoffwechsel in den Muskeln, für das Gehirn, die Psyche und viele Wachstumsprozesse im Körper.

Obwohl die Schilddrüse so ein wichtiges Organ ist, ist es heutzutage problemlos möglich, ohne Schilddrüse zu leben – dank medikamentöser Therapie. Die Dosierung muss jedoch gut eingestellt sein. Denn andernfalls kann sich ein Leben ohne Schilddrüse und der daraus resultierende Hormonmangel auf Psyche und Körper auswirken.

  • Wenn die Schilddrüse im Rahmen einer Operation entfernt wurde, erhalten die Patienten eine Hormonersatztherapie mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin, meist in Form von einer Tablette am Tag.
  • Wie viel Thyroxin der Körper braucht, wird regelmäßig anhand der kontrolliert und die Dosis des Medikaments entsprechend angepasst.

Grundsätzlich ist es bei einem Leben ohne Schilddrüse wichtig, auf eine mit vielen, Spurenelementen und zu achten. Ob eine jodreiche Ernährung sinnvoll ist, hängt von der Grunderkrankung ab, die zur Operation geführt hat. Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem behandelnden Arzt. © iStock / Astarot Ein Leben ohne Schilddrüse bedeutet kein Leben voller Einschränkungen. Mit der richtigen medikamentösen Einstellung und einer normalen, ausgewogenen Ernährung können Sie gesund und normal leben. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen legt häufig auch die Verdauung lahm. Wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert, hat das Auswirkungen auf verschiedene Funktionen im Körper. Darum kann es manchmal notwendig werden, die Schilddrüse ganz oder Teile von ihr zu entfernen. Eine solche Schilddrüsenoperation kann bei bestimmten Erkrankungen erforderlich sein und die Beschwerden lindern.

Dies können Gründe für ein Leben ohne Schilddrüse sein: Wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert, gibt es verschiedene Möglichkeiten einer Therapie. Vorübergehend können Medikamente die Überfunktion stoppen, langfristig stehen eine Operation der Schilddrüse oder eine spezielle Bestrahlung, die Radio-Jod-Therapie, zur Verfügung.

Alle Maßnahmen zielen darauf ab, die Hormonproduktion wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ob und wie viel Schilddrüsengewebe bei einer Operation entfernt wird, entscheiden Ärzte in Rücksprache mit den Patienten immer im Einzelfall. Eine Überfunktion läuft also nicht automatisch auf ein Leben ohne Schilddrüse hinaus.

  • Bei Menschen mit einer Struma, auch als Geschwulst oder Kropf bekannt, ist die Schilddrüse entweder insgesamt größer, als es normalerweise der Fall ist, oder sie erscheint geschwollen, weil sich Knoten in ihrem Gewebe gebildet haben.
  • Sie ist eine recht häufig vorkommende Erkrankung: Etwa ein Drittel der Deutschen hat einen Kropf und rund neun Prozent einen Knoten in der Schilddrüse.

Je nachdem, wie stark die Struma ausgebildet ist, sind verschiedene Beschwerden möglich. Neben einem Druckgefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Luftnot oder Schmerzen bei bestimmten Kopfbewegungen kann es auch zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen.

Das können zum Beispiel ein erhöhter Puls, Durchfall oder Wärmeintoleranz sein. Wenn die Beschwerden und die Struma groß sind, sind Medikamente, Operation oder Radio-Jod-Therapie Möglichkeiten der Behandlung. Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume und gerade in der Schilddrüse nicht selten. In sehr seltenen Fällen kann sich hinter einer Zyste auch Schilddrüsenkrebs verstecken.

Sollte sich die Diagnose nach Ultraschall und Punktion bestätigen, ist eine Operation fast immer angezeigt. Durch sie kann meist eine Heilung erzielt werden. Wird die Schilddrüse operativ entfernt oder durch eine Radio-Jod-Therapie inaktiviert, kann es ohne entsprechende Medikation zu Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion kommen:

Gewichtszunahme kühle, trockene Haut geschwollenes Gesicht, geschwollene Zunge und Augenpartien stumpfe Haare, Konzentrationsstörungen mangelnder Antrieb depressive Verstimmung erhöhte Infektanfälligkeit Kälteempfindlichkeit Appetitlosigkeit

Daher ist im Anschluss an die Operation oder Bestrahlung eine medikamentöse Einstellung notwendig. Patienten müssen also regelmäßig zur Kontrolle bei ihrem Hausarzt oder einem Schilddrüsenexperten (Endokrinologe, Nuklearmediziner) gehen.

Wie lange kann ich Ohne Schilddrüse leben?

Von Oswald Ploner, Stuttgart / Die Schilddrüse ist ein unscheinbares Organ, beeinflusst aber den gesamten Organismus. Ohne Schilddrüse und ihre Hormone kann der Mensch auf Dauer nicht leben. Kann die Drüse ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen, ist eine Substitution der Schilddrüsenhormone nötig.

  1. Dies muss immer individualisiert und genau kontrolliert erfolgen.
  2. Eine Beratungsaufgabe auch für die Apotheke.
  3. Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) gehört zu den endokrinen Drüsen, die ihre Sekretionsprodukte direkt an die Blutbahn abgeben.
  4. Sie sitzt am Hals vor der Luftröhre unterhalb des Schildknorpels: daher der Name »Schilddrüse«.

Ihre Form ähnelt einem Schmetterling mit zwei flügelartigen Seitenlappen, die seitlich an der Luftröhre anliegen, verbunden durch eine vor der Luftröhre liegende Gewebebrücke, den Isthmus. Ihr Volumen beträgt bei Frauen bis 18 ml, bei Männern bis 25 ml.

  1. Die Schilddrüsenzellen (Thyreozyten) sind zu mikroskopisch kleinen Bläschen, den Follikeln, formiert.
  2. In deren Zentrum sind die Hormone im Kolloid, einer gallertartigen Flüssigkeit, gespeichert.
  3. Eine Drüse, zwei Hormone Die Schilddrüse produziert (neben Calcitonin in den C-Zellen) die Hormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3).

Dafür ist Iod erforderlich, das die Thyreozyten aktiv aus der Blutbahn durch ein spezielles Transportersystem aufnehmen. Die Schilddrüse kann etwa 40 Prozent des verzehrten Iods aus dem Blut aufnehmen, anreichern und dadurch den Bedarf für drei Monate bevorraten.

  • Aufgenommenes Iod wird durch die Zelle geschleust und in den Follikel abgegeben.
  • Dort werden die Iodatome durch das an der Zellmembran lokalisierte Enzym Thyreo-Peroxidase (TPO) in die Aminosäure Tyrosin eingebaut, die an das Protein Thyreoglobulin gebunden ist.
  • Die entstehenden Monoiod- und Diiodtyrosine werden aneinandergekoppelt und vom Thyreoglobulin getrennt.

Ein Monoiod-Tyrosin und ein Diiod-Tyrosin ergeben das Triiodthyronin (T3), zwei Diiod-Tyrosine ergeben Tetraiodthyronin (Thyroxin, T4). T4 und T3 unterscheiden sich somit in ihrem Iodgehalt. Die beiden Hormone werden nach Bedarf in den Blutkreislauf sezerniert und gelangen von dort an ihre Wirkorte. Abbildung 1: Der Regelkreis der Schilddrüsenhormon-Versorgung wird von Hypothalamus und Hypophyse gesteuert. Rechts die Rückkopplung aus der Peripherie an das ZNS; zum Vergrößern klicken! Die Schilddrüse arbeitet nicht autonom, sondern unterliegt der übergeordneten Steuerung durch Hypothalamus und Hypophyse.

Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) produziert in Abhängigkeit von der vorhandenen Menge an Schilddrüsenhormonen TSH (Thyreoidea Stimulierendes Hormon), das die Schilddrüse zur Produktion von T4 und T3 anregt (Abbildung 1). Die Schilddrüsenhormone sind für Entwicklung und Funktion des gesamten Organismus wesentlich.

Vor allem für die Reifung des Gehirns ist eine gute Versorgung essenziell. Sie beeinflussen unter anderem Nervensystem und Psyche, Haut, Haare und Nägel, den Energiestoffwechsel, die Funktion von Magen und Darm, Herz und Kreislauf, die Geschlechtsorgane, Knochen und Muskulatur.

  • Diagnostik Um eine Funktionsstörung auszuschließen, reicht die alleinige Messung des Steuerungshormons TSH in der Regel aus.
  • Liegt dieses im Normbereich, ist eine normale Hormonproduktion – bis auf extrem seltene Ausnahmen – gesichert.
  • Die ergänzende Messung von T3 und T4 ist dann verzichtbar.
  • Liegt TSH außerhalb des Normbereichs, muss der Arzt zusätzlich die Schilddrüsenhormone bestimmen, und zwar die freien, nicht proteingebundenen und somit wirksamen Anteile (freies T3, FT3, und freies T4, FT4).

Bei Veränderungen des TSH-Spiegels mit normalen Werten für FT3 und FT4 liegen latente (subklinische) Funk­tionsstörungen vor. Sind auch die Hormonwerte verändert, sprechen wir von manifesten Störungen (Tabelle 1).

Was passiert wenn die Schilddrüse entfernt werden muss?

Leben nach einer Schilddrüsenoperation Nach der Schilddrüsenoperation werden Sie einige Zeit brauchen, um sich zu erholen. Sie sollten aber schon bald wieder Ihren üblichen Aktivitäten nachgehen können. Ihr Arzt wird Ihnen Übungen zeigen und Ihnen Tipps geben, mit denen Sie Ihre Genesung beschleunigen können.

  • Der Genesungsprozess und seine Dauer hängen unter anderem von Ausmaß und Art des Eingriffs ab.
  • Nach einer konventionellen Schilddrüsenoperation brauchen Sie normalerweise mehr Zeit zur Erholung als bei einem minimalinvasiven Eingriff.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie lange der Genesungsprozess voraussichtlich dauern wird und wann Sie Ihre üblichen Aktivitäten wieder aufnehmen können.

Fragen Sie den Arzt auch nach möglichen Beschwerden nach der Operation. Beschwerden oder Auffälligkeiten können sein:

Heiserkeit, Probleme beim lauten Sprechen, Stimmverlust, Änderung der Stimmlage : Solche Beschwerden können auftreten, wenn die Kehlkopfnerven während der Operation verletzt wurden. Sie halten unter Umständen einige Tage oder Wochen an, sind jedoch nur selten von Dauer. Das Neuromonitoring System NIM von Medtronic kann dazu beitragen, das Risiko einer Nervenverletzung während der Operation zu reduzieren. Kalziummangel durch einen vorübergehenden Abfall des Kalziumspiegels im Blut : Dazu kommt es, wenn bei der Operation die Nebenschilddrüsen verletzt wurden. Zeichen eines Kalziummangels sind zum Beispiel Taubheits- und Kribbelgefühle rund um die Lippen, in den Händen und an den Fußsohlen, Muskelkrämpfe und Muskelspasmen oder Kopfschmerzen. Der Kalziummangel wird mit Kalziumtabletten behandelt.

In den Tagen unmittelbar nach der Schilddrüsenoperation erfordert die Wunde eine gewisse Pflege. Ob Sie in dieser Zeit baden, duschen oder schwimmen können, hängt unter anderem von der Art des Verbandes ab. Möglicherweise stellen Sie einen Bluterguss oder eine leichte Schwellung rund um die Wunde fest.

Dies ist völlig normal. Eine stärkere Schwellung kann jedoch auf eine Infektion hindeuten. Benachrichtigen Sie in diesem Fall sofort Ihren Arzt. Die Narbe nimmt allmählich die Farbe der Haut an und verhärtet sich. Diese Verhärtung ist normalerweise etwa drei Wochen nach dem Eingriff am stärksten ausgeprägt.

In den nächsten zwei bis drei Monaten bildet sie sich zurück. Während der Heilung kann es hilfreich sein, die Haut rund um die Wunde mit einer parfümfreien Feuchtigkeitscreme einzureiben. So kann sich die Haut beruhigen und trocknet nicht aus. Es wird mindestens ein oder zwei Wochen dauern, bis Sie an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren und andere Aktivitäten Ihres Alltags wieder aufnehmen können.

  1. Heben Sie in den ersten beiden Wochen nach der Schilddrüsenoperation keine schweren Gegenstände, um den Hals nicht zu belasten.
  2. Unmittelbar nach dem Eingriff ist Ihr Hals vermutlich geschwollen und fühlt sich verhärtet und taub an.
  3. Dies ist völlig normal und lässt mit zunehmender Wundheilung nach.
  4. Nach etwa einer Woche sollten Sie Ihren Kopf wieder ohne Schmerzen und Probleme drehen können.

Auch Autofahren oder Sport sind dann in der Regel wieder möglich. Die Ausnahme sind Sportarten mit Körperkontakt. Leichte Nacken- und Schulterübungen können helfen, den Hals wieder beweglich zu machen und eine permanente Versteifung zu vermeiden. Ihr Arzt oder Physiotherapeut wird Ihnen zeigen, welche Übungen sinnvoll sind.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn Sie trotz Übungen längere Zeit unter Schmerzen oder Versteifungen leiden. Solange Ihr Hals steif und wund ist, sind Sie möglicherweise auf weiche und leicht zu schluckende Nahrungsmittel angewiesen. Essen Sie langsam und nehmen Sie während und nach den Mahlzeiten viel Flüssigkeit zu sich, um die Nahrung aufzuweichen und eine Blockierung des Schluckapparates zu vermeiden.

Wenn bei der Operation die Schilddrüse ganz oder in Teilen entfernt wurde (totale oder subtotale Thyreoidektomie), ist für den Rest des Lebens eine Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen notwendig. Das bedeutet, Sie nehmen das Schilddrüsenhormon Thyroxin in Tablettenform zu sich, da es nun nicht mehr von der Schilddrüse selbst produziert werden kann.

Wird der Mangel an Schilddrüsenhormonen nicht ausgeglichen, können gesundheitliche Probleme und Beschwerden aller Art auftreten: zum Beispiel Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, unerklärliche oder übermäßige Gewichtszunahme. Thyroxintabletten sind klein und leicht einzunehmen.

Ihr Arzt wird den Hormonspiegel regelmäßig kontrollieren und Ihre Behandlung Ihren Bedürfnissen genau anpassen. : Leben nach einer Schilddrüsenoperation

Welche Nachteile ohne Schilddrüse?

Ohne Schilddrüse leben Bei Neugeborenen kommt es in seltenen Fällen vor, dass sie keine besitzen. Sie sind schwach, müde, zurückgeblieben und bewegen sich wenig. Diese müssen so schnell wie möglich mit behandelt werden, damit sie sich sowohl geistig als auch körperlich entwickeln können.

Ohne Behandlung würden sie hinter Gleichaltrigen mit intakten Schilddrüsen zurückbleiben. Wenn Erwachsenen die Schilddrüse aufgrund einer entfernt werden muss, brauchen sie ebenfalls eine Hormonbehandlung. Ohne die Hormone der Schilddrüse würden über kurz oder lang die Körper- und auch die geistigen Funktionen zum Erliegen kommen.

Ausschlaggebend nach einer Schilddrüsenoperation ist auch, wie viel Gewebe der Schilddrüse entfernt werden musste. Bleibt ein Teil der Schilddrüse vorhanden, so kann man mit einer Blutprobe feststellen, ob weiterhin genug Hormone produziert werden. Sollte dies nicht der Fall sein, so wird auf Hormonpräparate zurückgegriffen.

  • Der Patient muss dann einmal täglich eine Hormontablette zu sich nehmen, die das Schilddrüsenhormon Thyroxin enthält.
  • Die Dosierung des Hormons muss durch eine Blutprobe bestimmt werden, da sie von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfällt.
  • Bei regelmäßiger Einnahme der Tabletten ist der Hormonhaushalt in den meisten Fällen wieder im Gleichgewicht und es sind keine weiteren Beschwerden zu befürchten.

(Erstveröffentlichung 2008. Letzte Aktualisierung 08.12.2020) : Ohne Schilddrüse leben

Ist man ohne Schilddrüse schwerbehindert?

Gründe: – I Streitig ist die Höhe des Grades der Behinderung (GdB) des Klägers nach dem Schwerbehindertenrecht. Bei dem im Jahre 1954 geborenen Kläger wurde im April 2005 wegen eines multifokalen Schilddrüsenkarzinoms links die Schilddrüse entfernt. Die Operation führte zur Verletzung eines Stimmbandnervs.

Auf den vom Kläger im Juni 2005 angebrachten Antrag stellte das seinerzeit aufgrund des Wohnsitzes des Klägers zuständige Amt für soziale Angelegenheiten K. mit Bescheid vom 12.8.2005 wegen einer “Gewebeveränderung der Schilddrüse” einen GdB von 50 fest. Gestützt auf weitere medizinische Unterlagen und eine versorgungsärztliche Stellungnahme wies das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung des Landes Rheinland-Pfalz mit Bescheid vom 2.2.2006 den Widerspruch des Klägers zurück.

Dabei wurden die bestehenden Beeinträchtigungen wie folgt bezeichnet: “1. Gewebeveränderung der Schilddrüse, 2. Heiserkeit bei Lähmung des rechten Stimmbandes”. Die Beeinträchtigung zu 2. sei mit einem Einzel-GdB von 20 zu bewerten. Der Gesamt-GdB betrage weiterhin 50.

Das dagegen vom Kläger angerufene Sozialgericht Koblenz ( SG ) hat ua ein HNO-ärztliches Gutachten eingeholt, das für die Stimmlippenlähmung rechts mit dauernder Heiserkeit einen Einzel-GdB von 30 und für den Zustand nach Therapie eines Schilddrüsenkarzinoms einen Einzel-GdB von 50 angenommen und den Gesamt-GdB mit 50 bewertet hat.

Durch Gerichtsbescheid vom 21.2.2007 hat das SG den angefochtenen Bescheid geändert und das Land Rheinland-Pfalz verurteilt, den GdB des Klägers ab Antragstellung auf 60 zu bemessen. Auf die dagegen gerichtete Berufung des Landes Rheinland-Pfalz hat das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz (LSG) ein viszeralchirurgisches Gutachten nach Aktenlage eingeholt, das das erstinstanzlich eingeholte Gutachten hinsichtlich der Diagnose und der Einzel-GdB-Werte bestätigt, hinsichtlich des Gesamt-GdB indes 60 vorgeschlagen hat.

Gestützt auf mehrere versorgungsärztliche Stellungnahmen hat das Land Rheinland-Pfalz demgegenüber die Auffassung vertreten, dass bis zum Ablauf der Heilungsbewährung der GdB nur in den Fällen höher als 50 zu bewerten sei, in denen der verbliebene Organ- oder Gliedmaßenschaden bzw außergewöhnliche Folgeerscheinungen für sich allein einen GdB von 50 rechtfertigten.

Durch Urteil vom 16.4.2008 hat das LSG die Berufung zurückgewiesen und zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt: Nach Entfernung eines malignen papillären oder follikulären Schilddrüsentumors sei in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten.

Der GdB während dieser Zeit betrage nach den Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (AHP) 50. Ein derartiger Zustand liege vor. Die weiter beim Kläger verbliebene Verletzung des Stimmbandnervs (einseitige Stimmbandlähmung) mit gravierenden Kommunikationsstörungen, psychischer Beeinträchtigung und Heiserkeit rechtfertige isoliert betrachtet einen GdB von 30.

Nach den Anhaltspunkten berücksichtige der GdB-Wert lediglich den regelhaft verbliebenen Organ- oder Gliedmaßenschaden. Außergewöhnliche Folgen oder Begleiterscheinungen nach der operativen Entfernung seien zusätzlich zu berücksichtigen. Die Sachverständigen hätten darauf hingewiesen, dass eine Verletzung des Stimmbandnervs nach einer Operation der Schilddrüse in 0,3 % bis 20 % der Fälle auftrete, sodass von einem regelmäßig verbleibenden Organschaden nicht ausgegangen werden könne.

Der verbleibende Schaden sei daher zusätzlich zu bewerten. Da dieser Schaden allein einen GdB von 30 rechtfertige, betrage der GdB insgesamt 60. Auf die Nichtzulassungsbeschwerde des Landes Rheinland-Pfalz hat der Senat die Revision zugelassen, die auch eingelegt worden ist. Da der Kläger schon im Jahre 2007 nach H.

verzogen war, hat der Senat mit Zustimmung der Beteiligten einen Beteiligtenwechsel auf der Beklagtenseite vollzogen. Beklagt ist nunmehr die Freie und Hansestadt Hamburg. Mit der Revision rügt die Beklagte die Verletzung materiellen Rechts, nämlich der Nr 26.1 Abs 3 AHP sowie ab 1.1.2009 des Teils B Nr 1 Buchst c der Anlage “Versorgungsmedizinische Grundsätze” zur Versorgungsmedizin-Verordnung (Anl VersMedV).

  1. Der GdB für die Entfernung eines malignen (Schilddrüsen-)Tumors während der Heilungsbewährung sei erst dann zu erhöhen, wenn der Organschaden/die außergewöhnlichen Folge- oder Begleiterscheinungen der Behandlung für sich genommen einen GdB von mindestens 50 bedingten, was hier nicht der Fall sei.
  2. Die Beklagte beantragt, das Urteil des LSG Rheinland-Pfalz vom 16.4.2008 sowie den Gerichtsbescheid des SG Koblenz vom 21.2.2007 aufzuheben und die Klage abzuweisen.
See also:  Wann Kommt Das Neue Wow Raus?

Der Kläger beantragt, die Revision zurückzuweisen. Er hält das angefochtene Urteil für zutreffend. Der Senat hat mit Schreiben vom 29.7.2009 eine Auskunft des Ärztlichen Sachverständigenbeirats Versorgungsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingeholt, die unter dem 3.9.2009 abgegeben worden ist.

  1. II Die Revision der Beklagten ist zulässig aber nicht begründet.
  2. Richtiger Klagegegner ist infolge des Umzugs des Klägers nach Hamburg die Freie und Hansestadt Hamburg.
  3. Im Streitverfahren um die Feststellung eines höheren GdB nach § 69 SGB IX hat der Wechsel der Verwaltungszuständigkeit durch Umzug des Klägers (§ 69 Abs 1 Satz 3 SGB IX iVm § 3 Abs 1 Gesetz über das Verwaltungsverfahren der Kriegsopferversorgung ) im sozialgerichtlichen Verfahren einen Beklagtenwechsel kraft Gesetzes zur Folge (BSGE 99, 9 = SozR 4-3250 § 69 Nr 6; BSG SozR 4-2500 § 109 Nr 6; zuletzt für die Folgen einer Übertragung der Verwaltungszuständigkeit durch Landesgesetz, Bundessozialgericht, Urteil vom 25.6.2009 – B 10 EG 9/08 R -).

Das gilt – anders als bei reinen Anfechtungsklagen – uneingeschränkt für die auf ein behördliches Tun in der Zukunft gerichteten kombinierten Anfechtungs- und Verpflichtungsklagen (BSGE 99, 9 = SozR 4-3250 § 69 Nr 6 RdNr 13), weil allein der im Laufe des Verfahrens zuständig gewordene Rechtsträger den beanspruchten Verwaltungsakt erlassen kann (zur ähnlichen Sachlage bei kombinierter Anfechtungs- und Leistungsklage s BSG, Urteil vom 23.4.2009 – B 9 VG 1/08 R – RdNr 23).

Der Kläger hat im vorliegenden Verfahren eine statthafte Anfechtungs- und Verpflichtungsklage erhoben, denn er erstrebt neben der entsprechenden Änderung des angefochtenen Bescheides vom 12.8.2005 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 2.2.2006 die Verpflichtung der Beklagten zur Feststellung des GdB auf 60 (zur statthaften Klageart s BSGE 99, 9 = SozR 4-3250 § 69 Nr 6 RdNr 18 und Nr 9 RdNr 18).

Zutreffend hat das LSG die Entscheidung des SG bestätigt, das dem Klageantrag gefolgt ist und das seinerzeit beklagte Land zur Feststellung des GdB auf 60 verpflichtet hat. Die dagegen gerichtete Revision der Beklagten ist nicht begründet. Rechtsgrundlage für den Anspruch des Klägers auf Feststellung eines höheren GdB als 50 ist § 69 Abs 1 und Abs 3 SGB IX idF des Gesetzes vom 23.4.2004 (BGBl I 606; aF) sowie – für die Zeit ab 21.12.2007 – idF des Gesetzes vom 13.12.2007 (BGBl I 2904; nF).

Nach § 69 Abs 1 Satz 1 SGB IX (beider Fassungen) stellen die für die Durchführung des Bundesversorgungsgesetzes ( BVG ) zuständigen Behörden auf Antrag eines behinderten Menschen in einem besonderen Verfahren das Vorliegen einer Behinderung und den GdB fest. Als GdB werden dabei nach § 69 Abs 1 Satz 4 SGB IX (beider Fassungen) die Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft nach Zehnergraden abgestuft festgestellt.

Gemäß § 69 Abs 1 Satz 5 SGB IX aF gelten die Maßstäbe des § 30 Abs 1 BVG entsprechend (BSG SozR 4-3250 § 69 Nr 7 RdNr 22 mwN). In § 69 Abs 1 Satz 5 SGB IX nF wird zusätzlich auf die auf Grund des § 30 Abs 17 BVG erlassene Rechtsverordnung Bezug genommen.

Liegen mehrere Beeinträchtigungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, wird der GdB gemäß § 69 Abs 3 Satz 1 SGB IX (beider Fassungen) nach den Auswirkungen der Beeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen festgestellt. Durch den Verweis auf die im Rahmen des § 30 Abs 1 BVG festgelegten Maßstäbe stellt § 69 SGB IX auf das versorgungsrechtliche Bewertungssystem ab, dessen Ausgangspunkt die “Mindestvomhundertsätze” für eine größere Zahl erheblicher äußerer Körperschäden iS der Nr 5 Allgemeine Verwaltungsvorschriften zu § 30 BVG sind.

Von diesen Mindestvomhundertsätzen leiten sich die aus den Erfahrungen der Versorgungsverwaltung und den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft gewonnenen Tabellenwerte der AHP ab. Anzuwenden sind vorliegend für die Zeit ab Antragstellung im Mai 2005 bis zum Ende des Jahres 2007 die AHP 2005, danach bis Ende des Jahres 2008 die AHP 2008.

Für die Zeit ab 1.1.2009 ist die Verordnung zur Durchführung des § 1 Abs 1 und 3, des § 30 Abs 1 und des § 35 Abs 1 BVG (Versorgungsmedizin-Verordnung) vom 10.12.2008 (VersMedV) Grundlage für die Feststellung des GdB. Aus diesem Wechsel ergeben sich hier keine Abweichungen, da der Wortlaut der maßgebenden Abschnitte der AHP sowie der Anlage zu § 2 VersMedV “Versorgungsmedizinische Grundsätze” (Anl VersMedV) identisch ist.

Zur Feststellung des GdB werden in einem ersten Schritt die einzelnen nicht nur vorübergehenden Gesundheitsstörungen im Sinne von regelwidrigen (von der Norm abweichenden) Zuständen (s § 2 Abs 1 SGB IX ) und die sich daraus ableitenden Teilhabebeeinträchtigungen festgestellt.

  • In einem zweiten Schritt sind diese den in den AHP/der Anl VersMedV genannten Funktionssystemen zuzuordnen und mit einem Einzel-GdB zu bewerten.
  • In einem dritten Schritt ist dann – in der Regel ausgehend von der Beeinträchtigung mit dem höchsten Einzel-GdB (vgl Nr 19 Abs 3 AHP/A3 Anl 3 VersMedV) – in einer Gesamtschau unter Berücksichtigung der wechselseitigen Beziehungen der einzelnen Beeinträchtigungen der Gesamt-GdB zu bilden.

Dabei können die Auswirkungen der einzelnen Beeinträchtigungen ineinander aufgehen (sich decken), sich überschneiden, sich verstärken oder beziehungslos nebeneinander stehen. Außerdem sind bei der Gesamtwürdigung die Auswirkungen mit denjenigen zu vergleichen, für die in der GdB-Tabelle der AHP 2005 feste Grade angegeben sind (vgl Nr 19 Abs 2 AHP/A3 b Anl VersMedV).

Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ist davon auszugehen, dass die AHP grundsätzlich den Maßstab angeben, nach dem der GdB einzuschätzen ist (BSGE 91, 205 = SozR 4-3250 § 69 Nr 2; BSG SozR 4-3250 § 69 Nr 9). Bei den AHP handelt es sich um antizipierte Sachverständigengutachten, die im konkreten Verwaltungs- und Gerichtsverfahren zu beachten sind (zum Ganzen s BSG SozR 4-3250 § 69 Nr 9 RdNr 25 mwN).

Entsprechendes gilt für die seit dem 1.1.2009 in Kraft befindliche VersMedV als verbindliche Rechtsquelle, die aufgrund der Bezugnahme in § 69 Abs 1 Satz 5 SGB IX auch für das Verfahren der Feststellung einer Behinderung und des GdB gilt. Diese aufgrund des § 30 Abs 17 BVG durch das BMAS im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Verteidigung erlassene Rechtsverordnung ersetzt ab 1.1.2009 die bis dahin der Rechtsanwendung zugrunde liegenden AHP.

Anders als die AHP, die aus Gründen der Gleichbehandlung in allen Verfahren hinsichtlich der Feststellung des GdB anzuwenden waren und dadurch rechtsnormähnliche Wirkungen entfalteten, ist die VersMedV als Rechtsverordnung verbindlich für Verwaltung und Gerichte. Sie ist indes, wie jede untergesetzliche Rechtsnorm, auf inhaltliche Verstöße gegen höherrangige Rechtsnormen – insbesondere § 69 SGB IX – zu überprüfen (BSG, Urteil vom 23.4.2009 – B 9 SB 3/08 R – RdNr 27, 30 mwN).

Sowohl die AHP als auch die VersMedV (nebst Anlage) sind im Lichte der rechtlichen Vorgaben des § 69 SGB IX auszulegen und – bei Verstößen dagegen – nicht anzuwenden (BSG, Urteil vom 23.4.2009, aaO, RdNr 30). Bei der Feststellung des (Gesamt)-GdB ist das seit jeher im Schwerbehindertenrecht geltende Finalitätsprinzip (zum Rechtszustand nach dem Schwerbehindertengesetz s BSG SozR 3870 § 57 Nr 1 RdNr 20) zu beachten, das sowohl im Behinderungsbegriff des § 2 Abs 1 SGB IX als auch in den Prinzipien zur Feststellung des GdB nach § 69 Abs 1 und Abs 3 SGB IX festgeschrieben worden ist.

Danach sind alle dauerhaften Gesundheitsstörungen unabhängig von ihrem Entstehungsgrund zu erfassen und ihre Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu berücksichtigen (BSG, Urteil vom 11.12.2008 – B 9/9a SB 4/07 R – zum Begriff der sog Organkomplikationen unter Hinweis auf Knickrehm, SGb 2008, 220, 221; s auch Nr 18 Abs 1 AHP/A2 a Anl VersMedV).

Das BSG (aaO) hat dargelegt, dass möglicherweise durch eine Haupterkrankung (dort: Diabetes Mellitus) hervorgerufene Gesundheitsstörungen (dort: zB Netzhautveränderungen etc) wie von der Haupterkrankung unabhängig entstandene Gesundheitsstörungen zu behandeln sind und in ihren Auswirkungen auf die Teilhabefähigkeit unabhängig von dem für die Haupterkrankung festzustellenden Einzel-GdB separat zu berücksichtigen sind.

  1. Entsprechendes gilt grundsätzlich für dem vorliegenden Fall vergleichbare Fallkonstellationen, in denen die Operation wegen eines Hauptleidens (hier: Schilddrüsenentfernung wegen Krebs) Beeinträchtigungen oder Verletzungen anderer Organe (hier: Stimmbänder) hervorgerufen hat.
  2. Auch hier sind, ohne dass es auf den Grund der Beeinträchtigung ankommt, grundsätzlich allein die Auswirkungen auf die Teilhabefähigkeit für die Feststellung des GdB maßgebend.

Ausgehend von diesen rechtlichen Rahmenbedingungen hat das LSG von der Beklagten unangegriffen in dem ersten genannten Verfahrensschritt die beim Kläger bestehenden nicht nur vorübergehenden Gesundheitsstörungen für das Revisionsgericht bindend (§ 163 SGG ) festgestellt.

  1. Auch soweit das LSG in dem zweiten Verfahrensschritt diese Gesundheitsstörungen den in den AHP und der Anl VersMedV genannten Funktionssystemen zugeordnet und jeweils mit einem Einzel-GdB bewertet hat, sind diese Feststellungen für das Revisionsgericht bindend.
  2. Der Schilddrüsenverlust nach Krebserkrankung ist dem Funktionssystem “Stoffwechsel, innere Sekretion” (Nr 26.15 AHP/B 15 Anl VersMedV) zugeordnet, die Stimmbandlähmung dem Funktionssystem “Mundhöhle, Rachenraum und obere Luftwege” (Nr 26.7 AHP/B 7 Anl VersMedV).

Die entsprechend den Vorschlägen der medizinischen Sachverständigen vorgenommene Feststellung der jeweiligen Einzel-GdB hat das LSG in Übereinstimmung mit dem Inhalt bzw den Vorschriften der AHP/Anl VersMedV für die Schilddrüsenentfernung nach malignen Tumor in den ersten fünf Jahren ohne Lymphknotenbefall mit 50 und für die Stimmstörungen bei Stimmbandlähmung mit dauernder Heiserkeit mit 30 bewertet.

Diese Feststellung ist tatrichterliche Aufgabe (BSGE 4, 147, 149 f; BSGE 62, 209, 212 ff = SozR 3870 § 3 Nr 26 S 83 f; zur Feststellung zur Minderung der Erwerbsfähigkeit in der gesetzlichen Unfallversicherung als Tatsachenfeststellung s zuletzt BSG SozR 4-2700 § 56 Nr 2 RdNr 10 mwN) und kann im Revisionsverfahren nur durch entsprechende Verfahrensrügen angegriffen werden (vgl § 163 SGG ).

Derartige Rügen hat die Beklagte indes nicht vorgebracht. Schließlich ist auch die im dargestellten dritten Verfahrensschritt vorzunehmende Einschätzung des Gesamt-GdB grundsätzlich tatrichterliche Feststellung. Auch insoweit hat die Beklagte in tatsächlicher Hinsicht Revisionsrügen nicht vorgetragen.

Die Feststellung des Gesamt-GdB des Klägers mit 60 durch das LSG begegnet auch keinen rechtlichen Bedenken. Entgegen dem Revisionsvorbringen erfordern weder die AHP noch die Regelungen der Anl VersMedV eine andere Beurteilung. Neben den Passagen über Schilddrüsenkrankheiten (Nr 26.15 AHP/B 15.6 Anl VersMedV) kommen dabei den Allgemeinen Hinweisen zur GdB/MdE-Tabelle der AHP (dort Nr 26.1) sowie den Allgemeinen Hinweisen zur GdS-Tabelle der VersMedV (dort B 1) besondere Bedeutung zu.

Gemäß Nr 26.1 AHP/B1 c Anl VersMedV ist nach Behandlung bestimmter Krankheiten, die zu Rezidiven neigen, insbesondere bei bösartigen Geschwulsterkrankungen, eine Heilungsbewährung abzuwarten. Der Zeitraum der Heilungsbewährung beträgt in der Regel fünf Jahre, und zwar ab dem Zeitpunkt, an dem die Geschwulst durch Operation oder andere Primärtherapie als beseitigt angesehen werden kann.

  • Die hinsichtlich der häufigsten und wichtigsten solcher Krankheiten im Folgenden angegebenen GdB/MdE/GdS-Anhaltswerte sind auf den “Zustand nach operativer oder anderweitiger Beseitigung der Geschwulst bezogen”.
  • Sie beziehen den “regelhaft verbliebenen Organ- oder Gliedmaßenschaden ein”.
  • Außergewöhnliche Folgen oder Begleiterscheinungen der Behandlung – zB lang dauernde schwere Auswirkungen einer wiederholten Chemotherapie – sind zusätzlich zu berücksichtigen”.

Nr 26.15 AHP/B 15.6 Anl VersMedV bestimmen, dass nach Entfernung eines malignen Schilddrüsentumors in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten ist, und der GdB während dieser Zeit nach Entfernung eines papillären oder follikulären Tumors ohne Lymphknotenbefall 50, sonst 80, beträgt.

Bedingt der nach der Entfernung verbliebene Organschaden einen GdB von 50 oder mehr, ist der während der Heilungsbewährung anzusetzende Grad entsprechend höher zu bewerten. Der Begriff des Organschadens wird dabei nicht näher bestimmt. Ob er unter Zuhilfenahme der übergeordneten Grundsätze des Schwerbehindertenrechts bzw des Rechts der sozialen Entschädigung insbesondere nach dem gesetzlich festgeschriebenen Finalitätsprinzip definiert werden kann, muss hier nicht abschließend entschieden werden, denn eine eher enge Auslegung des Begriffs führt zu einem Gesamt-GdB von 60.

Bei einer eher weiten Auslegung des Begiffs Organschaden ergäbe sich zwar unter Umständen ein Gesamt-GdB von nur 50. Diese Feststellung verstieße indes gegen höherrangiges Recht, bei dessen Beachtung der GesamtGdB ebenfalls auf 60 festzustellen ist. Als engste Definition des Organschadens ist seine Begrenzung auf das vom Krebs befallene und von der Operation betroffene Organ (hier die Schilddrüse) möglich.

Denkbar ist ebenfalls, den Begriff Organschaden auch auf die – anderen – Organe zu beziehen, die von vornherein zwangsläufig von der Operation betroffen sind. Dazu zählen etwa die Folgen des Schnittes durch das Organ Haut, ohne den die Entfernung von unter der Haut liegenden Organen nicht möglich wäre.

Die beim Kläger eingetretene Stimmbandlähmung gehört nicht zu den notwendigen Folgen einer Schilddrüsenoperation; vielmehr tritt sie nach den Feststellungen des LSG nur in 0,3 % bis 20 % der Fälle auf. Weiter könnten als Organschaden die Schäden zusammengefasst werden, die mit dem von der Operation betroffenen Organ nach den AHP und der Anl VersMedV demselben Funktionssystem zugeordnet sind.

Auch hier wäre – wie bei den beiden zuvor genannten Begriffsbestimmungen – der Stimmbandschaden nicht dem auf die Schilddrüse bezogenen Organschaden zuzurechnen, da er nicht dem Funktionssystem “Stoffwechsel, innere Sekretion” sondern dem Funktionssystem “Mundhöhle, Rachenraum und obere Luftwege” angehört.

In allen drei Fällen der Auslegung des Begriffs Organschaden ergibt sich im vorliegenden Fall ein Gesamt-GdB von 60, da der Stimmbandschaden immer separat zu würdigen ist und er hier für sich allein einen GdB von 30 bedingt. Bei einem vom Geschäftsführer des Sachverständigenbeirats in seiner Stellungnahme vom 3.9.2009 dargelegten Verständnis des Begriffs des Organschadens käme man allerdings zu einem Gesamt-GdB von 50.

Nach dieser Definition sollen auch alle regelhaften oder außergewöhnlichen Komplikationen einer Operation als Organschaden angesehen werden, unabhängig davon, an welchem Organ und mit welcher Häufigkeit sie auftreten. Auch scheint es danach unerheblich zu sein, ob sie auf ärztlichen Fehlern beruhen oder nicht.

Indes erweist sich dieser Ansatz, der auch dem angefochtenen Bescheid zugrunde liegt, aus Rechtsgründen als unzutreffend. Es ist aus Gründen verfassungsrechtlich durch Art 3 Abs 1 Grundgesetz gebotener Gleichbehandlung bzw verbotener Ungleichbehandlung zwingend, den Gesamt-GdB ausschließlich nach einer von Kausalitätserwägungen freien, rein finalen Betrachtung orientiert an den Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft (§ 69 Abs 1 Satz 4, Abs 3 SGB IX ) zu bestimmen.

Dieses Gebot setzt auch der pauschalen GdB-Bewertung eines Zustandes nach Organentfernung in der Heilungsbewährung Grenzen. In Fällen identischer Teilhabebeeinträchtigungen muss der Gesamt-GdB identisch sein. In dem Fall, in dem bei einer vorbestehenden Stimmbandlähmung eine Schilddrüsenentfernung ohne Stimmbandnervenverletzung erfolgte, und in dem Fall, in dem erst aufgrund der Schilddrüsenentfernung eine Stimmbandlähmung eingetreten ist, hat sich bei ansonsten übereinstimmenden Verhältnissen derselbe GdB zu ergeben.

Nach der Rechtsauffassung der Beklagten und des Geschäftsführers des Sachverständigenbeirats würde indes im erstgenannten Fall der Gesamt-GdB auf 60 festzustellen sein, wohingegen im zweitgenannten Fall der Gesamt-GdB nur 50 betrüge. Dementsprechend müssen sich auch unterschiedliche Teilhabebeeinträchtigungen auf die GdB-Bewertung auswirken.

  • In dem Fall, in dem die Schilddrüsenentfernung komplikationslos erfolgt ist, beträgt der GdB im Rahmen der Heilungsbewährung 50.
  • In dem Fall, in dem – wie vorliegend – die Schilddrüsenentfernung zur Verletzung anderer Organe mit dauerhaften Folgen geführt hat, ist folgerichtig der Gesamt-GdB unter Umständen höher zu bewerten.

Nach der Rechtsauffassung der Beklagten und des Geschäftsführers des Sachverständigenbeirates würde indes in beiden Fällen der GdB mit 50 festzustellen sein, jedenfalls solange der verbliebene – umfassend verstandene – “Organschaden” einen GdB von unter 50 bedingt.

  • Zwar kann die Ungleichbehandlung gleicher und die Gleichbehandlung ungleicher Sachverhalte bei Bestehen eines sachlichen Grundes gerechtfertigt sein (stRspr des Bundesverfassungsgerichts BverfGE 55, 78, 88; 76, 256, 329; 88, 87, 96 f; 101, 239, 270; 105, 73, 110 = SozR 3-1100 Art 3 Nr 176).
  • Für die Vorgehensweise der Beklagten sieht der erkennende Senat jedoch keinen hinreichenden Grund.

Es mag geboten sein, den GdB im Rahmen der Heilungsbewährung relativ großzügig pauschal zu bemessen. Damit wird den im Einzelnen schwer einschätzbaren (auch psychischen) Auswirkungen eines Zustandes nach Primärbehandlung einer bösartigen Geschwulsterkrankung Rechnung getragen.

  • Durchgreifenden Bedenken begegnet es indes, wenn mit einer derartigen Pauschalierung auch abgrenzbare und nennenswerte Schäden an anderen Organen erfasst werden sollen, die nicht immer mit einer derartigen Behandlung verbunden sind.
  • Soweit die Zuerkennung des GdB von 50 bei Menschen, für die der Zustand nach Entfernung eines Tumors keine besonderen Beeinträchtigungen mit sich bringt, im Einzelfall “zu großzügig” erscheint, kann dieser Umstand nicht durch ein extensives Verständnis des Begriffes “Organschaden” und die damit verbundene Gleichbehandlung ungleicher Sachverhalte bzw Ungleichbehandlung gleicher Sachverhalte zu Lasten der Menschen behoben werden, deren Krebsoperation nicht komplikationslos verlaufen ist und Schäden an anderen Organen mit sich gebracht hat.
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Eine als “zu großzügig” anzusehende GdB-Bewertung der Folgen einer Krebsoperation kann vielmehr nur durch eine weitere Differenzierung bzw Konkretisierung der Regelungen über die Heilungsbewährung erreicht werden. Die Kostenentscheidung beruht auf § 193 SGG,

Was ändert sich nach einer Schilddrüsen OP?

Leitfaden für Patienten nach Schilddrüsen-Operation mit docvadis. Sie befinden sich hier: > >

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das im Hals vor der Luftröhre und unterhalb des Kehlkopfes liegt.Sie produziert die beiden Schilddrüsenhormone T 3 (Trijodthyronin) und T 4 (Thyroxin), welche für den menschlichen Organismus lebensnotwendig sind.

Die häufigste Ursache einer Schilddrüsen-Operation ist eine vergrößerte Schilddrüse (Kropf, der Arzt spricht auch von Struma). Sie kann so groß werden, dass sie auf Luft- oder Speiseröhre drückt und dadurch zu Beschwerden führt.Besteht ein Kropf bereits seit längerer Zeit, haben sich zudem häufig Knoten in der Schilddrüse gebildet, die sich mithilfe von Medikamenten nicht mehr zurückbilden. Deshalb kann auch hier eine Operation notwendig sein.Es gibt verschiedene Formen von Schilddrüsenknoten:

Kalte Knoten, Bereiche in der Schilddrüse, die gar keine Hormone produzieren, sind immer verdächtig. Sie können eine bösartige Veränderung bedeuten.Heiße Knoten dagegen produzieren Hormone unabhängig vom Bedarf des Körpers und können so zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen.

Bei Schilddrüsenvergrößerungen und Schilddrüsenknoten wie auch bei Morbus Basedow, einer Erkrankung mit einer Schilddrüsenüberfunktion, wird vom Arzt je nach Befund und Krankheitsstadium zu einer Operation geraten. Je nach Befund wird ein Teil des Schilddrüsengewebes oder das gesamte Organ entfernt. Bei Schilddrüsenkrebs beispielsweise muss die gesamte Schilddrüse entfernt werden.Ein Leben ohne Schilddrüse ist ohne Probleme möglich. Eine regelmäßige Kontrolle und Medikamentengabe ist jedoch unbedingt erforderlich.

Nach einer Schilddrüsen-Operation erholen sich die Patienten in der Regel schnell. Bei einem unkomplizierten Verlauf werden sie meist nach etwa fünf Tagen aus dem Krankenhaus entlassen.Kurz nach der Operation kann die Stimme noch schwach und heiser klingen. Dies liegt daran, dass während der Operation der Stimmbandnerv, der ganz nah an der Schilddrüse verläuft, gereizt wurde. Die Reizung des Nervs reduziert sich aber in der Regel nach kurzer Zeit.In der ersten Zeit nach der Operation sollten Patienten keine schweren Lasten heben oder tragen und ruckartige Kopfbewegungen vermeiden. Nach durchschnittlich zwei bis drei Wochen können sie die Arbeit wieder aufnehmen, allerdings kann dieser Zeitraum individuell sehr verschieden ausfallen.

Ist die Schilddrüse vergrößert oder knotig, wird sie häufig nicht komplett entfernt, sondern es verbleibt ein Rest Schilddrüsengewebe im Hals. Dieses Gewebe ist weiterhin fähig, Schilddrüsenhormone zu produzieren.Im Anschluss an eine Operation werden Größe und Funktion dieser Restschilddrüse bestimmt. Produziert sie nicht genügend Hormone, muss der Patient zusätzlich Tabletten einnehmen, um den Mangel auszugleichen.Damit sich die Restschilddrüse nicht erneut zum Kropf ausbildet, verschreibt der Arzt häufig zusätzlich Jodtabletten. Schilddrüsenhormon und Jod können als Kombinationspräparat eingenommen werden, sodass der Patient nur eine Tablette schlucken muss. In manchen Fällen reicht es auch schon aus, nur die Jodtabletten zu nehmen.Neben den Medikamenten sollten Patienten darauf achten, dass sie mit der Nahrung genügend Jod zu sich nehmen. Deshalb ist der regelmäßige Verzehr von Seefisch, Milch und Milchprodukten sowie die Verwendung von jodiertem Speisesalz ratsam.Reicht die Hormonproduktion der Restschilddrüse nicht aus oder wurde die Schilddrüse komplett entfernt, so muss man die Schilddrüsenhormone in Tablettenform lebenslang einnehmen. Sie verhalten sich genau wie die von der Schilddrüse produzierten Hormone und haben kaum unerwünschte Nebenwirkungen. Sie sind daher gut verträglich. Patienten sollten lediglich darauf achten, die Tabletten regelmäßig in der vom Arzt verordneten Dosierung einzunehmen. Nach Möglichkeit sollte man die gesamte Tagesration morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück einnehmen.Nimmt man die Schilddrüsenhormone nicht regelmäßig ein, kommt es nach Tagen oder wenigen Wochen zu Beschwerden aufgrund eines Hormonmangels. Die Patienten fühlen sich schlapp und müde, frieren leicht, bekommen Verstopfung und nehmen zu. Wassereinlagerungen führen zusätzlich zu Schwellungen der Hände und im Gesicht.An der Schilddrüse operierte Patienten sollten unbedingt zu den vom Arzt angeordneten Kontrolluntersuchungen gehen. Hier wird überprüft, ob die Dosierung der Medikamente noch ausreichend ist und ob sich die Restschilddrüse unter Umständen wieder vergrößert hat.

War die Schilddrüse bösartig verändert (Schilddrüsenkrebs), sind nach der Operation und Nachbehandlung alle sechs Monate Kontrolluntersuchungen erforderlich. Es ist sehr wichtig, regelmäßig daran teilzunehmen. Bei diesen Untersuchungen fahndet der Arzt danach, ob der Krebs erneut aufgetreten ist und ob sich eventuell Tochtergeschwülste gebildet haben.

Nach einer Schilddrüsenoperation ist es wichtig, die vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen. Andernfalls kann es zu Beschwerden kommen. Publikationsdatum: 17.12.10 Datum geändert: 27.04.11 Diese Website ersetzt keinen Arztbesuch! : Leitfaden für Patienten nach Schilddrüsen-Operation mit docvadis.

Ist man ohne Schilddrüse chronisch krank?

Eine Schilddrüsenerkrankung ist eine chronische Erkrankung, die die Schilddrüse betrifft. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und können Gewichtsveränderungen, Angstzustände, Depressionen, Müdigkeit, Schlafstörungen oder Veränderungen des Menstruationszyklus umfassen.

Wie gefährlich ist eine Schilddrüsenoperation?

Wundheilungsstörung Trotz aller Vorkehrungen kann es bei jeder Operation zu einer Entzündung und zu einer gestörten Wundheilung kommen. Das Risiko ist bei Schilddrüsenoperationen gering und liegt im eigenen Krankengut unter einem Prozent. Unter konsequenter und richtiger Behandlung heilen Infektionen und Wundheilungsstörungen nach einer Schilddrüsen-Operation in der Regel folgenlos aus.

  • Blutung, Bluterguss Bei jeder Operation können Blutungen oder eine Blutergussbildung auftreten.
  • Nach einer Schilddrüsen-Operation sind stärkere Blutungen, Nachblutungen oder größere Blutergüsse sehr selten.
  • Zur Stillung von Nachblutungen oder zum Entfernen von Blutergüssen kann eine erneute Operation erforderlich werden.

Das ist in den eigenen Händen in weniger als zwei Prozent der Fall. Solche Revisions-Operationen erfolgen dann meist innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Erstoperation und heilen in der Regel folgenlos aus. Lebensbedrohliche Blutungen und solche, die eine Fremdblutgabe erfordern, sind sehr selten.

  1. Stimm- und Sprachstörungen Durch die unmittelbare anatomische Nähe der Schilddrüse zu Strukturen, die an der Stimmbildung beteiligt sind, kann es bei einer Schilddrüsen-Operation zu Veränderungen der Stimme kommen.
  2. Bei einer Schädigung der Stimmbandnerven kann eine Lähmung des Stimmbandes resultieren (Recurrensparese).

Die meisten operationsbedingten Stimmbandlähmungen entstehen durch eine unbemerkte Zerrung oder Schwellung der feinen Nerven und bilden sich im Verlauf von selbst wieder komplett zurück. Durch moderne Operationstechniken und die Verwendung technischer Hilfsmittel zur intraoperativen Funktionsdiagnostik wie dem Neuromonitoring ist das Risiko für eine dauerhafte Schädigung der Stimmbandnerven (Recurrensparese) bei einem versierten Schilddrüsenchirurgen gering und liegt in den eigenen Händen bei etwa einem Prozent.

  1. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Patientinnen oder Patienten mit einer Stimmbandlähmung keinesfalls sprachlos sind.
  2. Sie können reden und sich mitteilen, die Stimme klingt dann allerdings meist heiser, leise oder krächzend.
  3. Durch spezielles Training (Logopädie) und eventuelle Korrekturmaßnahmen durch versierte HNO-Ärzte können die meisten der insgesamt wenigen Betroffenen mit einer dauerhaften Stimmbandlähmung eine für sie zufriedenstellende Stimm- und Sprachqualität erreichen.

Unterfunktion der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus) Bei einer Schilddrüsen-Operation können auch die unmittelbar hinter der Schilddrüse liegenden Nebenschilddrüsen geschädigt oder sogar versehentlich mit entfernt werden. Dann kann es zu einem postoperativen Kalziumabfall im Blut kommen.

Was kann passieren wenn man Schilddrüse nicht behandelt?

Wird eine Schilddrüsenunterfunktion nicht behandelt, können langfristig Komplikationen auftreten. Vor allem bei Kindern können die Folgen schwerwiegend sein. Einige sind später nicht mehr rückgängig zu machen – wie etwa Kleinwüchsigkeit, Schwerhörigkeit, Gehörlosigkeit oder geistige Entwicklungsstörungen.

Wie lange bleibt man im Krankenhaus nach Schilddrüsenentfernung?

Was ist nach einer Schilddrüsenentfernung zu beachten? – Normalerweise dauert der Krankenhausaufenthalt nach einer Schilddrüsenoperation zwei bis drei Tage. Bereits am Tag nach der OP dürfen Betroffene aufstehen, normal trinken und essen. Das Wunddrainageröhrchen wird am ersten oder zweiten Tag nach der OP entfernt.

Sofern keine sich selbstauflösenden Fäden verwendet wurden, werden die Fäden nach einer Woche entfernt. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt kontrolliert post-OP die Stimmbandfunktion, um eine Schädigung der Bänder selber und des versorgenden Nerven auszuzschließen. Eine Woche nach der Entlassung aus dem stationären Krankenhausaufenthalt können wieder alle Aktivitäten aufgenommen werden.

Vier bis sechs Wochen nach der Operation wird der Hormonhaushalt mittels Blutlabor kontrolliert. Diese Kontrolle kann beim Hausarzt vorgenommen werden. Nach Ergebnis des Labors entscheidet der Hausarzt über die Gabe von Schilddrüsenhormonen. Nach der Thyreoidektomie ist eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormon erforderlich, da vom Körper selber keine Schilddrüsenhormone mehr synthetisiert werden.

  • Der Hausarzt kontrolliert ebenfalls die Wundheilung und kann die Nähte zum richtigen Zeitpunkt entfernen.
  • Bis dahin wird die Wunde durch ein Pflaster bedeckt.
  • Daher wird den Patienten von Baden oder ausgiebigen Duschen dieser Stelle abgeraten.
  • Fand die OP aufgrund eines Strumas statt, werden vorbeugende Maßnahmen besprochen.

Dazu gehört z.B. die Einnahme von Jod-Tabletten. Erfolgte die OP aufgrund eines Schilddrüsenkrebses, folgt in der Regel eine Radiojodtherapie nach vier bis sechs Wochen an.

Wie lange dauert eine Schilddrüsenoperation?

Schilddrüsenkrebs (bösartige Tumore der Schilddrüse) – Schilddrüsenkrebs, auch als Schilddrüsenkarzinom bezeichnet, kann an jeder Stelle der Schilddrüse auftreten. In etwa 75% der Fälle gehen Schilddrüsenkarzinome von den Zellen der Schilddrüse aus, in denen die Schilddrüsenhormone gebildet werden.

  1. Tumoren dieses Ursprungs werden auch als differenzierte Karzinome bezeichnet.
  2. Schilddrüsenkrebs ist in Deutschland eine eher seltene Tumorerkrankung, pro Jahr erkranken etwa 7.000 Menschen.
  3. Sie kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten kommt er allerdings zwischen dem vierten und fünften Lebensjahrzehnt vor.

Frauen sind häufiger betroffen sind als Männer. Bei rechtzeitig erkanntem Schilddrüsenkrebs sind die Heilungsaussichten gut. Der Arzt untersucht den Allgemeinzustand des Patienten und nimmt die Krankheitsgeschichte auf (Anamnese). Das Abtasten der Schilddrüse vermittelt einen ersten Eindruck von Größe und Ausdehnung der Schilddrüse.

Eine Ultraschalluntersuchung ( Sonographie ) kann genaueren Aufschluss über Form, Größe und Ausdehnung der Schilddrüse liefern. Mittels einer Blutuntersuchung wird zunächst der TSH-Wert (siehe Hormonregelkreis) bestimmt. Liegt dieser außerhalb des Normbereiches, kann die Menge von Schilddrüsenhormonen im Blut bestimmt werden.

Auch die Bestimmung der Antikörper kann weitere Aufschlüsse geben (z.B. bei Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow). Schilddrüsendiagnostik mittels Ultraschall © Alexander Raths | AdobeStock Eine weitere diagnostische Möglichkeit besteht in der Szintigraphie, Mit ihrer Hilfe wird unter anderem der Funktionszustand der Schilddrüse genauer untersucht. Hierbei kann zwischen Bereichen mit unterschiedlich ausgeprägter Aktivität unterschieden werden.

  • Die Strahlenbelastung einer Szintigraphie ist meist kleiner als bei einer Röntgenuntersuchung,
  • Außerdem können durch eine Punktion Gewebeteilchen der Schilddrüse entnommen und untersucht werden.
  • Zudem erfolgt vor einer Schilddrüsenoperation in Vollnarkose eine allgemeine Laboruntersuchung sowie ein Elektrokardiogramm (EKG).

Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, die Funktion der Stimmbänder zu prüfen. Dazu würde noch ein Hals-Nasen-Ohrenarzt hinzugezogen werden. Neben der umfassenden Untersuchung muss die Narkose- und Operationsfähigkeit abgeklärt werden. Die Schilddrüsenhormone sollten sich zum Zeitpunkt der Schilddrüsen-OP im Normbereich befinden.

  1. Dies bedeutet, dass eine vorliegende Fehlfunktion (vor allem eine Überfunktion) temporär mit Medikamenten behandelt werden sollte.
  2. Eine vergrößerte Schilddrüse sollte operiert werden, wenn sie andere Organe einengt,
  3. So kann eine eingeengte Luft- oder Speiseröhre Schluck- oder Atembeschwerden oder ein Druckgefühl im Hals verursachen.

Weitere Indikationen für eine Schilddrüsen-OP sind

ein bösartiger Schilddrüsentumor “kalte” Knoten, die wegen ihrer Größe stören, schnell wachsen oder eine Bösartigkeit vermuten lassen, “heiße” Knoten, die eine Überfunktion verursachen, die sich medikamentös und mittels Radiojodtherapie nur unzureichend behandeln lässt. Morbus Basedow, sofern eine Radiojodbehandlung nicht sinnvoll oder nicht gewünscht ist.

Symptome sowie diverse Erkrankungen der Schilddrüse © Henrie | AdobeStock Die meisten Schilddrüsenoperationen werden in Vollnarkose durchgeführt und dauern etwa ein bis zwei Stunden. Die Schilddrüsenoperation erfolgt über einen kleinen Schnitt (4-5 cm) unterhalb des Halses (sogenannter Kragenschnitt). Der Chirurg legt die Schilddrüse dann frei und entfernt erkranktes Gewebe.

  1. Die Menge des zu entfernenden Gewebes hängt davon ab, ob es sich um einen einzelnen Knoten handelt oder wie groß ein möglicher bösartiger Tumor ist.
  2. Gelegentlich muss ein ganzer Schilddrüsenlappen oder die komplette Schilddrüse entfernt werden.
  3. Bei Schilddrüsenkrebs wird in der Regel die gesamte Schilddrüse einschließlich der sie umgebenden Lymphknoten entfernt.

Liegt ein Verdacht auf einen bösartigen Tumor vor, wird bereits während des Eingriffs das entnommene Gewebe untersucht ( Schnellschnittuntersuchung ). Zeigen sich dabei keine Hinweise auf Bösartigkeit, findet nach der Schilddrüsen-OP eine weitere genaue histologische Untersuchung statt.

So lässt sich erst einige Tage nach dem Eingriff mit Sicherheit feststellen, ob Schilddrüsenkrebs vorliegt oder nicht. Während der Schilddrüsenoperation wird darauf geachtet, die Stimmbandnerven und die Nebenschilddrüsen zu schonen. Vor dem Verschluss der Wunde wird ein Drainageröhrchen eingelegt, über das Blut und Wundsekret abfließen können.

Die Wunde wird meist mit selbstauflösenden Fäden und mittels einer kosmetisch unauffälligen Nahtmethode verschlossen. Wie jede Operation bringt auch eine Schilddrüsen-OP Risiken mit sich. Dazu kann es außerdem zu einer Verletzung der Stimmbandnerven und der Nebenschilddrüsen kommen.

  • Allerdings treten diese Komplikationen nur bei einem sehr kleinen Teil der Patienten auf.
  • Sollten die Nebenschilddrüsen bei der Schilddrüsenoperation verletzt oder entfernt worden sein, muss nach der Schilddrüsenoperation eine Versorgung mit Kalzium- und Vitamin-D-Tabletten erfolgen.
  • Die Nebenschilddrüsen können jedoch an anderer Stelle im Körper (z.B.

Halsmuskeln) wieder eingepflanzt werden. Die Schilddrüse ist eines der am besten durchbluteten Organe. Daher kann es unmittelbar nach der Schilddrüsenchirurgie zu einer Nachblutung kommen. Die Patienten sollten deswegen nach der Schilddrüsenoperation mindestens 24 Stunden in der stationären Überwachung bleiben.

Bei etwa 0,5 Prozent der Betroffenen kommt es nach dem Eingriff zu einer dauerhaften Lähmung eines oder beider Stimmbandnerven (Recurrensparese). Bei etwa 3 Prozent tritt nur eine eine vorübergehende Lähmung auf. Die Gefährdung der Stimmbandnerven während einer Schilddrüsenoperation hängt mit ihrer besonderen Nähe zur Schilddrüse zusammen.

Auf der Rückseite jedes Schilddrüsenlappens verläuft ein Stimmbandnerv. Durch Schwellung oder Blutergüsse im Operationsgebiet können diese Nerven nach der Schilddrüsenoperation vorübergehend irritiert sein. Durch Zerrung, Druck oder Schnitt ist allerdings auch eine dauerhafte Lähmung möglich.

einer Veränderung der Stimmqualität Heiserkeit erheblichen Problemen beim Sprechen

kommen. Wurden die Nerven nur irritiert, geht die Beeinträchtigung der Stimme in der Regel sechs bis zwölf Wochen nach der Schilddrüsen-OP vorüber. In Ausnahmen kann bis zur Normalisierung ein Jahr vergehen. Bei dauerhafter Schädigung der Stimmbandnerven können die Beeinträchtigungen durch Sprachtraining (Logopädie) behandelt werden.

In der Regel liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes für eine Schilddrüsenoperation bei zwei bis drei Tagen, Bereits am Tag nach der Schilddrüsenoperation können Betroffene aufstehen, dürfen trinken und essen. Die Wunddrainagen (Röhrchen zum Abfluss von Blut und Sekret) werden am ersten oder zweiten Tag nach der Schilddrüsenoperation gezogen.

Die Hautfäden folgen am fünften bis siebten Tag, sofern keine selbstauflösenden Fäden verwendet wurden. Meist erfolgt zudem eine Kontrolle der Stimmbandfunktion durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Fünf bis sieben Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus können in der Regel alle gewohnten Aktivitäten wieder aufgenommen werden.

Vier bis sechs Wochen nach der Schilddrüsenoperation wird die Stoffwechsellage mittels Blutentnahme kontrolliert. Sodann entscheidet der Arzt, ob und in welcher Menge Schilddrüsenhormone gegeben werden. Nach der kompletten Entfernung der Schilddrüse ist eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen erforderlich.

Entsprechend sollte der Hormonspiegel regelmäßig kontrolliert werden. Wurde Schilddrüsengewebe belassen, wird je nach Größe des verbliebenen Schilddrüsenrestes zusätzlich eine Jodeinnahme empfohlen. Dadurch kann man einer erneuten Vergrößerung oder Knotenbildung entgegenwirken.

  • Fand der Eingriff aufgrund von Schilddrüsenkrebs statt, schließt sich in aller Regel vier bis sechs Wochen später eine Radiojodtherapie an.
  • Ausnahme ist das medulläre Schilddrüsenkarzinom, das kein Radiojod aufnimmt.
  • Begleitend werden nach der Schilddrüsenoperation die Tumormarker im Blut kontrolliert und es wird eine Sszintigraphie zur Kontrolle gemacht.

Die Wunde sollte unmittelbar nach der Schilddrüsenoperation mit einem Pflaster geschützt werden. Damit kann sogar am Tag nach der Schilddrüsenoperation geduscht werden. Auf das Baden sollte allerdings etwa bis zwei Wochen nach der Schilddrüsen-OP verzichtet werden.

Eine Woche nach der Schilddrüsenoperation ist die Wundheilung so weit abgeschlossen, dass kein Pflaster mehr benötigt wird. Allerdings können zu diesem Zeitpunkt noch leichte Schwellungen und Rötungen bestehen. In den auf die Schilddrüsenoperation folgenden drei Monaten sollte die Narbe vor Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Von Saunagängen, Parfüm, Chlor- oder Salzwasser ist innerhalb dieses Zeitraums abzuraten.

Wie wirkt sich die Schilddrüse auf die Psyche aus?

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion bis zu Wesensveränderungen führen? – Im Fall einer Schilddrüsenunterfunktion klagen Betroffene häufig über depressive Verstimmungen, Apathie, schnelle Erschöpfung, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Die Gefühlslage kann sehr schwankend sein und im Extremfall über Wahnvorstellungen bis hin zu Suizidgedanken reichen.

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Zu den körperlichen Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion zählen Gewichtszunahme, langsamerer Herzschlag, verlangsamte Reflexe und eine verminderte Libido. Da sich die Schilddrüsenunterfunktion oft sehr langsam und schleichend entwickelt, werden die Symptome leicht übersehen und die Diagnose meist auch erst spät gestellt.

Außerdem wird die Hypothyreose – meist als Folge der Autoimmunthyreoiditis Typ Hashimoto – mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger, weshalb die Symptome nicht selten fälschlicherweise dem Alter zugerechnet werden. Nach dem 60. Lebensjahr leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung an einer Unterfunktion der Schilddrüse.

  1. Eine weitere Risikogruppe stellen auch Frauen nach der Geburt eines Kindes dar.
  2. Bei zirka vier Prozent entwickelt sich durch die hormonellen Umstellungen nach der Entbindung eine so genannte Post-partum Thyreoiditis mit erhöhten Schilddrüsenantikörperwerten und Funktionsstörungen der Schilddrüse.
  3. Diese können von Depressionen begleitet sein.

Bei anhaltender Abgeschlagenheit und starken Stimmungsschwankungen sollte daher auch an die Schilddrüse als mögliche Ursache gedacht werden. Experten haben außerdem einen jahreszeitlichen Zusammenhang zwischen depressiven Störungen und der Funktion der Schilddrüse nachgewiesen.

  1. Nicht nur Stimmungsschwankungen treten in der Herbst- und Winterzeit häufiger auf.
  2. Auch die Produktion von Schilddrüsenhormonen unterliegt saisonalen Schwankungen.
  3. Bei starken Stimmungsschwankungen und anderen Symptomen sollte deshalb immer auch die Schilddrüse als Auslöser in Betracht gezogen werden.

Patienten mit psychischen Problemen sollten unbedingt untersuchen lassen, ob ihre Beschwerden organische Ursachen haben. Eine rechtzeitige und richtige Behandlung kann Betroffenen einen langen Leidensweg ersparen. Schilddrüsenfunktionsstörungen gehören zu den heilbaren Krankheiten.

Welche Organe werden von der Schilddrüse beeinflusst?

Welche Aufgaben hat die Schilddrüse? – In der Schilddrüse werden aus Jod und anderen Substanzen die Schilddrüsenhormone gebildet. Diese Botenstoffe sind Bestandteile eines hormonellen Regelkreises und steuern als solche fast alle wichtigen Körperfunktionen.

Sie wirken auf Herz und Kreislauf, erweitern die Blutgefäße, beschleunigen den Herzschlag und regeln den Blutdruck. Sie aktivieren aber auch den Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Nieren- und Darmtätigkeit. Außerdem sind die Schilddrüsenhormone wesentlich für viele Wachstumsprozesse verantwortlich und steigern den Grundumsatz und Energieverbrauch des gesamten Organismus.

Schilddrüsenhormone wirken vor allem auf

Herzaktivität und Blutdruck Energiestoffwechsel, Körpergewicht Kohlehydratstoffwechsel, Insulinproduktion Fett- und Eiweißstoffwechsel, Cholesterinwerte Gehirnaktivität, Psyche Muskelstoffwechsel, Muskelkraft Darmtätigkeit, Verdauung Wachstum und Reifung von Ungeborenen im Mutterleib und von Kindern

Kann die Schilddrüse wieder nachwachsen?

Wurde die Schilddrüse nicht komplett entfernt, kann es in ei- nigen Fällen im Laufe der Zeit zu einem Nachwachsen des Schilddrüsengewebes kommen (Rezidiv-Struma). Dann kann ein erneuter Eingriff notwendig werden.

Was passiert wenn man eine Woche keine Schilddrüsentabletten nimmt?

Schwangerschaft und Schilddrüsenunterfunktion? – Auch Frauen mit einer Schilddrüsenunterfunktion können schwanger werden und ein gesundes Kind zur Welt bringen. Während der Schwangerschaft ist ein erhöhter Stoffwechsel (und damit auch eine verstärkte Aufnahme von Jod) erforderlich. Die Behandlung einer Hypothyreose ist besonders wichtig, Schon ein leichter Mangel an Schilddrüsenhormonen könnte das Ungeborene gefährden. Grundsätzlich ist eine Einstellung mit Schilddrüsentabletten aber gut möglich, sodass eine Schwangerschaft mit einer behandelten Schilddrüsenunterfunktion häufig ganz normal abläuft. Viele Ärzte raten, erst schwanger zu werden, wenn die Einstellung mit Tabletten abgeschlossen ist und die Betroffene gut mit der Behandlung zurechtkommt. Cookies f\u00fcr Marketingzwecke akzeptiert haben \u2013 danach k\u00f6nnen Sie es erneut versuchen.”,”moduleData”:,”headers”:null}} id=vue-email-subscription> Auf Dauer kann eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion gefährlich sein, weil der verlangsamte Stoffwechsel dem Körper schadet. Bei einer sehr ausgeprägten Unterfunktion und ohne Behandlung verläuft die Hypothyreose unter Umständen lebensgefährlich. Dies ist aber sehr selten der Fall, da die Symptome mit entsprechenden Medikamenten gut gemildert oder sogar beseitigt werden können. Eine häufige Folge einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine Gewichtszunahme, obwohl man keine großen Mengen isst. Das macht es für Betroffene häufig schwierig, abzunehmen. Dennoch ist es auch mit einer Hypothyreose möglich, Gewicht zu verlieren. Unerlässlich ist dafür eine Behandlung mit den verordneten Medikamenten. Diese beschleunigen den Stoffwechsel auf ein Maß, das es – in Kombination mit Bewegung, Sport und ausgewogener Ernährung – durchaus ermöglicht, abzunehmen. In den meisten Fällen kann man der Entstehung einer Schilddrüsenunterfunktion nicht vorbeugen. Dennoch ist es ratsam, auf einen gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung zu achten. Insbesondere eine Unterfunktion der Schilddrüse infolge eines Jodmangels lässt sich durch ausreichend Jod verhindern. Laut den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene täglich 180-200 Mikrogramm Jod zu sich nehmen. Wer regelmäßig vergisst, seine Schilddrüsentabletten einzunehmen, riskiert bei Hypothyreose ein Wiederaufflammen der Beschwerden. Je mehr die Hormone dem Körper fehlen, desto stärker ausgeprägt äußern sich auch die Symptome. Achten Sie daher darauf, Ihre Medikamente wie verordnet einzunehmen – in den meisten Fällen mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück und auf nüchternen Magen. : Schilddrüsenunterfunktion: Symptome, Tests, Behandlung

Was würde passieren wenn ich L-Thyroxin nicht mehr nehmen würde?

L-Thryroxin absetzen – Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer Struma müssen L-Thyroxin meist ein Leben lang einnehmen. Denn wenn sie L-Thyroxin absetzen oder ausschleichen (also die Dosis langsam verringern), kehren die Symptome der zugrundeliegenden Schilddrüsenerkrankung mit der Zeit zurück.

  • Das gilt auch bei Schilddrüsenentzündungen: So ist L-Thyroxin absetzen bei Hashimoto-Thyreoiditis meist keine Option.
  • Denn die Autoimmunerkrankung zerstört schubweise und unwiederbringlich Schilddrüsengewebe.
  • Das restliche Gewebe kann nur noch eingeschränkt L-Thyroxin produzieren, so dass das Hormon dauerhaft zugeführt werden muss.

L-Thyroxin absetzen kann gefährlich werden. Deshalb sollten Sie die Behandlung mit L-Thyroxin keinesfalls eigenständig abbrechen oder Ihre Dosis reduzieren, sondern immer zuerst mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen!

Was hat die Schilddrüse mit Demenz zu tun?

Ältere Menschen mit einer Hypothyreose, also einer Unterfunktion der Schilddrüse, dürften laut einer Studie der Brown University über ein erhöhtes Demenzrisiko verfügen. – Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann das Risiko für Demenz erhöhen, wie eine neue Studie zeigt. Bildquelle: Adobe Stock/triocean Dieses Risiko war bei jenen Patienten noch höher, deren Erkrankung die Einnahme von Medikamenten zum Ersatz der Schilddrüsenhormone erforderlich machte.

  • Eine Schilddrüsenunterfunktion entsteht, wenn das Organ nicht ausreichend Schilddrüsenhormone produziert.
  • Dadurch kann sich der Stoffwechsel verlangsamen.
  • Zu den Symptomen gehören Müdigkeit, Gewichtszunahme und Kälteempfindlichkeit.
  • Die Forschungsergebnisse wurden in “Neurology” veröffentlicht,
  • Laut Studienautor Chien-Hsiang Wenig wurden in bestimmten Fällen Erkrankungen der Schilddrüse mit Symptomen einer Demenz in Verbindung gebracht, die durch eine Behandlung reversibel sein können.

Es seien zwar weitere Studien erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen, man sollte sich aber bewusst sein, dass Schilddrüsenprobleme ein Risikofaktor für eine Demenz sein können. Für die Studie untersuchten die Forscher die Krankenakten von 7.843 Personen, bei denen in Taiwan eine Demenz neu diagnostiziert worden war und verglichen sie mit der gleichen Anzahl von Menschen, die nicht erkrankt waren.

  • Das Durchschnittsalter lag bei 75 Jahren.
  • Die Wissenschaftler überprüften, wer vorher eine Hypothyreose oder Hyperthyreoidismus hatte.
  • Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wird zu viel Hormon produziert.
  • Dadurch kann sich der Stoffwechsel beschleunigen.
  • Zu den Symptomen gehören ein nicht beabsichtigter Gewichtsverlust, rascher oder unregelmäßiger Herzschlag, Nervosität oder Angstgefühle.102 Personen litten an Hypothyreose und Hyperthyreoidismus.

Es konnte kein Zusammenhang zwischen Hyperthyreoidismus und Demenz festgestellt werden. Von den Demenzpatienten litten 68 Personen oder 0,9 Prozent im Vergleich mit 34 Teilnehmern ohne Demenz (also 0,4 Prozent) an einer Schilddrüsenunterfunktion. Als die Forscher weitere Faktoren berücksichtigten, die wie Geschlecht, Alter, Bluthochdruck und Diabetes das Demenzrisiko beeinflussen können, zeigte sich, dass Personen über 65 Jahren mit einer Schilddrüsenunterfunktion um 80 Prozent wahrscheinlicher an einer Demenz erkrankten als Menschen gleichen Alters ohne Probleme mit der Schilddrüse.

  1. Bei Personen unter 65 Jahren stand eine Hypothyreose in keinem Zusammenhang mit dem Demenzrisiko.
  2. Als die Forscher nur Personen untersuchten, die Medikamente gegen ihre Schilddrüsenunterfunktion einnahmen, erkrankten sie drei Mal so wahrscheinlich an einer Demenz wie jene, die das nicht taten.
  3. Laut Weng könnte eine Erklärung dafür sein, dass diese Patienten eher stärkere Symptome hatten, die eine Behandlung erforderlich machten.

Der Wissenschaftler merkt auch an, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die nicht beweist, dass eine Schilddrüsenunterfunktion eine Ursache für Demenz sei. Vielmehr werde nur der Zusammenhang aufgezeigt. Allerdings hatten die Forscher im Rahmen der Studie keine Informationen über die Schwere der Unterfunktion der Betroffenen.

Was ist besser Schilddrüsen OP oder Radiojodtherapie?

Welche Ursache einer Überfunktion zugrundeliegt, lässt sich in einer Blutuntersuchung und im Ultraschall feststellen. Mitunter kann der Arzt bereits beim Abtasten des Halses spüren, ob Knoten vorhanden sind. “Bei einer Überfunktion ist der TSH-Wert im Blut sehr niedrig.

In schweren Fällen ist er gar nicht mehr messbar”, sagt Weber. Das Hormon TSH regt die Hormonbildung an. Zirkulieren bereits zu viele Hormone im Blut, ist sein Wert extrem niedrig. Zusätzlich wird die Schilddrüse im Ultraschall nach Veränderungen wie Knoten abgecheckt. In einer Schilddrüsenszintigrafie lässt sich feststellen, ob es sich um heiße oder kalte Knoten handelt.

Dazu wird dem Patienten ein radioaktiv markierter Stoff gespritzt. Bei einer Überfunktion reichert sich dieser besonders stark dort an, wo heiße Knoten liegen. Durch Medikamente lassen sich die Symptome einer Überfunktion zunächst schnell lindern oder ganz beseitigen.

Sogenannte Thyreostatika (“Schilddrüsenblocker”) sorgen dafür, dass die Hormonkonzentration im Blut zurückgeht. Die Ursache für die Überfunktion wird damit jedoch nicht behoben. Dazu müssen sich Patienten in den meisten Fällen einer Radiojodtherapie oder einer Operation unterziehen. Ärzte beurteilen die Wirksamkeit beider Methoden gleich gut.

Mit einer Radiojodtherapie wird Schilddrüsengewebe zerstört, das einen erhöhten Hormonstoffwechsel hat. Dafür wird dem Patienten radioaktives Jod verabreicht. Wegen der Strahlung bleibt er für bis zu fünf Tage in einem isolierten Zimmer im Krankenhaus.

Danach kommt es – meist dauerhaft – zu einer Unterfunktion, die durch Tabletten ausgeglichen wird. Bei einer Operation wird Schilddrüsengewebe oder das gesamte Organ entfernt. Auch danach ist eine künstliche Hormongabe durch Tabletten notwendig. Bei Katja W. hatte der Arzt eine Morbus-Basedow-Erkrankung diagnostiziert.

Sie entschied sich nach einem Jahr Tablettentherapie für die Radiojodbehandlung. Seit sechs Jahren nimmt sie Hormontabletten gehen die unvermeidliche Unterfunktion nach der Radiojodtherapie. Die Schilddrüse macht keine Probleme mehr.

Kann man nach einer Schilddrüsen OP zunehmen?

Unabhängig davon besteht bei Ihnen sowohl bei Langzeit-Behandlung mit Medikamenten als auch nach Operation oder Radioiodtherapie einer Schilddrüsenüberfunktion langfristig die Wahrscheinlichkeit, dass Sie allmählich an Gewicht zunehmen. Dies trifft auch für Menschen ohne Schilddrüsenerkrankung zu.

Wann muss ein Knoten in der Schilddrüse operiert werden?

Wann wird eine Schilddrüsen-OP durchgeführt? – Operationen an der Schilddrüse oder einer Schilddrüsenhälfte werden ganz überwiegend dann durchgeführt, wenn sogenannte kalte Knoten in der Schilddrüse entdeckt wurden, die auf Schilddrüsenkrebs hindeuten oder ein Risiko bergen, bösartig zu sein oder zu werden.

  1. Die Chirurgen entfernen dann einen Teil eines Schilddrüsenlappens, einen vollständigen Lappen oder die gesamte Schilddrüse.
  2. Vereinzelt kann eine Vergrößerung der Schilddrüse, ein sogenanntes Struma, eine Operation bedingen, wenn das wuchernde Gewebe andere Organe einengt und dadurch das Schlucken oder Atmen behindert.

Zudem lässt sich in sehr seltenen Fällen eine Schilddrüsenüberfunktion nicht durch Medikamente oder sonstige nicht-operative Therapien eindämmen und es kommt zu krisenhaften Entgleisungen des Stoffwechsels. Aus dieser lebensbedrohlichen Situation kann dann nur noch eine Schilddrüsen-Operation herausführen.

Bei Morbus Basedow, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, versuchen die Mediziner*innen stets, ein Gleichgewicht mit Medikamenten und unter Umständen auch einer Radiojodtherapie herzustellen. Wenn sich diese Therapien aber als nicht ausreichend wirksam erweisen und gefährliche Entgleisungen eintreten, kann es erforderlich sein, die Schilddrüse komplett entfernen.

Bei der so genannten Schilddrüsenautonomie – meist eine Folgeerkrankung der Schilddrüsenvergrößerung, bei der heiße Knoten unbändig viele Hormone produzieren, – entnehmen wir hingegen nur die Bereiche der Schilddrüse, in denen sich die Knoten befinden.

Schilddrüsenkrebs und Krebsverdacht (suspekter Knoten)Schilddrüsenvergrößerung (Struma)SchilddrüsenüberfunktionMorbus BasedowSchilddrüsenautonomie

Was passiert wenn man die Schilddrüsenhormone nicht nimmt?

Wenn Schilddrüsenhormone fehlen, verlangsamt sich der Stoffwechsel. Dies kann viele Körperfunktionen betreffen und ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen. So kann zum Beispiel die körperliche Leistungsfähigkeit abnehmen.

Was würde passieren wenn ich L Thyroxin nicht mehr nehmen würde?

L-Thryroxin absetzen – Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer Struma müssen L-Thyroxin meist ein Leben lang einnehmen. Denn wenn sie L-Thyroxin absetzen oder ausschleichen (also die Dosis langsam verringern), kehren die Symptome der zugrundeliegenden Schilddrüsenerkrankung mit der Zeit zurück.

  • Das gilt auch bei Schilddrüsenentzündungen: So ist L-Thyroxin absetzen bei Hashimoto-Thyreoiditis meist keine Option.
  • Denn die Autoimmunerkrankung zerstört schubweise und unwiederbringlich Schilddrüsengewebe.
  • Das restliche Gewebe kann nur noch eingeschränkt L-Thyroxin produzieren, so dass das Hormon dauerhaft zugeführt werden muss.

L-Thyroxin absetzen kann gefährlich werden. Deshalb sollten Sie die Behandlung mit L-Thyroxin keinesfalls eigenständig abbrechen oder Ihre Dosis reduzieren, sondern immer zuerst mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen!

Was passiert wenn man die Schilddrüsentabletten nicht nimmt?

Schwangerschaft und Schilddrüsenunterfunktion? – Auch Frauen mit einer Schilddrüsenunterfunktion können schwanger werden und ein gesundes Kind zur Welt bringen. Während der Schwangerschaft ist ein erhöhter Stoffwechsel (und damit auch eine verstärkte Aufnahme von Jod) erforderlich. Die Behandlung einer Hypothyreose ist besonders wichtig, Schon ein leichter Mangel an Schilddrüsenhormonen könnte das Ungeborene gefährden. Grundsätzlich ist eine Einstellung mit Schilddrüsentabletten aber gut möglich, sodass eine Schwangerschaft mit einer behandelten Schilddrüsenunterfunktion häufig ganz normal abläuft. Viele Ärzte raten, erst schwanger zu werden, wenn die Einstellung mit Tabletten abgeschlossen ist und die Betroffene gut mit der Behandlung zurechtkommt. Cookies f\u00fcr Marketingzwecke akzeptiert haben \u2013 danach k\u00f6nnen Sie es erneut versuchen.”,”moduleData”:,”headers”:null}} id=vue-email-subscription> Auf Dauer kann eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion gefährlich sein, weil der verlangsamte Stoffwechsel dem Körper schadet. Bei einer sehr ausgeprägten Unterfunktion und ohne Behandlung verläuft die Hypothyreose unter Umständen lebensgefährlich. Dies ist aber sehr selten der Fall, da die Symptome mit entsprechenden Medikamenten gut gemildert oder sogar beseitigt werden können. Eine häufige Folge einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine Gewichtszunahme, obwohl man keine großen Mengen isst. Das macht es für Betroffene häufig schwierig, abzunehmen. Dennoch ist es auch mit einer Hypothyreose möglich, Gewicht zu verlieren. Unerlässlich ist dafür eine Behandlung mit den verordneten Medikamenten. Diese beschleunigen den Stoffwechsel auf ein Maß, das es – in Kombination mit Bewegung, Sport und ausgewogener Ernährung – durchaus ermöglicht, abzunehmen. In den meisten Fällen kann man der Entstehung einer Schilddrüsenunterfunktion nicht vorbeugen. Dennoch ist es ratsam, auf einen gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung zu achten. Insbesondere eine Unterfunktion der Schilddrüse infolge eines Jodmangels lässt sich durch ausreichend Jod verhindern. Laut den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene täglich 180-200 Mikrogramm Jod zu sich nehmen. Wer regelmäßig vergisst, seine Schilddrüsentabletten einzunehmen, riskiert bei Hypothyreose ein Wiederaufflammen der Beschwerden. Je mehr die Hormone dem Körper fehlen, desto stärker ausgeprägt äußern sich auch die Symptome. Achten Sie daher darauf, Ihre Medikamente wie verordnet einzunehmen – in den meisten Fällen mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück und auf nüchternen Magen. : Schilddrüsenunterfunktion: Symptome, Tests, Behandlung

Wie wirkt sich die Schilddrüse auf die Psyche aus?

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion bis zu Wesensveränderungen führen? – Im Fall einer Schilddrüsenunterfunktion klagen Betroffene häufig über depressive Verstimmungen, Apathie, schnelle Erschöpfung, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Die Gefühlslage kann sehr schwankend sein und im Extremfall über Wahnvorstellungen bis hin zu Suizidgedanken reichen.

Zu den körperlichen Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion zählen Gewichtszunahme, langsamerer Herzschlag, verlangsamte Reflexe und eine verminderte Libido. Da sich die Schilddrüsenunterfunktion oft sehr langsam und schleichend entwickelt, werden die Symptome leicht übersehen und die Diagnose meist auch erst spät gestellt.

Außerdem wird die Hypothyreose – meist als Folge der Autoimmunthyreoiditis Typ Hashimoto – mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger, weshalb die Symptome nicht selten fälschlicherweise dem Alter zugerechnet werden. Nach dem 60. Lebensjahr leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung an einer Unterfunktion der Schilddrüse.

  • Eine weitere Risikogruppe stellen auch Frauen nach der Geburt eines Kindes dar.
  • Bei zirka vier Prozent entwickelt sich durch die hormonellen Umstellungen nach der Entbindung eine so genannte Post-partum Thyreoiditis mit erhöhten Schilddrüsenantikörperwerten und Funktionsstörungen der Schilddrüse.
  • Diese können von Depressionen begleitet sein.

Bei anhaltender Abgeschlagenheit und starken Stimmungsschwankungen sollte daher auch an die Schilddrüse als mögliche Ursache gedacht werden. Experten haben außerdem einen jahreszeitlichen Zusammenhang zwischen depressiven Störungen und der Funktion der Schilddrüse nachgewiesen.

  1. Nicht nur Stimmungsschwankungen treten in der Herbst- und Winterzeit häufiger auf.
  2. Auch die Produktion von Schilddrüsenhormonen unterliegt saisonalen Schwankungen.
  3. Bei starken Stimmungsschwankungen und anderen Symptomen sollte deshalb immer auch die Schilddrüse als Auslöser in Betracht gezogen werden.

Patienten mit psychischen Problemen sollten unbedingt untersuchen lassen, ob ihre Beschwerden organische Ursachen haben. Eine rechtzeitige und richtige Behandlung kann Betroffenen einen langen Leidensweg ersparen. Schilddrüsenfunktionsstörungen gehören zu den heilbaren Krankheiten.

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